Kimi Räikkönen: Ferrari-Aus wegen Charles Leclec?

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Übernimmt Charles Leclerc das Ferrari-Cockpit von Kimi Räikkönen?

Übernimmt Charles Leclerc das Ferrari-Cockpit von Kimi Räikkönen?

Ein Vertrag, den Ferrari-Junior Charles Leclerc noch mit dem mittlerweile verstorbenen Scuderia-Präsidenten Sergio Marchionne abgeschlossen haben soll, könnte Kimi Räikkönen das Cockpit kosten.

Die Verantwortlichen in der Teppichetage von Ferrari haben in diesen Tagen alle Hände voll zu tun, um die Weichen für die Zukunft des ältesten Formel-1-Rennstalls der Welt zu stellen. Dabei haben die Entscheidungsträger der Scuderia ein Problem: Denn der am 25. Juli verstorbene Ferrari-Präsident Sergio Marchionne soll einen Vertrag mit Nachwuchshoffnung Charles Leclerc unterschrieben haben, der dem schnellen Monegassen ein Cockpit für die Saison 2019 zusichert, wie die Kollegen von «Auto, Motor und Sport« berichten.

Damit würde der Rookie, der aktuell im Alfa Romeo-Sauber eifrig Erfahrungskilometer und WM-Punkte sammelt, den Platz von Kultfigur Kimi Räikkönen übernehmen, der somit zum zweiten Mal weichen muss, weil die Roten einen anderen Fahrer bevorzugen. 2009 war es Fernando Alonso, der den Iceman ersetzte, nun würde die 20-jährige Nachwuchshoffnung aus Monte Carlo die Nachfolge des populären Finnen übernehmen.

Die Krux: Kimi fährt in diesem Jahr konstant auf sehr hohem Niveau, wie auch seine jüngste Glanzleistung, die Pole in der Ferrari-Hochburg Monza, beweist. Und er selbst hat klar gemacht: «Ich will bleiben, aber die Entscheidung liegt nicht bei mir.» Kein Wunder, betonte Marchionnes Nachfolger Louis Camilleri, dass Teamchef Maurizio Arrivabene die endgültige Entscheidung treffen werde.

«Noch ist nichts entschieden», stellte das Oberhaupt des italienischen Sportwagen-Herstellers im Fahrerlager von Monza klar. Und dass Arrivabene eine enge Beziehung zum 20-fachen GP-Sieger pflegt, ist kein Geheimnis. Doch Leclerc wird von Nicolas Todt, Sohn des FIA-Präsidenten Jean Todt, gemanagt. Und die Ferrari-Verantwortlichen werden es sich zwei Mal überlegen, den Chef des Automobilweltverbands mit einer Vertragsauflösung zu verärgern. Hinzu kommt, dass man auch eine moralische Verpflichtung verspürt, den Wunsch des verstorbenen Ex-Präsidenten Marchionne zu erfüllen.

Für Leclerc spricht nicht nur sein Alter – der Formel-1-Neuling wird im Oktober 21 Jahre alt – einen Tag nachdem Kimi seinen 39. Geburtstag feiern wird. Auch der Leistungsausweis des aktuellen WM-Fünfzehnten kann sich sehen lassen: Mit 13 WM-Punkten hat er mehr als doppelt so viele Zähler wie sein Alfa Romeo-Sauber-Teamkollege Marcus Ericsson (6 Punkte) gesammelt.

Eine Möglichkeit, den Weltmeister von 2007 für ein weiteres Jahr an der Seite von Zugpferd Sebastian Vettel fahren zu lassen, besteht dennoch: Wenn Leclerc mit viel Geld und einem Vorvertrag für 2020 überzeugt werden kann, ein weiteres Jahr bei Alfa Romeo-Sauber oder bei Ferrari-Technikpartner Haas einzulegen, kann Kimi bleiben. Doch Experten gehen davon aus, dass Nicolas Todt und Leclerc auf die Erfüllung des Vertrags pochen werden.

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