Nürburgring: Kein Bentley, dafür Jaguar und 50 mehr

Von Oliver Runschke
Blancpain Endurance Series
Kessel-Ferrari liegt vor dem Finale an der Tabellenspitze

Kessel-Ferrari liegt vor dem Finale an der Tabellenspitze

Beim «Blancpain 1000» auf dem Nürburgring entscheidet sich am Wochenende die Blancpain Endurance Series. Buhk, Mies, Stippler mit Titelchancen. Rappelvolles Feld mit 51 Fahrzeugen

Wer insgeheim gehofft hat, der neue Bentley Continental GT3 würde sich am Nürburgring beim 1000km-Rennen der Blancpain Endurance Series, das aus rechtlichen Gründen nicht 1000km-Rennen sondern «Blancpain 1000» heisst, blicken lassen, dürfte enttäuscht werden. Zu der im Sommer zwischenzeitlich gerüchtelten Premiere des Continental in der Eifel kommt es nicht, dafür geht ein anderer britischer Sportwagen pünktlich zum Finale erstmals in dieser Saison an den Start. Emil Frey Racing bringt die weiterentwickelte Version des Jaguar XKR in die Eifel. Gesteuert wird der «Jag» von Fredy Barth, Gabriele Gardel und Lorenz Frey, Fischer Racing leistet technische Unterstützung. Emil Frey Racing hatte den weiterentwickelten Jaguar im Rahmen der 24h von Spa präsentiert und in der vergangenen Woche in Dijon erstmals getestet.

Ansonsten gibt es auf dem Nürburgring am Wochenende herzlich wenig Gründe enttäuscht zu sein. In der Eifel geht es beim ersten BES-Rennen über die Distanz von 1000km oder 6h noch um die Titel in der Pro und in der Pro-Am-Klasse. Insgesamt stehen für das Finale 51 Fahrzeuge auf der vorläufigen Nennliste. Darunter 19 Fahrzeuge in der Pro-Klasse, von denen kann rein rechnerisch noch so gut wie jeder Meister werden. Aufgrund der langen Renndistanz gibt es am Sonntag für den Sieger auf dem Ring 33 Punkte zu verdienen.

Knapp 30 Fahrer noch mit Chancen auf den Pro-Titel

Schaut man auf die Tabelle der Pro-Wertung, haben knapp 30 Fahrer bis runter zu Tabellenrang 15 noch theoretische Titelchancen. Einfacher, als alle Team mit Titelchancen aufzulisten, ist es anzugeben, welche Pro-Team am Wochenende nicht um den Pro-Titel fahren: Das wären der Black Falcon-Mercedes (da erster Start in der Pro-Klasse mit Luca Ludwig, Andreas Simonsen und Hubert Haupt), die Pro-Ferrari 458 Italia von Esta und SMP, der Vita4One-BMW Z4 und der Prospeed-Porsche rund um Nürburgring-Vorjahrssieger Marc Hennerici. Fahrzeuge aus der Pro-Klasse sind an den weissen Startnummertafeln zu erkennen, Pro-Am-Teilnehmer habe schwarze Startnummernmatten.

An der Pro-Tabellenspitze liegt mit 50 Punkten das Ferrari-Trio Cesar Ramos/Daniel Zampieri/Davide Rigon (Kessel Racing), mit zwei Punkten Rückstand folgen punktgleich Maximilian Buhk (HTP-Mercedes SLS AMG) und Christopher Mies/Frank Stippler (WRT-Audi R8 LMS ultra). Einen Zähler dahinter folgen Maxime Martin, Bas Leinders und Yelmer Buurman im BMW Z4 GT3 von Marc VDS.

Alter Trick: WRT-Audi mischt Fahrerpaarungen neu

WRT maximiert für das Rennen auf dem Nürburgring die Titelchancen und sortiert die Fahrerpaarungen neu. Edward Sandström, eigentlich planmässig mit Mies und Stippler unterwegs, steigt in den R8 LMS ultra von Laurens Vanthoor und Stephane Ortelli. Dadurch liegt auch der Schwede im Titelrennen, wenn auch dessen Chancen mit 31 Punkten und damit 19 Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze eher bescheiden sind. Mies und Stippler bekommen am Ring Verstärkung von René Rast und auch im dritten WRT-Audi gibt eine Fahreränderung. Francesco Castellacci, GT3-Europameister von 2011, startet anstelle von Matt Halliday zusammen mit Rahel Frey und Nicki Mayr-Melnhof.

Mit den WRT-Audi muss auf dem Nürburgring rechnen: Beim Finale profitiert der Audi R8 von einer deutlich besseren Einstufung. Die R8 dürfen mit 5 mm grösserem Restriktor als zuvor starten, was nach Angaben der Konkurrenz, die in der Eifel unverändert startet, ein Leistungsplus von rund 50 PS ausmacht.

Pyzera Zweiter, aber ohne Titelchance

So offen wie in der Pro-Klasse ist auch die Titelvergabe in der Pro-Am-Klasse. Der deutsche Nissan-Pilot Peter Pyzera (RJN-Nissan GT-R) ist Tabellenzweiter, nur vier Punkte hinter Tabellenführer Lucas Ordonez. Doch da sich der Gladbecker den GT-R ausgerechnet mit Ordonez teilt, kann der GT-Academy-Absolvent den Spanier in der Tabelle nicht mehr einholen. Engste Verfolger des Nissan-Piloten um den Titel sind die Vorjahreschampions Niek Hommerson/Louis Machiels (AF Corse-Ferrari 458 Italia) und das BMW-Duo Henry Hassid/Ludovic Badey.

Neben dem Finale der BES gibt es noch einen weiteren Leckerbissen: Im Rahmenprogramm startet die historische «Classic Endurance Racing» Serie mit vielen Schmuckstücken aus den 1960er und 1970er Jahren.

Tickets für den Sonntag kosten 20 Euro, wer auch schon am Samstag kommt bezahlt für das Wochenendticket 30 Euro.

Vorläufige Startliste Blancpain Endurance Nürburgring
Vorläufige Startliste Classic Endurance Racing
Zeitplan Blancpain 1000

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