24h Dubai: Stadler-Porsche mit Überraschungssieg

Von Oliver Runschke
24h Dubai

Aussenseitersieg nach Favoritensterben: Christian Engelhart, Rolf und Mark Ineichen, Adrian Amstutz und Marcel Matter gewinnen im Porsche 911 GT3 R von Stadler Motorsport die 24h von Dubai.

Der erste Langstreckensieg der jungen Motorsportsaison 2014 geht an Porsche. Die als Aussenseiter ins Rennen gegangenen vier Schweizer Mark und Rolf Ineichen, Marcel Matter und Adrian Amstutz, die von deutschen Profi Christian Engelhart unterstützt wurden, feierten im Porsche 911 GT3 R vom Schweizer Traditionsteam Stadler Motorsport den Sieg bei den 24h von Dubai. Der Schweizer Porsche überzeugte mit konstanter und fehlerloser Fahrt, punktete mit den längsten Stints in der GT3-Klasse und profitierte auf dem Weg zum Sieg von einem Favoritensterben. Für den Schweizer Rennstall war es der erste internationale Erfolg seit den Tagen mit den Porsche 911 (964) RSR 3.8 und 911 (993) GT2 vor gut 20 Jahren in der seligen BPR-Serie und in Le Mans.

Der Stadler-Porsche arbeitete sich im Rennen beständig an die Spitze und profitierte von einer neuen, sportlich fragwürdigen Regel, die vielen der Favoriten immer wieder zum Verhängnis wurde. Nach der neuen Regel durften während einer «Code 60» Phase, die Dubai das Safety-Car ersetzt, die Top-Fünf keinen Boxenstopp absolvieren. Wer aus den Top-Fünf dennoch an die Box kam oder dort zum Zeitpunkt der «Code 60» schon stand, bekam eine Strafe aufgebrummt. Die Streifen waren drakonisch: Der lange Zeit führende Fach-Porsche und der all-inkl.com Mercedes SLS AMG standen zeitweise für mehr als fünf Minuten, anderen erging er kaum besser. Besonders in der ersten Rennhälfte, in der es acht von insgesamt zehn «Code 60» Phase gab, sorgte die Regel und die Zeitstrafen im Klassement in der Spitzengruppe für viele Positionswechsel und erlaubte es dem Stadler-Porsche Position um Position gut zu machen. Dazu kam eine fehlerfrei Fahrt und die wohl beste Effizienz in der Klasse. Der Porsche mit der Startnummer 20 konnte teilweise um 15 Minuten länger auf der Strecke bleiben als die Konkurrenz.

Mercedes, die mit dem SLS AMG in den beiden vergangenen Jahren in Dubai siegten, blieben so in diesem Jahr nur die beiden weiteren Plätze auf dem Podium. Marc Basseng, Rob Huff und Renè Münnich wurden mit vier Runden Rückstand Zweite, zwei Runden dahinter folgte der zweite Black Falcon-Mercedes SLS AMG mit Hubert Haupt, Doppelstarter Jeroen Bleekemolen, Abdulaziz Al Faisal, Khaled Al Qubaisi und Adam Christodoulou. Beide Flügeltürer wurden von den obskuren Zeitstrafen sowie von kleineren Problemen immer wieder etwas zurückgeworfen.

Die Favoriten strauchelten in Dubai Reihenweise. Der Craft-Aston Martin mit Stefan Mücke/Darren Turner war nach einem frühen Unfall der erste Ausfall in der Topklasse, der zweite Craft-Vantage wurde durch Lenkungsprobleme zurückgeworfen. Der in der ersten Rennhälfte lange führende Black Falcon-Mercedes SLS AMG von Black Falcon mit Bernd Schneider und Jeroen Bleekemolen schied mit Elektronikdefekt aus. Der schnelle Ram-Ferrari 458 Italia wurde von einem unverschuldeten Unfall ebenso zurückgeworfen wie der mit besten Siegchancen ausgestattete Schubert-BMW Z4 GT3 mit Dirk Werner. Pech hatte auch der Fach-Porsche mit Sebastian Asch, Martin Ragginger, Porsche-Junior Connor de Philippi und Otto Klohs, die am frühen Morgen in Führung liegend nach einem Antriebswellenschaden weit zurückfielen.

Auf Rang vier kam der schnellste Ferrari ins Ziel, der 458 Italia von GT Corse mit Pierre Kaffer, Marco Seefried, Pierre Ehret, Vadim Kogay und Alexander Mattschull. Die niederländische Corvette C6.R, die Nicky Pastorelli auf die Pole gestellt hatte, sah die Zielflagge auf Rang fünf.

Der Klassensieg in der GT3-Amateurklasse (A6 Am), für die ein Rundenzeitlimit von 2:05 Minuten galt, ging an den Dragon Racing-Ferrari 458 Italia auf Rang sieben vor dem Lamborghini Gallardo FL2 von Leipert Motorsport auf Rang acht.

Ergebnis 24h von Dubai:

1. Engelhart/Ineichen/Ineichen/Matter/Amstutz (Stadler Motorsport-Porsche 911 GT3 R)


2. Münnich/Basseng/Huff (all-inkl.com Münnich Motorsport-Mercedes SLS AMG GT3)


3. Al Qubaisi/Bleekemolen/Bin Turki Al Faisal/Haupt/Christodoulou (Black Falcon-Mercedes SLS AMG GT3)

4. Kaffer/Seefried/Ehret/Mattschull/Kogay (GT Corse-Ferrari 458 Italia GT3)


5. Nathan/Werkman/Abresch/van 't Hoff/Pastorelli (V8 Racing-Corvette C6.R)


6. Walkenhorst/Oeverhaus/Schmid/Richter/Hürtgen (Walkenhorst-BMW Z4 GT3)
7. Grogor/Al Mudhaf/Jawa/Fatien (Dragon Racing-Ferrari 458 Italia GT3) Sieger A6-Am
8. Webb/Lopez/Stovicek/Mul/Mori (Leipert-Lamborghini Gallardo FL2)
9. Scott/Melnikov/Maris/Dhillon/Barreiros (Spirit of Race-Ferrari 458 Italia GT3)
10. Werner/Auberlen/Cameron/Dalla Lana (Schubert-BMW Z4 GT3)

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