24h Spa: Deutschland gegen England

Von Oliver Runschke
Blancpain Endurance Series
Die 24h von Spa werden ein Duell deutscher gegen britischer GT3-Sportwagen

Die 24h von Spa werden ein Duell deutscher gegen britischer GT3-Sportwagen

Mercedes, Audi und BMW fahren in Belgien gegen Bentley und McLaren um den Gesamtsieg. Wer macht das Tempo beim bedeutendsten Rennen in der GT3-Klasse, wer ist Favorit und warum?

Die 24h von Spa sind mittlerweile so etwas wie das Wimbledon des GT-Sports: Das Rennen in den Ardennen ist das grösste Rennen für GT3-Sportwagen weltweit und das Saisonhighlight der Blancpain Endurance Series. Das Feld liegt im zweiten Jahr in Folge jenseits 60 Teilnehmer. Um den Gesamtsieg kämpfen in diesem Jahr in Spa allerdings weniger Marken als noch vor zwölf Monaten. Porsche ist in der gesamtsiegfähigen Pro-Klasse ebenso wenig vertreten wie Ferrari, auch Nissan tummelt sich nur in der Pro-Am-Klasse. Bei Aston Martin mangelt es an Budget für einen Werkseinsatz, nur Oman Racing wagt sich mit einem Aston Martin Vantage GT3 in die Pro-Klasse, hat aber eher ein durchschnittliches Fahreraufgebot und wird keine Rolle spielen. Den Gesamtsieg werden die Vorjahressieger von Mercedes mit Audi, BMW und den Briten von Bentley und McLaren ausfechten.
Audi, BMW und Bentley haben in Spa Werkseinsätze ausgerufen, bei Mercedes und McLaren ist die Unterstützung der Hersteller eher auf der moralischen Seite zu suchen.

Mercedes hat zwei heisse Eisen im Feuer

Die Vorjahressieger von Mercedes sind mit insgesamt fünf SLS AMG von HTP Motorsport und Black Falcon vertreten, jedes der beiden Mercedes-Teams hat eine Speerspitze. HTP zieht mit den beiden Vorjahressiegern Maximilian Buhk, Maximilian Götz und GT-Neuzugang Jazeman Jafaar in die Schlacht, Black Falcon hält mit Yelmer Buurman, Adam Christodoulou und Mike Parisy entgegen. Die Qualitäten des SLS AMG sind über jeden Zweifel erhaben und der Speed sollte auch passen. In der Blancpain Endurance Series fehlten zwar in diesem Jahr bisher noch Top-Ergebnisse, allerdings sind die Flügeltürer dort auch nicht durchgehend Top besetzt.

Audi hat gleich vier Eisen im Feuer: Die werksunterstützen R8 LMS ultra von WRT mit René Rast, Laurens Vanthoor und Markus Winkelhock, dem wohl fahrerisch stärksten R8 im Feld, dazu die Sportwagen-Weltmeister André Lotterer, Benoit Tréluyer und Marcel Fässler sowie ein dritter R8 mit Christopher Mies, Frank Stippler und James Nash. Ein Geheimtipp ist der französische Sainteloc-Audi mit Stephané Ortelli, Edwards Sandström und Gregory Guilvert, der WRT bei den bisherigen drei Läufen der Blancpain Endurance Series klar in den Schatten stellte.
Im vergangenen Jahr litt Audi unter der Einstufung. Die ist in diesem Jahr besser, aber ob das reicht wird sich erst am Wochenende zeigen. In der Blancpain Endurance Series hatten die R8 bisher Mühe an der absoluten Spitze fahren und vor Spa hat Audi nun nochmals etwas mehr Power bekommen, allerdings auch eine höhere Bodenfreiheit.

BMW steht unter Erfolgsdruck

BMW setzt auf das belgische MarcVDS-Team, die Belgier wollen im vierten Jahr in Folge versuchen ihr Heimrennen mit BMW zu gewinnen. Der Fahrerkader von MarcVDS ist eine Mischung aus BMW-Stars (Augusto Farfus, Dirk Werner, Jörg Müller), eingekauften Sportwagen-Assen (Lucas Luhr) und MarcVDS-Urgesteinen (Maxime Martin, Markus Palttala) - so was ist bei einem Langstreckenrennen nicht immer von Vorteil. Zudem hat sich MarcVDS in diesem Jahr auf dem Nürburgring konzentriert und an keinen BES-Lauf teilgenommen, prompt wurden die Belgier beim Spa-Testtag von einem neuen Pirelli-Hinterreifen überrascht.
Keine andere Marke im Feld steht so unter Druck wie BMW: Mercedes und Audi haben den Bayern bei Langstreckenrennen bisher alt aussehen lassen, die Bayern hatten kein glückliches 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und müssen auch die Spa-Schmach aus dem vergangenen Jahr auswetzen, als alle sieben Z4 im Rennen entweder nach Unfällen strandeten oder an der Technik scheiterten.

Was können die Briten?

Die grosse Unbekannte in der Pro-Klasse ist Bentley. Niemand zweifelt daran, dass der neue Continental GT3 in Spa schnell sein wird, vielleicht sogar das schnellste Auto. Die Briten kämpfen allerdings mit nur einem Auto (Guy Smith/Andy Meyrick/Steven Kane) um den Sieg, der zweite Continental ist nicht wirklich siegfähig besetzt. Dem unglaublich gut klingenden Continental GT3 ist viel zuzutrauen. Allerdings ist Spa das erste 24-Stunden beim fünften Renneinsatz des Continental GT3 und auch wenn die Briten extrem an der Zuverlässigkeit gearbeitet haben: Bei der zu erwarteten engen Spitze in Spa reicht ein kleiner Patzer, um die Siegchance zu verlieren.

Die zweite Aussenseiter ist McLaren. Der 12C ist pfeilschnell und hat zu Jahresbeginn in Bathurst auch bewiesen, dass er durchaus zuverlässig sein kann zumindest über eine Distanz von 12 Stunden. Mit den beiden McLaren von ART (Lapierre/Parente/Demoustier und Estre/Korjus/Soucek) sowie dem Exemplar von Von Ryan (Van Gisbergen/Mullen/Bell) ist McLaren fahrerisch stark sortiert.

Können Bentley und McLaren ihren Speed über die 24 Stunden tragen, wird das Rennen eine sehr harte Nuss für Mercedes, BMW und Audi. Aber vielleicht ist es bei den 24h von Spa auch wie beim Fussball: Das Rennen dauert 24 Stunden und am Ende gewinnen die Deutschen.

Vorläufige Startliste 24h von Spa

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