MotoGP: VR46 bleibt der Vision treu

Luca Vitali: Kommt er als CIV-Vize in die IDM 2022?

Von Esther Babel
Beim IDM-Finale auf dem Hockenheimring sprang der Italiener für den erkranken Alex Polita ein und holte für das Team HRP mit der Honda zwei Top-Ten-Plätze. Jetzt steht das Italien-Finale in Vallelunga an.

Wenige Tage vor dem IDM Superbike-Finale auf dem Hockenheimring klingelte bei Luca Vitali in Italien das Telefon. Am anderen Ende war Jens Holzhauer dran, der eigentlich für die letzten Rennen des Jahres wie immer mit seinem Fahrer Alex Polita gerechnet hatte. Doch dieser landete acht Tage vor dem Final-Wochenende in der Klinik und musste sich in einer Nacht- und Nebelaktion von seinem Blinddarm befreien lassen.

Vitali, der sehr erfolgreich mit einer Honda Fireblade in der Italienischen Meisterschaft unterwegs ist, sagte spontan zu und machte sich gemeinsam mit seinem Vater Maurizio Vitali auf den Weg nach Hockenheim. So ganz unbekannt war dem 29-Jährigen die IDM nicht. «Schon vor einigen Jahren hatte mich mal Rob Vennegoor gefragt, ob ich hier fahren möchte», erinnert sich Vitali. «Doch damals hatte ich bereits andere Verpflichtungen. Ansonsten reden wir in Italien nicht viel über andere Meisterschaften. Wenn, dann noch über die Britische Superbike Meisterschaft, da die echt viel Promotion machen und bei uns auch in der Presse auftauchen.»

Nach den Trainingstagen in Hockenheim hatte er sich nach Startplatz 12 und einem Rückstand von 1,7 Sekunden auf Polemann Florian Alt seine Meinung gebildet. «Jetzt weiß ich, wie hoch das Level in der IDM Superbike ist», lobte er. «In Italien sind die Piloten auf den Plätzen 1 bis 6 auch schnell, danach fällt das Level aber stark ab. In der IDM gibt es mehr schnelle Fahrer. Die Jungs aus den Top-Ten kenne ich teilweise aus der Langstrecken-WM und früher aus der Superstock 1000 im Rahmen der Superbike-WM. Ich finde es übrigens sehr schade, dass es die Stock-Klasse nicht mehr gibt.»

Die Honda bei der IDM unterschied sich ziemlich von Vitalis Motorrad bei der Italienischen Meisterschaft CIV. Dort wird mit einer Motec-Einheitszündung und überschaubaren Einstellmöglichkeiten gearbeitet. Auch kann man sich bei der IDM in Sachen Fahrwerk und Geometrie relativ frei bewegen, in Italien gilt in diesen Punkten ein eingeschränkteres Reglement.

«Das Set-up bei einer IDM-Honda ist dadurch komplizierter», meint Vitali. «Leider ist an einem Rennwochenende nicht genügend Zeit, um alle Möglichkeiten auszuprobieren. Mit ein wenig mehr Zeit könnte ich auch weiter vorne stehen.» In den Hockenheim-Rennen landete er auf den Plätzen 6 und 7 im Ziel. Besser soll es für ihn am kommenden Wochenende beim CIV-Finale in Vallelunga vor den Toren Roms laufen. Denn dort winkt noch der Vizetitel. «Den Titel hat sich bereits Michele Pirro geholt», verrät Vitali, «er liegt in der Tabelle uneinholbar vorne.»

Nicht ganz uninteressiert zeigte sich Vitali an der Idee, im kommenden Jahr fester Bestandteil der IDM Superbike zu werden. «Ich würde gerne mit Honda weiterarbeiten», verrät er vorab, «ich stand in jedem Rennen in Italien auf dem Podest. Auch das Team möchte bei der CIV weitermachen. Doch die IDM wäre für mich auch nicht schlecht. Die Konkurrenz ist hoch, ich würde andere Strecken kennenlernen und wäre unter anderen Bedingungen unterwegs.»

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