24h Le Mans: Das erwartet uns in der LMP1-Klasse

Von Oliver Müller
24h Le Mans
Der Rebellion R13 ist eines von zwei privaten Modellen in der LMP1-Klasse der 24h Le Mans 2020

Der Rebellion R13 ist eines von zwei privaten Modellen in der LMP1-Klasse der 24h Le Mans 2020

SPEEDWEEK.com blickt auf die anstehenden 24 Stunden von Le Mans. Beim Klassiker an der Sarthe ist Toyota wieder der ganz große Favorit. Die privaten LMP1 von Rebellion und ByKolles sind die Außenseiter.

Erschreckend aber wahr: Bei der 88. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans fahren lediglich fünf Fahrzeuge um den so prestigeträchtigen Gesamtsieg. Denn mehr Rennwagen treten 2020 in der LMP1-Klasse nicht mehr an. Das ist eine echte Enttäuschung, passt aber auch in die aktuelle Umbruchphase in der großen Prototypen-Kategorie (ab 2021 übernehmen die Hypercars von den LMP1 das Zepter). Was das Drama noch verschärft, ist der Fakt, dass mit Toyota ein Überflieger dabei ist, der die restliche Konkurrenz nach Belieben dominiert. Der japanische Hersteller agiert mit mehr und (teilweise auch) besserem Personal, hat mehr Budget zur Verfügung und natürlich das um Weiten ausgereiftere Fahrzeug.

Zwar musste Toyota bei zwei der WEC-Saisonläufen 2019/20 (Shanghai und Austin) auf die Siegeslorbeeren verzichten, doch das lag am Erfolgshandicap, welches die Hybrid-Renner mächtig eingebremst - und ein verzerrtes Bild als Folge hatte. Bei den 24 Stunden von Le Mans kommt das Erfolgshandicap nicht zum Einsatz. Insofern wird sich Toyota nur selbst schlagen können. Alles Andere als der dritte Gesamtsieg in Folge ist unrealistisch. Lediglich wenn es technische Probleme an den Toyota geben sollte bzw. die Boliden in Zwischenfälle auf der Strecke involviert werden, haben die privaten Konkurrenten vielleicht die Chance auf eine Überraschung. Hierbei käme es aber auch auf die jeweilige Heftigkeit eines Rückschlages an. Denn über die Renndistanz von 24 Stunden kann Toyota zweifelsohne wieder mächtig Zeit aufholen. Die beiden TS050 Hybrid werden von den Trios Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López bzw. Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Kazuki Nakajima pilotiert.

Die Spitze der privaten Fraktion bildet das schweizerische Rebellion-Team. Zum R13 von Gustavo Menezes, Norman Nato und Bruno Senna, der in Vollzeit in der FIA WEC unterwegs ist, gesellt sich in Le Mans auch (erstmals seit dem Saisonauftakt in Silverstone) wieder ein zweiter R13. Diesen fahren Nathanaël Berthon, Louis Delétraz und Romain Dumas. Somit ist Rebellion stark aufgestellt und wäre sicherlich als Erster zur Stelle, wenn Toyota patzen sollte. Die R13 werden von einem Saugmotor von Gibson (4.5L-V8) angetrieben, der eine Ableitung des LMP2-Standardaggregats darstellt. Der Motor ist auf jeden Fall standfest und dürfte gut über die Distanz kommen.

Auch der ENSO CLM P1/01 vom ByKolles Racing Team wird von diesem Gibson-Motor befeuert. Das Team aus dem bayrischen Greding setzt auf das Piloten-Trio Tom Dillmann, Bruno Spengler und Oliver Webb. ByKolles hatte erst im letzten Monat beim WEC-Lauf in Spa-Francorchamps sein Saisondebüt 2019/20 gegeben. Hinter dem ENSO CLM P1/01 stehen jedoch immer auch gewisse Fragezeichen in Bezug auf die Haltbarkeit. Eine Zielankunft wäre sicherlich ein Erfolg für das engagierte und stets hart arbeitende Team.

Eigentlich wäre das LMP1-Feld von einem Ginetta G60-LT-P1 abgerundet worden. Der britische Kleinserien-Hersteller hatte ein Fahrzeug für Ginetta-Werksfahrer Mike Simpson sowie die beiden Veteranen Chris Dyson und Guy Smith für Le Mans angemeldet. Letzte Woche wurde dieser Entry aber kurzfristig noch zurückgezogen.

Im Vergleich zu letzter Woche wurde auch nochmals eine minimale Änderung an der EoT vorgenommen. Diese bezieht sich auf den erlaubten Sprit pro Stint. Toyota darf nun 35,2 kg (anstatt 35,1 kg) mitführen. Die beiden Rebellion und der ENSO CLM 55,5 kg (anstatt 55,4 kg).

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Ivo Schützbach
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