Carlos Ghosn (Renault): Ausstieg? Doch Team-Kauf?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Carlos Ghosn (rechts) mit Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner beim WM-Finale 2012 in Brasilien

Carlos Ghosn (rechts) mit Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner beim WM-Finale 2012 in Brasilien

Renault-Nissan-CEO Carlos Ghosn (61) kündigt an: «Ob wir in der Formel 1 bleiben und, falls ja, in welcher Form, das werden wir bald verkünden.» Ausstieg oder doch eigenes Team?

In der Formel 1 ist Carlos Ghosn ein selten gesehener Gast: der Steuermann des Renault-Nissan-Konzerns hat gegenwärtig mehr Freude an der Formel E als an der Formel 1. Renault fährt mit Red Bull Racing den Erwartungen hinterher. Nach vier WM-Titeln in Folge 2010 bis 2013 mit Sebastian Vettel und RBR konnte Renault im vergangenen Jahr noch drei Siege an Land ziehen, alle mit Daniel Ricciardo, 2015 jedoch ist Rang 4 von Daniil Kvyat in Monaco das bislang beste Ergebnis der erfolgverwöhnten Mannschaft, Red Bull Racing-Renault liegt nur auf dem vierten Rang in der Markenwertung.

Carlos Ghosn sagt nun: «Was unsere Zukunft in der Formel 1 betrifft, so wird es bald eine Ankündigung geben. Noch ist nichts entschieden und alle Wege sind grundsätzlich möglich – Formel-1-Ausstieg, Kauf eines Rennstalls, den wir dann unter eigenem Namen einsetzen, die Fortsetzung des Wegs als Motorenlieferant.»

An der Lieferung der 1,6-Liter-V6-Aggregate mit Turbolader und Mehrfach-Energierückgewinnung für Red Bull Racing und die Scuderia Toro Rosso wird sich bis zum Ende der Saison 2016 nichts ändern, wie Ghosn betont: «Wir erfüllen unsere Verträge. Aber wir müssen bei der Entscheidungsfindung zahlreiche Faktoren in Betracht ziehen. Die Formel 1 bietet nach wie vor einen interessanten Wettbewerb. Aber das vergisst man leicht, wenn man am Gewinnen ist. Und wenn man verliert, wird gerne mit dem Finger gezeigt.»

In den Worten klingt mit: Renault ist nicht zufrieden damit, welcher Marketing-Wert die französische Marke mit den vier Titeln erzeugt hat. Viele Fans glauben noch heute, in den Autos von Sebastian Vettel, Mark Webber und Daniel Ricciardo steckten Infiniti-Motoren, weil für diese Marke auf den RBR-Rennern geworben wird.

Ghosn weiter: «Dann gilt es zu beachten, welche Richtung die Formel 1 einschlägt. Wir wissen, was wir ausgeben, aber wir möchten eine klare Vorstellung davon, wie künftig die Einträge im Sport verteilt werden. In diesem Sport gewinnt und verliert man. Aber die Firma Renault hat lange dem Spektakel Formel 1 beigetragen, und das sollte mehr Beachtung finden. Wir können das Geld statt in der Formel 1 auch leicht woanders ausgeben.»

«Ich betone – kurzfristig ändert sich an unserem Engagement nichts, wir halten unsere Verträge ein. Was längerfristig passiert, das ist noch nicht klar, doch eine Entscheidung wird bald fallen.»

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