24h Spa: Ein Rennen für die Geschichtsbücher?

Von Oliver Runschke
24h Spa
Ab Donnerstag kämpfen Audi, BMW, Mercedes, Porsche, McLaren, Nissan, Aston Martin und Ferrari um den Gesamtsieg beim bestbesetzten GT3-Rennen aller Zeiten.

Die Ausgangslage bei den 24h von Spa am kommenden Wochenende (27./28. Juli) ist ähnlich wie im vergangenen Jahr: Die Favoriten sind Audi und BMW, die Top-Teams der beiden bayerischen Hersteller treiben in den Ardennen in diesem Jahr wieder den grössten Aufwand. Doch die GT3-Konkurrenz ist wach geworden. Obwohl kein Hersteller in diesem Jahr einen reinrassigen Werkseinsatz bei den 24h von Spa ausgerufen hat ist klar: Audi, BMW, Mercedes, Porsche, Nissan, McLaren und Aston Martin treten mit Teams an, die sich mehr oder minder grosser Werksunterstützung erfreuen können. 66 Fahrzeuge stehen auf der aktuellen Nennliste für den Langstreckenklassiker in den Ardennen, der am Samstag um 16:30 Uhr startet und nur ein Jahr jünger als die 24h von Le Mans ist. Damit liegt das Feld nominell auf dem Niveau des Vorjahres, allerdings ist die Qualität und die Anzahl der siegfähigen Kombinationen deutlich höher.

Nach der Bekanntgabe der Nennliste Anfang Juli haben sich noch sieben Teas abgemeldet: Haribo Racing (Porsche), zwei Audi von Sainteloc, einer von zwei Reiter-Lamborghini, einer von zwei MRS-McLaren, der Grasser-Lamborghini und der britische MTEC-Ferrari. Den Gesamtsieg werden wie im vergangenen Jahr die Teilnehmer aus der jeweils mit drei Profi-Fahrern besetzten Pro-Klasse unter sich ausmachen.

 25 Teams sind in der Profi-Klasse gemeldet

In der Pro-Klasse sind im Gegensatz zur Pro-Am-Klasse, in der vier Fahrer erlaubt sind, nur drei Kutscher auf dem Auto. Und das wird selbst für routinierte Profis kein Spaziergang. «Wir wären eigentlich lieber zu viert gefahren, denn dieses Rennen ist schon sehr anstrengend, aber leider schreibt das Reglement maximal drei Fahrer vor, sagte Porsche-Werksfahrer Marc Lieb, der 2003 in Spa gewann und der nicht unbedingt als Jammerlappen bekannt ist.

An Siegkandidaten herrscht kein Mangel: In der Pro-Klasse sind 25 Teilnehmer gemeldet. Zu den Favoriten zählen drei der vier stark besetzten WRT-Audi R8 LMS ultra mit Lotterer/Mies/Stippler, Ekström/Sandström/Fässler und Rast/Ortelli/Vanthoor sowie im BMW-Lager zwei der drei MarcVDS-Z4 GT3 mit Martin/Leinders/Buurman und Piccini/D. Müller/Klingmann.

Kommen die Porsche mit den Pirelli-Reifen klar?

Ein grosses Fragezeichen schwebt über den Porsche. Die Stuttgarter lassen sich nicht Lumpen, sind offizieller Partner des Rennens und schicken sieben Werksfahrer nach Belgien, die bei Manthey, Prospeed und Pro GT/Almeras Dienst tun. Dem 911 GT3 R schmecken allerdings bisher die Pirelli-Einheitsreifen, besonders die Exemplare an der Hinterachse, nicht. Und auch Regen, der den Porsche schon so oft aus der Patsche geholfen hat, dürfte in diesem Jahr nicht helfen. Denn bei nasser Piste sind Audi R8 und BMW Z4 mindestens so schnell wie im Trockenen.

Als Geheimtipp darf man die Mercedes SLS AMG einstufen. Vor zwei Jahren landete der Flügeltürer in Spa schon auf dem Podium. Der SLS AMG ist bei 24h-Rennen eine Bank und beeindruckte in den Händen von HTP-Motorsport auch beim Testeinsatz in der Blancpain Endurance Series in Le Castellet Ende Juni. Drei Mercedes SLS AMG von HTP, Rowe Racing und Fortec kämpfen um den Gesamtsieg, unter anderen mit Bernd Schneider, Karl Wendlinger und ADAC GT Masters-Champion Maxi Götz.

Geheimtipp Ferrari und Aston Martin

Als Geheimtipp gilt auch der einzige Ferrari in der Pro-Klasse, der Kessel-458 Italia von Ferrari-Formel-1-Testfahrer Davide Rigon, Cesar Ramos und Daniel Zampieri. Das Trio hat den Saisonauftakt in Monza gewonnen, allerdings ist die Leistung von Team und Fahrern sehr schwankend.

Eine Überraschung könnte dem von Aston Martin Racing unterstützen belgischen GPR-Team gelingen. Auf dem Aston Martin V12 Vantage, der schon bei den 24h auf dem Nürburgring brillierte, starten Bertrand Baguette, Darren Turner und Jamie Campbell-Walter. Kurzfristig von der Pro-Am-Klasse in die Pro-Klasse gewechselt ist der von Fischer Racing aus Paderborn eingesetzte Aston Martin V12 Vantage unter der Nennung von Emil Frey Racing mit Fredy Barth, Gabriele Gardel und Lorenz Frey, der allerdings im Kampf um die vorderen Positionen keine Rolle spielen dürfte.

Das Manko der Unverlässigkeit klebt dem McLaren und dem Nissan an den Pirelli-Einheitsreifen. Ob einer von den vier McLaren in der Pro-Klasse (Von Ryan Racing mit Bruno Senna, Hexis, Gulf Racing und Art Grand Prix) durchkommt ist ebenso fraglich, wie ob der Nissan GT-R von JRM mit Lucas Luhr, Peter Dumbreck und Steven Kane problemlos über 24h kommt – es wäre das erste Mal für den japanischen GT3.

Wetter zeigt sich launisch

Aber Überraschungen gibt es immer wieder und auch das Wetter will am Wochenende ein paar Takte mitreden. Die Vorhersage für das Rennen, das zum Teil im TV von Motors TV übertragen wird und auf der Website der Blancpain Endurance Series gestreamt wird, ist wechselhaft. Angesicht der prognostizierten Temperaturen dürfte der Regen in den Ardennen aber zumindest warm sein.

Die aktuelle Nennliste der 66 Starter gibt es unter diesem LINK.

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