Sebastian Vettel (Ferrari): «Erwarte keine Geschenke»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Nicht nur Sebastian Vettels Reifen wurden durch den Crash mit Lewis Hamilton in Mitleidenschaft gezogen

Nicht nur Sebastian Vettels Reifen wurden durch den Crash mit Lewis Hamilton in Mitleidenschaft gezogen

Für Sebastian Vettel ist klar: Er wird sich den WM-Titel nicht nur gegen Lewis Hamilton erkämpfen müssen, sondern auch gegen seinen Ferrari-Teamkollegen Kimi Räikkönen. Damit hat der Deutsche kein Problem.

Eigentlich wollte Sebastian Vettel im Ferrari-Heimatland Italien seinen sechsten GP-Sieg in diesem Jahr feiern. Doch dass er auf der Highspeed-Piste von Monza trotz des starken Triebwerks aus Maranello kein leichtes Spiel haben würde, ahnte der vierfache Champion bereits nach dem Abschlusstraining, in dem sein Teamkollege Kimi Räikkönen die schnellste Runde gedreht hatte. Dies tat der Finne auch dank des Windschattens, der ihm von seinem Teamkollegen gespendet wurde.

Dem Deutschen stand die Wut über den verpassten ersten Startplatz ins Gesicht geschrieben, obwohl er im Qualifying dennoch einen Platz in der ersten Startreihe hatte erkämpfen können. «Darüber müssen wir uns noch unterhalten», funkte er bereits auf dem Weg zurück zur Box, und dies tat er dann auch, wie er nach dem Rennen, in dem er letztlich den vierten Platz eroberte, verriet.

«Gestern war ich nicht sehr glücklich, denn ich hätte auf Pole stehen können, aber ich habe das mit allen, die das etwas angeht, besprochen», verriet Vettel nach dem Rennen, das durch einen Erstrundencrash mit seinem WM-Rivalen Lewis Hamilton nur mit dem vierten Platz endete. Vettel, der sich beim Crash drehte und in der Folge die Box ansteuern musste, um sich frische Walzen und eine neue Fahrzeugnase zu holen, fiel ans Ende des Feldes zurück und kämpfte sich bis auf den fünften Platz vor.

Am Ende wurde der Heppenheimer als Vierter gewertet, weil Red Bull Racing-Talent Max Verstappen eine 5-Sekunden-Strafe für eine unliebsame Berührung mit Valtteri Bottas Silberpfeil kassiert hatte. Doch das war für Vettel nur ein schwacher Trost. «Dass ich nicht von der Pole losfahren konnte, hatte nichts mit dem Unfall zu tun, das war einfach Pech, denn es hätte auch anders laufen können. Aber wie wir alle wissen, habe ich mich gedreht und musste in der Folge eine Aufholjagd starten.»

Dass er sich durchs Feld pflügen musste, forderte seine Reifen besonders, deshalb entschloss sich der 52-fache GP-Sieger, einen zweiten Boxenstopp einzulegen, um sich neue Gummis geben zu lassen. «Letzte Woche war es in Spa sehr viel einfacher mit den Reifen, heute musste ich mich durchs Feld kämpfen, und das ist in dieser Hinsicht nie von Vorteil. Deshalb legte ich einen weiteren Stopp ein. Wir haben unser Bestes gegeben und getan, was wir konnten, und wenn man sich den Schaden am Auto anschaut, dann war unsere Pace gar nicht so schlecht.»

Dass er im Gegensatz zu seinem WM-Gegner Hamilton gegen drei Autos zu kämpfen hat, weil Ferrari darauf verzichtet, eine Teamordner zugunsten des Titelkandidaten zu verhängen, stört Vettel nicht: «Ich kämpfe gerne gegen drei Autos, und auch gegen alle anderen Gegner, die auf der Strecke sind, das war schon immer so. Wir sind auch alt genug, um zu wissen, wie wir uns im teaminternen Zweikampf zu verhalten haben. Ich erwarte auch keine Geschenke, die habe ich noch nie bekommen und auch heute nicht, deswegen rechne ich auch nicht mit sowas.»

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