Harrison Newey: Wenn der Papa und Berger mithelfen

Von Andreas Reiners
Harrison Newey

Harrison Newey

Die Hilfe von Vater Adrian benötigt Harrison Newey während der laufenden DTM-Saison nicht. Auch wenn die Design-Legende von Red Bull Racing den Sohn beim Einstieg tatkräftig unterstützte.

Harrison Newey muss kurz lachen. Nein, ein Debriefing mit seinem Vater hat er nicht gemacht. Weder nach dem Auftakt der DTM-Saison in Spa, noch nach dem zweiten Rennwochenende auf dem Lausitzring. Dort holte er in der vergangenen Woche seinen ersten Punkt in einem Tourenwagen.

Es muss ohne die Hilfe des Vaters gehen. «Ich habe nicht viel mit ihm gesprochen, er hat im Moment andere Dinge zu tun», sagte Newey.

Für Red Bull Racing arbeiten zum Beispiel, schließlich ist der Papa Design-Legende Adrian Newey. Die Autos, die er in der Formel 1 konstruiert hat, haben zehn Fahrer- und zehn Konstrukteurstitel gewonnen. Sebastian Vettel stellte er von 2010 bis 2013 bei Red Bull vier Jahre lang Titelautos in die Garage.

Und ganz unschuldig war er an dem DTM-Einstieg seines Sohnes auch nicht.

Er telefonierte mit DTM-Chef Gerhard Berger, und «sie haben über Müll geredet», sagt Newey und lacht. Bis Berger im letzten Moment dann verriet, dass es beim Audi-Kundenteam WRT Probleme gibt und ein Platz verfügbar sein könnte: Das sei vielleicht etwas, das sich Harry anschauen solle, so Berger. Das war am Abend nach dem ersten Testtag der DTM auf dem Nürburgring, am 8. Juni.

Newey schaute sich das an, und zwar umgehend.

Er telefonierte mit Berger, dann mit WRT-Teamchef Vincent Vosse, wollte sich zeigen, die Chance nutzen.

Das von Berger angesprochene Problem hatte WRT kurzfristig getroffen. Der eigentliche Stammfahrer Ed Jones hatte es aus seiner Heimat Dubai nicht zu den Testfahrten geschafft, WRT hatte zu dem Zeitpunkt aber betont, dass er die Saison trotzdem fahren werde. «Ed hatte leider ein paar Probleme, die dazu führten, dass er die Saison nicht bestreiten kann», sagt Newey.

«Ich habe versucht, mich gut zu verkaufen und habe erklärt, warum ich zum Test kommen sollte. Das hat ganz gut geklappt, denn sie haben gesagt, dass ich den letzten Tag absolvieren soll», sagte Newey, der also in sein Auto stieg, zur Strecke fuhr und am Mittwochabend ankam.

Am Abend vor seinem Einsatz also. Viel Zeit blieb ihm daher nicht. «Ich wusste, dass sehr wahrscheinlich ein Cockpit für die Saison verfügbar sein würde. Es war also wichtig, sofort gute Arbeit zu machen, um zu zeigen, dass ich das Cockpit verdiene, dass ich der Mann bin, der die freie Stelle besetzen kann», sagte er.

Er machte gute Arbeit, war auf Anhieb lediglich 0,733 Sekunden langsamer als Champion Rene Rast, was angesichts der Umstände durchaus beeindruckend ist. Und wenige Wochen nach dem Test wurde es offiziell: Newey fährt in der Saison 2020 für das Audi-Kundenteam WRT.

Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für Newey, der beim Auftakt in Spa noch Lehrgeld zahlte.

In der vergangenen Woche auf dem Lausitzring dann der Sprung nach vorne: Am Samstag gab es für ihn den ersten Punkt, am Sonntag im Qualifying Startplatz acht. Im zweiten Lauf schrammte er als Zwölfter erneut nur knapp an einem weiteren Zähler vorbei.

«Das ganze Ding ist eine einzige Herausforderung. Challenge folgt auf Challenge folgt auf Challenge», sagte Newey vor dem dritten Rennwochenende, das ebenfalls auf dem Lausitzring steigt.

Die Herausforderung höre nicht auf, so Newey, «aber wir lernen sehr viel. Ich bin immer noch in dieser Lernphase. Ich hoffe, dass es so weitergeht», meinte er und kündigte an, dass WRT und er «ein paar schöne Pläne» hätten. Und das sei eine der großen Herausforderungen: Die Pläne, das Gelernte in die Tat umzusetzen.

Sein langfristiger Plan steht auch schon fest: «Wenn man zeigt, dass man es mit den großen Jungs aufnehmen kann, dann hat man Chancen im Langstrecken- oder Prototypensport», so Newey. Den ersten Schritt hat er bereits hingelegt.


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