DTM-Zukunft: Ein dicker Knackpunkt ist die Kohle

Von Andreas Reiners
DTM
Die Zukunft der DTM ist offen

Die Zukunft der DTM ist offen

Die Diskussionen um die Zukunft der DTM ziehen sich hin. Wie bei solchen komplizierten Themen üblich, geht es auch um Geld.

Man kennt das aus dem eigenen Leben: Geht es um Trennungen, geht es immer auch um Geld. Und geht es um Geld, wird es schnell mal kompliziert. Schwierig ist deshalb auch der Kampf um eine Zukunft der DTM als Plattform.

Denn dabei geht es nicht nur darum, ein GT3-Reglement auf die Beine zu stellen und Autos, Teams und Fahrer zu finden. Vor allem muss auch mit den beiden noch involvierten Herstellern Audi und BMW eine Lösung gefunden werden, da die beiden Autobauer auch Mitglieder des eingetragenen Vereins ITR e.V. sind. DTM-Chef Gerhard Berger hatte zuletzt einmal mehr betont, dass der Ball bei den Herstellern liege.

Hier liegt ein, wenn nicht der Knackpunkt auf dem Weg zu einer Lösung für die Zukunft. «Was auf finanzieller Seite des Vereins getan werden muss, ist klar: Es geht um die Einigkeit aller Parteien und wie man den richtigen Weg findet, wie das Ganze in Zukunft finanziert werden kann», sagte Audis Motorsportchef Dieter Gass in einer Medienrunde in Assen: «Wenn man das geschafft hat und sich alle Parteien einig sind, dann ist das Reglement eher nur noch ein Detail», so Gass.

Die finanzielle Situation des Vereins soll dabei alles andere als rosig sein. Exakte, aktuelle Zahlen gibt es offiziell keine. Die ITR GmbH allerdings muss die wirtschaftlichen Zahlen veröffentlichen. Demnach musste man 2017 einen Verlust von rund 2,74 Millionen Euro hinnehmen, 2018 von 5,09 Millionen.

Für 2019 liegen noch keine Zahlen vor, klar sollte aber sein, dass sich die Situation angesichts der Verluste von Rahmenserien und der Coronakrise nicht verbessert, sondern eher verschlechtert haben dürfte.

Die Frage ist, wie Gass erklärte, wie man mit den Finanzen umgeht, um eine Zukunft der Plattform DTM unter der ITR-Flagge zu ermöglichen.

Denn als Mitglieder des Vereins hätten Audi und BMW Anspruch auf einen Teil des Vermögens, sofern noch vorhanden. Oder aber eine Abwicklung eines etwaigen Schuldenstands müsste geklärt werden. Klar ist: Berger braucht Geld, um ein Szenario für die Zukunft auf die Beine stellen zu können.

Auf Nachfrage von SPEEDWEEK.com stellte Gass klar: «Je früher man eine Lösung findet, desto besser. Aber es ist nicht so einfach, wenn zwei große Konzerne involviert sind. Viele Interessen müssen beachtet werden, ebenso wie zahlreiche Regeln, auch intern, innerhalb der Konzerne, Compliance spielt eine große Rolle. Das verlangsamt den ganzen Prozess.»

Würden Gass, BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt und Berger diskutieren und entscheiden, «dann wäre es wahrscheinlich ein bisschen einfacher. Aber das Ganze wird nicht nur mit dem Vorstand diskutiert, sondern auch in der Rechtsabteilung. Das ist ein Grund, warum es sich hinauszögert. Man muss sich sicher sein, dass die Lösung auch den rechtlichen Vorgaben und den Compliance-Richtlinien standhält.»

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