Bol d‘Or: Gelungener Saisonauftakt für Yamaha Austria

Von Helmut Ohner
Endurance-WM
Rundum glückliche Gesichter nach dem Bol d’Or bei YART

Rundum glückliche Gesichter nach dem Bol d’Or bei YART

Es war nicht der Sturz von Niccolò Canepa, sondern die aus Sicht von Yamaha Austria unglücklich verlaufene letzte Safety-Car-Phase, die den Triumph beim Saisonauftakt der Langstrecken-WM 2018/2019 kostete.

Mit dem dritten Startplatz hinter den Favoriten SRC Kawasaki France und dem Titelverteidiger F.C.C. TSR Honda France schaffte sich die Mannschaft Yamaha Austria auf dem Circuit Paul Ricard eine perfekte Ausgangslage für die 82. Auflage des Kampfes um die «Goldene Schüssel».

Zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere als Langstreckenrennfahrer übernahm der Deutsche Marvin Fritz die Rolle des Startfahrers von seinem australischen Teamkollegen Broc Parkes. Die Anfangsphase des 24-Stundenrennens lief wie geplant. Dem IDM Superbike-Champion 2016 gelang es ohne unnützes Risiko, sich in der Spitzengruppe festzusetzen.

Nach etwas mehr als vier Stunden sorgte Niccolò Canepa für einen gehörigen Schreckmoment bei Teammanager Mandy Kainz. Der Italiener, der nach dem Weltmeisterschaftsfinale in Suzuka den glücklosen Japaner Takuya Fujita ersetzt hatte, stürzte zwei Runden nachdem er das Motorrad an der vierten Stelle übernommen hatte.

Wie schon vielen Fahrern vor ihm, hatte er in der Hitze des Gefechtes vergessen, dass man in den ersten Runden frische Bridgestone-Reifen vorsichtig auf Temperatur bringen muss. Weil die Yamaha einen Großteil des Motoröls eingangs der Mistral-Geraden verteilt hatte und einige Fahrer zu Sturz gekommen waren, folgte eine lange Safety-Car-Phase um das Öl zu binden.

Obwohl die Mechaniker-Crew die Unfallschäden flott repariert hatte, verlor der man sechs Runden. Von der 25. Position startete der Langstrecken-Weltmeister 2009 mit dem Wissen, dass es mit dem erhofften Sieg wohl nicht mehr klappen wird, aber der Hoffnung auf einige wertvolle WM-Punkte eine sehenswerte Aufholjagd.

Platz um Platz rückte das schnelle Trio in der Wertung nach oben. In der 500. Runde gelang Parkes mit 1:55,487 min. die schnellste Runde, obwohl seit dem Sturz die Elektronik an der Yamaha YZF-R1 ausgefallen war und weder Drehzahlmesser, noch Traktionskontrolle, die Antischlupfregelung oder die Wheelie-Kontrolle funktionierten.

Nachdem SRC Kawasaki France wegen technischer Probleme die Führung aus der Hand geben musste, eröffnete sich für Parkes, Canepa und Fritz plötzlich doch noch eine Chance auf den Sieg, doch durch die zahlreichen Safety-Car-Phasen ersparte sich F.C.C. TSR Honda France einen Tankstopp, der die Entscheidung zu ihren Gunsten ergab.

«Nach dem Sturz von Niccolò haben wir nicht aufgegeben und bis zum Schluss gekämpft. Heute hatten wir auch wieder das nötige Glück auf unserer Seite», freute sich der österreichische Teamboss über den zweiten Platz. «Bei einem Rennen über 24 Stunden kommt kaum ein Team ohne Probleme über die Distanz, also waren auch wir darauf vorbereitet.»

«Ohne die Safety-Car-Phase eine halbe Stunde vor Rennende hätten wir noch zu den Führenden aufschließen können. Unsere Jungs waren noch frisch und bereit für den entscheidenden Angriff, aber es wollte nicht sein. Der zweite Rang beim Bol d’Or ist ein guter Start in die neue Saison und ein hervorragendes Ergebnis für Yamaha.»

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