Pleiten, Pech, Pannen: GP-Asse über Rückschläge

Von Mathias Brunner
Kimi Räikkönen und George Russell 2020

Kimi Räikkönen und George Russell 2020

Die Königsklasse ist ein überaus komplexer Sport, mit extremem Höhen und Tiefen. Wie gehen Formel-1-Fahrer mit Rückschlägen um? Einige Grand-Prix-Piloten geben offen und ehrlich Antwort.

Die Formel 1 ist kein Sport wie jeder andere. Wenn Bayern München in der 90. Minute eines Spiels gegen Hertha BSC mit 5:0 führt, dann dürfen wir davon ausgehen – München wird den Platz als Sieger verlassen. Wenn Lewis Hamilton in die letzte Runde eines Grand Prix gewinnt, muss er damit rechnen, dass sein Wagen noch stehenbleiben kann und ihm der scheinbar sichere Sieg durch die Finger rinnt.

Höhen und Tiefen sind in der Königsklasse so extrem wie die Technik. Wie gehen Grand-Prix-Fahrer mit Rückschlägen um? Diese Frage ist einigen Formel-1-Piloten gestellt worden, die Antworten sind teils verblüffend.

GP-Sieger Pierre Gasly sagt: «Du musst dir einfach dessen bewusst sein, dass in der Formel 1 nicht alles unter deine Kontrolle liegt.» Williams-Fahrer Nicholas Latifi ergänzt: «Du kannst alles richtig machen – und dann fährt dir einer in die Kiste.» Lando Norris: «Und du stellst dir dann immer die nagende Frage, was du hättest anders machen können.» Ferrari-Pilot Carlos Sainz philosophiert: «Dieser Sport kann manchmal unsagbar unfair sein.»

Der kommende Hamilton-Stallgefährte George Russell meint: «Die Formel 1 erzeugt so viel Druck, da musst du sehr cool bleiben. Du darfst dich nicht von Unnötigem ablenken lassen. Wenn dann die Zielflagge fällt, dann brechen die ganzen Emotionen über dir herein, wie eine gewaltige Welle, und es wird dir klar, was hätte sein können. Es bricht dir das Herz.»

Esteban Ocon, Ungarn-GP-Sieger 2021: «Gewisse Situationen sind sehr bittere Pillen, die es zu schlucken gilt. Aber dann musst du versuchen, daraus etwas zu lernen und dadurch stärker zu werden. Ein technischer Defekt etwa kann sehr verwirrend sein. Du hast im ersten Moment keine Ahnung, was da abgeht und dann kommt der Funkspruch – wir müssen aufhören. Wir sind alle nur Menschen, auch wir machen Fehler, wieso sollte das bei uns anders sein?»

Lando Norris: «Die Formel 1 kann grausam sein. Du kannst das perfekte Rennen fahren, und dann löst sich alles in Rauch auf. Du musst so etwas mit Fassung tragen und fähig sein, das hinter dir zu lassen.»

Aston Martin-Fahrer Lance Stroll: «Ein Rückschlag fühlt sich an wie ein Messerstich ins Herz. Aber das ist eben Rennsport. Es ist dabei ganz wichtig, dass du dir selber einen Fehler vergeben kannst. Du musst dir immer bewusst sein, dass Vieles nicht in deiner Hand liegt – ein technischer Defekt oder ein Gegner, der dir ins Auto fährt. Das ist Teil unseres Berufs.»

Carlos Sainz: «Nach einem Rennen tauchen immer sehr wie ‘Was wäre gewesen, wenn ...’ auf. Das ist einer der Gründe, wieso ein Faher mit zunehmender Erfahrung immer besser wird.»

Pierre Gasly: «Wenn etwas schiefläuft, ist das immer frustrierend. Aber wenn es sich um etwas handelt, das nicht in deiner Kontrolle lag, dann musst du lernen, mit solchen Enttäuschungen umzugehen.»

George Russell: «Ich glaube, die Art und Weise, wir du mit einem Rückschlag fertig wirst, das macht den Unterschied aus zwischen einem guten Rennfahrer und einem hervorragenden Rennfahrer.»

Grand Prix von Italien

01. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes
02. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes
03. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12
04. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21
05. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda
06. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21
07. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes
08. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault
09. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes
10. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault
11. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes
12. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes
13. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari
14. Robert Kubica (PL), Alfa Romeo C41-Ferrari
15. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari
Out
Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari (Motorschaden)
Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12 (Unfall)
Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda (Unfall)
Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda (Aufhängungsdefekt)
Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda (Bremsdefekt)

WM-Stand nach 14 von 21 Rennen

Fahrer
1. Verstappen 226,5 Punkte
2. Hamilton 221,5
3. Bottas 141
4. Norris 132
5. Pérez 118
6. Leclerc 104
7. Sainz 97,5
8. Ricciardo 83
9. Gasly 66
10. Alonso 50
11. Ocon 45
12. Vettel 35
13. Stroll 24
14. Tsunoda 18
15. Russell 15
16. Latifi 7
17. Räikkönen 2
18. Giovinazzi 1
19. Schumacher 0
20. Kubica 0
21. Mazepin 0

Teams
1. Mercedes 362,5
2. Red Bull Racing 344,5
3. McLaren 215
5. Ferrari 201.5
5. Alpine 95
6. AlphaTauri 84
7. Aston Martin 59
8. Williams 22
9. Alfa Romeo 3
10. Haas 0

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