Marco Mattiacci: Vettel Ferrari-Abschiedsgeschenk

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ex-Ferrari-Teamchef Marco Mattiacci

Ex-Ferrari-Teamchef Marco Mattiacci

Seit der Entmachtung als Teamchef bei Ferrari ist der Römer Marco Mattiacci untergetaucht, auf seinen italienischen Handys ist er nicht zu erwischen. Aber ein Journalist hat ihn erreicht.

So langsam wird es zur Tradition: eine Führungspersönlichkeit aus dem Formel-1-Rennstall von Ferrari muss gehen, offiziell spricht er nicht, inoffiziell aber schon – mit dem grossen Ferrari-Insider Leo Turrini. So war es bei Stefano Domenicali (Ex-Teamchef), so war es bei Luca Marmorini (Ex-Motorenchef), so ist es auch dieses Mal, nachdem Teamchef Marco Mattiacci den Hut nehmen musste.

Natürlich ist die Mutter aller Fragen, wie es zu so einem brüsken Ende kommen konnte, zwischen dem berühmtesten Rennstall und dem erfolgreichen Manager, der vor seiner Tätigkeit als Teamchef höchst erfolgreich das Ferrari-Geschäft in Asien und Nordamerika angekurbelt hatte.

Doch Mattiacci sagt: «Ich will über das Ende nicht reden. Und das werde ich auch in Zukunft nicht tun. Ich sehe meine Monate als Teamchef nicht als Fehlschlag oder als persönliche Niederlage. Ich sehe es als einen Zeitraum, in welchem ich mit viel Enthusiasmus an der Seite von überaus leidenschaftlichen Menschen arbeiten durfte. Generell ist es ja nicht so, dass ich nach sieben Monaten Ferrari gehe. Ich habe fünfzehn Jahre lang für Ferrari gearbeitet, das ist ein absolutes Privileg. Das kann mir keiner nehmen. Und alles, was dich nicht umbringt, macht dich stärker.»

Marco Mattiacci findet: «Ich bin davon überzeugt, dass ich eine Reihe von Fortschritten eingeleitet habe, die sich für Ferrari auszahlen werden. Ich bin froh, dass ich Sebastian Vettel nach Maranello gebracht habe, da kommt frische Energie, ein neuer Enthusiasmus ins Team.»

Auf die Frage, ob Vettel sein Abschiedsgeschenk an Ferrari sei, meint der 43-Jährige: «Wenn man das so schreibt, missfällt es mir nicht.»

«Ich bleibe im Herzen einer von Ferrari, daher sind auch meine besten Wünsche an Nachfolger Maurizio Arrivabene ehrlich gemeint. Ich halte ihn für einen überaus kompetenten Manager, ich bin sicher, er wird Erfolg haben.»

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