Fernando Alonso: «Verstappen genial? Und Ricciardo?»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Daniel Ricciardo mit Fernando Alonso

Daniel Ricciardo mit Fernando Alonso

​Der zweifache Formel-1-Champion Fernando Alonso mag nicht ganz in die Lobgesänge für Max Verstappen einstimmen: «Verstappen ist genial? Und was ist dann Ricciardo? Was ist dann Sainz?»

Nach der tollen Regenfahrt im Brasilien-GP sind Fans und Fachleute voll des Lobes für Red Bull Racing-Teenager Max Verstappen. Klar ist der 19jährige Niederländer in Interlagos ein überragendes Rennen gefahren, aber der zweifache Formel-1-Champion Fernando Alonso mag nicht ganz in die Lobgesänge für Max einstimmen, wie er bei meinem Kollegen Pino Allievi von der Gazzetta dello Sport festhält: «Max ist ein Symbol für die Red-Bull-Philosophie – jungen Piloten wird schon auf Kartniveau geholfen. Diese aufstrebenden Fahrer gehen durch eine intensive Schule. Ricciardo ist den gleichen Weg gegangen. Aber er kam halt nicht so jung in die Formel 1, daher ist er für die Medien nicht so faszinierend wie Max. Natürlich würde man von einem Teenager nicht solche Leistungen erwarten. Aber Verstappen genial? Und was ist dann Ricciardo? Was ist dann Sainz? Die beiden haben schon bei Toro Rosso ähnliche Leistungen gezeigt, also sehe ich sie auf Augenhöhe mit Max.»

Fernando glaubt auch: «Red Bull Racing ist hier stark genug, dass die WM-Anwärter Rosberg und Hamilton sie nicht aus den Augen lassen dürfen.»

Seit Fernando Alonso von Ferrari weggegangen ist, scheinen die Italiener keine Fortschritte gemacht zu haben. Fernando selber hat ein paar Mal betont, in Maranello sei nichts vorwärts gegangen.
Nun relativiert der 32fache GP-Sieger: «Zunächst einmal müssen wir eingestehen, dass Mercedes-Benz in den letzten drei Jahren eine hervorragende Arbeit gemacht hat. 2014 waren sie eine Sekunde voraus, 2015 noch eine halbe, jetzt sind es drei Zehntelsekunden. Wenn wir 2017 ein neues Reglement haben, kann Ferrari sofort schnell sein. Sie haben alle Möglichkeiten dazu. Aber McLaren-Honda hat das auch.»

Wenn Alonso schon über junge Fahrer wie Max Verstappen spricht – im kommenden Jahr erhält Fernando mit dem jungen Belgier Stoffel Vandoorne einen neuen Stallgefährten. Fernando meint: «Es wiederholt sich die Geschichte Hamilton. Der kam damals an meine Seite zu McLaren als Neuling und wurde in den Himmel hoch gejauchzt. Das Gleiche dann mit Nelson Piquet bei Renault. Er kam als GP2-Champion und wurde als unglaublich schnell beschrieben, war es dann aber nicht. Gleiche Geschichte mit Romain Grosjean. Oder mit Massa bei Ferrari. Dann kam Kimi zu Ferrari zurück und war auch nicht schneller. Ich fürchte Vandoorne nicht.»

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