FE-Einsteiger Porsche: «Fokus klar auf Haltbarkeit»

Von Gerhard Kuntschik
Formel E
FE-Einsteiger Porsche: «Fokus klar auf Haltbarkeit»

FE-Einsteiger Porsche: «Fokus klar auf Haltbarkeit»

Auch wenn die Premiere von Porsche in der ABB Formel E noch ein gutes halbes Jahr entfernt ist, laufen die Vorbereitrungen natürlich auf Hochtouren.

Worauf man in Weissach ein wenig stolz ist: «Das Formel-E-Projekt wurde praktisch mit dem Ausstieg aus der großen Prototypenklasse begonnen. Unsere Mannschaft kommt komplett aus dem LMP1-Team. Wir haben keine Experten von anderen Teams abgeworben», erklärt der Technische Projektleiter Malte Huneke am Rande des Rennens in Berlin – wo Porsche-Mitarbeiter wie bei fast jeder Runde dabei sind, «und diese Entscheidung wurde noch nie hinterfragt.»

Nach dem Roll-out im März begann das Testprogramm, «dessen Fokus im Moment klar auf Haltbarkeit liegt», wie Huneke ergänzt. Das zweite große Lernfeld sind die Reifen. Porsche muss auf jeden Fall schnell lernen: «Wie den schon in der Meisterschaft engagierten Teams stehen auch uns nur 15 Testtage mit einem Reifensatz pro Tag zur Verfügung», sagt Huneke.

Und: «Wir sind sicher Rookies. Aber wir wollen das Beste daraus machen.“ Wobei natürlich jede Erfahrung aus der Hybridära in der LMP1 mitgenommen wird, die nützlich ist. „Und da ist doch einiges dabei.»

Wichtig ist die Arbeit für den bisher einzigen bestätigten Fahrer Neel Jani und die Ingenieure am Simulator. Der stammt aus der LMP1-Zeit und wurde adaptiert. «Wir versuchen alles durchzuspielen, inklusive diverser Safety-Car- oder Red-Flag-Situationen», erläutert Carlo Wiggers, der Leiter des Teammanagements, der sich auch um alle Geschäftsbeziehungen von Porsche Motorsport mit Partnern kümmert. Apropos Jani: «Wir wählten Neel bewusst früh aus. Und wir brauchten einen Piloten mit viel Erfahrung. Für einen Neueinsteiger sind erfahrene Piloten ganz wichtig.»

Womit auch das Anforderungsprofil an den zweiten Mann klar definiert ist… Vielleicht wird das Geheimnis nach dem Finale in New York gelüftet. Zu Brendon Hartley und André Lotterer sagt Wiggers: «Es ist bekannt, dass beide noch vertraglich an uns gebunden sind. Mal schauen, wie ihre anderen Verpflichtungen aussehen werden.»

Mit dem Regulativ und dem Management durch FIA und Formel E sind die Porsche-Teamleader zufrieden. Eine Freigabe der Batterien (Einheitsteil von McLaren) würden sie als «das Öffnen von Pandoras Box» bezeichnen. Auch für Porsche sind überschaubare Kosten (trotz zahlreicher Hersteller in der Serie) durch das Reglement essenziell. «Agag und sein Team geben die Linie vor und nehmen keine Rücksicht auf Team-Mitsprache», sagt Wiggers und deutet an: Das sei eben anders als in der Formel 1…

Natürlich werde die Konkurrenz bei jedem Rennen beobachtet, aber eigene Konzepte würden dadurch nicht über den Haufen geworfen. Huneke: «Wir konzentrieren uns auf uns. Wir müssen lernen.» Und zum Budget sagen die beiden: «Formel E ist viel um ein vielfaches günstiger als LMP1.»

Und weil der Rennsport stets Beziehung zur und Auswirkung für die Serie bringen soll, wird Porsche dies auch bald demonstrieren: Beim Finale in New York Mitte Juli wird der neue Taycan, Porsches erstes voll-elektrisches Auto, an beiden Tagen einige Runden drehen. Noch in Tarnkleidung, denn die Weltpremiere folgt erst im September.


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