Chaos, Drama, Tränen, Titel: Götz ist DTM-Champion

Von Andreas Reiners
 Maximilian Götz

Maximilian Götz

Was für ein irres Saisonfinish am Norisring: Maximilian Götz ist der neue DTM-Champion. Er profitierte von einer Kollision der Titelkonkurrenten und von der Hilfe seiner Markenkollegen.

Der DTM-Meister 2021 heißt Maximilian Götz. Der 35-Jährige profitierte am Sonntag auf dem Norisring von einem dramatischen Final-Krimi, der den Titelkampf in buchstäblich letzter Sekunde noch einmal komplett über den Haufen warf.

Der bis dato Gesamtführende Liam Lawson, der von der Pole Position aus gestartet war, blieb nach einer Kollision mit seinem ersten Verfolger Kelvin van der Linde nach dem Start in Kurve eins mit einem beschädigten Ferrari ohne Punkte.

Das nutzte Götz, der 2012 das GT Masters gewonnen hatte und bereits 2015 und 2016 in der DTM fuhr, mit seinem dritten Saisonsieg aus und schob sich auf den letzten Metern der Saison noch von Gesamtplatz drei nach vorne zum Titelgewinn.

Jede Menge Mercedes-Unterstützung

Dabei erhielt er eine satte Unterstützung durch seine Markenkollegen Lucas Auer und Philipp Ellis, die während des Rennens deutlich vor Götz lagen, aber zum Rennende hin Tempo rausnahmen und Götz so zum Sieg trugen. Ellis erhielt noch eine Zeitstrafe, weshalb Maximilian Buhk im Mücke-Mercedes Dritter wurde.

Kelvin van der Linde (Abt) ging nach einem Plattfuß in der Schlussphase, in der er vor Götz ebenfalls noch Titelchancen hatte, ebenfalls leer aus. Der Endstand: Götz beendet die Saison mit 230 Punkten vor Lawson (227) und van der Linde (208).

Mercedes-AMG hatte sich bereits in der Vorwoche den Hersteller-Titel gesichert. Der Teamtitel geht an Lawsons Mannschaft AF Corse.

Dramatischer Start

Der Start war Drama pur. Lawson hatte nach dem fliegenden Start die Nase vorne, allerdings stieß van der Linde in der Grundigkehre über die Kerbs in den Ferrari von Lawson, der bis ans Ende des Feldes zurückfiel. Der Neuseeländer schimpfte am Funk über die Aktion, musste in die Box, um den waidwunden Boliden reparieren zu lassen.

Er versuchte es anschließend noch einmal, allerdings war der Schaden am Ferrari so groß, dass er komplett chancenlos war. Kurios: Der Neuseeländer blieb trotzdem auf der Strecke, zuckelte seine Runden ab. Van der Linde kassierte für die Kollision eine Fünf-Sekunden-Strafe, die er beim Boxenstopp absitzen musste.

Plötzlich war die Tür weit auf für van der Linde und Götz, die 19 beziehungsweise 22 Punkte aufholen mussten. An der Spitze lag derweil Auer vor Ellis, van der Linde und Götz.

Es wurde fortan ein echter Krimi. Götz kam in der 17. Runde an die Box. Wenig später hatten auch Auer (25. Runde) und Ellis (27. Runde) ihre Stopps absolviert. Götz lag zur Rennmitte sieben Sekunden hinter dem Führenden Auer. Van der Linde folgte mit seinem Stopp in Runde 50, saß dabei zudem seine Strafe ab.

Erneut wurde es dramatisch: Er reihte sich unmittelbar vor Götz ein. Beide lieferten sich ein packendes Duell, mit einer harten Berührung, ehe van der Linde im Schöller-S einen Plattfuß erlitt. Für ihn fuhr der Titelzug in diesem Moment ab.

Für Götz hieß es wieder: freie Fahrt. Allerdings musste er einen Rückstand von über 13 Sekunden auf Auer wettmachen. Doch das war am Ende kein Problem mehr, denn Götz erhielt tatkräftige Unterstützung durch seine Markenkollegen Auer und Ellis, die Tempo rausnahmen.

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