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Frentzen: So half seine Flucht Scheider zum DTM-Titel

Heinz-Harald Frentzen legte zum Ende seiner DTM-Karriere einen filmreifen Abgang hin. Timo Scheider verhalf der frühere Formel-1-Star so zum Titel.

DTM

Im Artikel erwähnt


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Manchmal braucht man in seiner Karriere Glück. Eine entscheidende Fügung oder Veränderung. Timo Scheider erlebte genau das 2006, als er in der DTM durch Audi eine Chance erhielt, nachdem er ein Jahr zuvor pausiert hatte.

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Scheider saß 2006 noch in einem Vorjahresauto, zwei Jahre später holte er den Titel und verteidigte ihn 2009. "Und im Endeffekt hat mir der frühere Formel-1-Fahrer Heinz-Harald Frentzen meine Titel ermöglicht", verriet Scheider.

Frentzen als Fügung.

Scheider: "Er war beim Team Abt, ließ nach der Saison 2006 in seinem Hotelzimmer alles stehen und liegen und haute ab, weil er keinen Bock mehr auf die DTM hatte. Das war meine Chance bei Abt mit aktuellen Autos. Ja, ohne Frentzen wäre ich möglicherweise nie Meister geworden."

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Frentzen war nach seiner Formel-1-Karriere in die DTM gewechselt, fuhr 2004 und 2005 für Opel, 2006 dann bei Audi für Abt. Beim Saisonfinale in Hockenheim knallte es dann endgültig mit seinem Teamkollegen Mattias Ekström, mit dem das Verhältnis bereits schwierig war.

Ekström schoss seinen Teamkollegen ab. Der echauffierte sich anschließend über die Behandlung bei Audi. Holte zum Rundumschlag aus, erklärte, dass er nicht sehr beliebt sei im Team.

"Ich habe die ganze Saison damit schon zu kämpfen gehabt. Die Widerstände, die ich im Laufe des Jahres verspürt habe, sind zu groß, als dass ein weiteres Engagement mit Audi noch Sinn machen würde", erklärte Frentzen.

Und weg war er, die Abschlussfeier schwänzte er, den auslaufenden Vertrag verlängerte er auch nicht. Eine Basis für eine weitere Zusammenarbeit war nicht vorhanden. Von Audi gab es noch ein paar warme Worte hinterher.

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"Leider ist es Heinz-Harald auch bei Audi nicht gelungen, ein DTM-Rennen zu gewinnen", sagte der damalige Motorsportchef Wolfgang Ullrich. Man habe sich "mit voller Kraft dafür eingesetzt, dass Heinz-Harald gute Leistungen zeigen konnte". Es sei "schade, dass die Zusammenarbeit nach nur einer Saison nun endet".

Scheider rückte auf. "Ich war punktbester Vorjahreswagenfahrer. Was lag also näher, mich in das Auto zu setzen? Abt wollte das auch, und ich sowieso. So bin ich in seinen Overall gefallen. Leider habe ich ihn nie wiedergesehen und konnte ihm deshalb noch nicht danken."

Ekström hatte bei seinem Abschied aus der DTM übrigens verraten, dass Frentzen der "komischste Vogel" der DTM gewesen sei. Was bei der Vorgeschichte vielleicht eine nachvollziehbare Wahrnehmung ist, bestätigt aber auch Scheider.

Der 40-Jährige im Rückblick: "Was das Menschliche betrifft: Ich habe bis heute niemanden kennengelernt, der so drauf war. Er war ein eigener Schlag Mensch."

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Er habe zum Beispiel seltsame Antworten auf Fragen, die gar nicht zusammenpassten, gegeben, so Scheider: "Wie in einem Parallel-Universum, als wäre er gar nicht in der Situation gewesen. Oder nach den Rennen brachte er Erklärungen, wo du dachtest: „Häh?, welches Rennen ist er denn jetzt gefahren?“. Manchmal dachtest du, er macht jetzt einen trockenen Witz. Er hat es aber tatsächlich so gemeint."

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