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Matthias Walkner: Red Bull Romaniacs mit Rallye-KTM

Von Kay Hettich
Matthias Walkner freut sich auf das Red Bull Romanics

Matthias Walkner freut sich auf das Red Bull Romanics

Red Bull KTM-Star Matthias Walkner ist Extreme gewohnt. Nach diversen Teilnahmen an der Rallye Dakar wagt sich der Österreicher nun an die Red Bull Romaniacs.

Das Red Bull Romaniacs gilt als die härteste und legendärste Hard-Enduro-Rally der Welt. Ab 26. Juli führt sie zum bereits 19. Mal fünf Tage lang durch die Täler und über die Gipfel der rumänischen Karpaten rund um Sibiu. 2022 erstmals dabei ist Matthias Walkner, der Dakar-Sieger von 2018.

Wo er bei der Dakar mit bis zu 185 km/h auf lang gezogenen Pisten um Sekunden kämpft, wird sich Matthias Walkner bei der Romaniacs nicht einmal halb so schnell durch enge Schluchten arbeiten müssen. Statt weiter Sprünge über Dünen erwarten Walkner in den Karpaten endlos lange, unglaublich steile Waldhänge. Durchsetzt mit teils rutschigen, teils losen Steinen und quer liegenden Baumstämmen gelten die Auf- und Abfahrten der Red Bull Romaniacs in der Hard-Enduro-Szene als die Mutprobe schlechthin.

Matthias Walkner hat 2012 die MX3-Weltmeisterschaft gewonnen, neben seinem Dakar-Sieg 2018 und einigen Podiumankünften ist er auch zweifacher Cross-Country-Weltmeister. Der KTM-Pilot ist also routiniert und erfahren. Bei der Red Bull Romaniacs betritt der PS-Routinier aber Neuland: «Ich habe das Gefühl, dass noch sehr viel an Leidenschaft und Motivation in mir steckt. Darum will ich die Red Bull Romaniacs versuchen», erklärte der Red Bull-Athlet seine Ambitionen. «Da der Rally-Sport dieses Jahr eine recht lange Sommerpause macht, habe ich mir gedacht, ich könnte das jetzt endlich mal angehen. Wenn man die Fahrer fragt, so sagen sie, die 'Romaniacs' ist eigentlich das coolste Event im Hard-Enduro. Alle sind begeistert. Ich wollte das immer schon mal machen.»

Zwar stellt die Red Bull Romaniacs gänzlich andere Herausforderungen an Mensch und Maschine, dennoch bleibt Walkner seinen Wurzeln treu. Er wird auch in Rumänien mit seinem Rally-Dienstfahrzeug an den Start gehen. Seine KTM 450 Rally Factory ist in jeder Hinsicht ‹zu groß› für die Karpaten. Mit mehr als 140 Kilogramm ist Walkners Rally 4-Takter deutlich schwerer als die nur knapp mehr als 100 Kilogramm schweren (meist) 2-Takter der Hard-Enduristen: «In erster Linie steht für mich der Trainingsaspekt und das Abenteuer im Vordergrund. Ich war noch zum Testen in Italien und habe mit den Reifen, der Übersetzung und den Stoßdämpfern experimentiert, um das Motorrad bestmöglich an die Gegebenheiten anzupassen.»

Die Red Bull Romaniacs ist in diesem Jahr die fünfte Station der FIM Hard Enduro World Championship. In den WM-Kampf der Hard-Enduro-Spezialisten wird sich Matthias Walkner naturgemäß nicht einmischen. Sie alle fahren in der Gold-Klasse, deren Spurführung für Normalsterbliche schlicht nicht zu bewältigen ist. Nach Beratungen mit einigen anderen Piloten hat sich Matthias Walkner für den Start in der Bronze-Klasse entschlossen. Das ist der dritte von insgesamt fünf Schwierigkeitsgraden: «Ich habe mich erkundigt, was realistisch machbar ist mit dem Rally-Motorrad. Und habe mich dann entschieden, in der Bronze-Klasse zu starten. Ich freue mich und bin sehr motiviert. Schauen wir mal, was das für ein Abenteuer wird.»

Die Red Bull Romaniacs beginnt am 26. Juli und dauert bis 30. Juli. Nach dem spektakulären Enduro-Cross-Prolog in der Altstadt von Sibiu führt die Rally über vier Offroad-Etappen durch die rumänischen Karpaten. Vorjahressieger war Matthias Walkners KTM-Teamkollege Manuel Lettenbichler aus Deutschland.

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