Jenson Button: Formel 1 interessanter als Pokemon Go

Von Mathias Brunner
Jenson Button in Singapur

Jenson Button in Singapur

​McLaren-Honda-Star Jenson Button ist ein GP-Veteran, aber er ist kein Technik-Dinosaurier: «Unser Publikum ist zu alt, und das ist schade – denn die Formel 1 ist interessanter als Pokemon Go.»

Jenson Button mag inzwischen 36 Jahre und 298 Grands Prix alt sein, aber im Herzen ist er jung geblieben, denn die Formel 1 hat ihn auf Trab gehalten. Mit einer gewissen Reife kommt aber ein tieferes Verständnis für Zusammenhänge, und was Button da seit Jahren beobachtet, macht dem Engländer Sorgen.

Im Rahmen seiner Medienrunde im Fahrerlager von Singapur gibt der 15fache GP-Sieger zu bedenken: «Wenn ich daran denke, dass wir mit Max Verstappen einen 18-Jährigen unter uns Piloten haben, dann ist unser Publikum im Schnitt überaltert. Ich schätze, unsere Fans sind in den Dreissigern, vielleicht sogar in den frühen Vierzigern. Das muss sich ändern. Um die Formel 1 zu regenerieren, müssen wir die jungen Menschen erreichen.»

«Die Formel 1 ist ein von Technik getriebener Sport, also müssten wir eigentlich annehmen, dass wir unter den jungen Menschen grosses Interesse erzeugen. Aber das tun wir nicht. Wir müssen im Detail ergründen, warum das so ist. Denn ich bin überzeugt – wenn wir den Jungen mal gezeigt haben, was die Formel 1 zu bieten hat, dann werden sie den Sport lieben.»

Button selber ist auf den sozialen Netzwerken sehr fit und zeigt in Singapur einen kurzen Film, den er mit seinem Handy gemacht hat. «Ich war in diesem Einkaufszentrum, und all diese Leute strömten auf einen ganz bestimmten Punkt zu, das waren sicher 2000 Menschen. Warum? Wegen Pokemon! Ich will ehrlich sein – ich weiss nicht mal, was ich mit diesen virtuellen Tieren tun müsste, wenn ich sie gefunden hätte. Gewinnt man Geld? Gibt es Geschenke? Ich meine, jetzt mal ehrlich, die Formel 1 ist doch interessanter als das.»

«Wenn wir in einer Welt leben, in welcher Menschen mit dem Handy einen gelben Fleck jagen, der in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist, dann müssten wir es auch schaffen, dass mehr junge Menschen die Formel 1 verfolgen.»

Eine wichtige Rolle spielen für den Formel-1-Weltmeister von 2009 dabei die nächstjährigen Autos, die mit ihren fetten Reifen und einer anderen Aerodynamik schwerer zu fahren sein werden: «Und so sollte es meiner Meinung nach auch sein. Die heutigen Renner sind zu mühelos zu bewegen. Es muss wieder ein Kraftakt sein, diese Renner zu bändigen. Technisch und mental ist die Formel 1 heute überaus kräftezehrend, aber körperlich ist sie es nicht.»

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