Harley-Davidson Pan America 1250: Grosse Überraschung

Von Rolf Lüthi
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Harley-Davidson hat die erste Reise-Enduro in der Geschichte der Company im Detail vorgestellt. Mit 150 PS, 127 Nm und 242 kg setzt Harley deutliche Zeichen und schockt die Konkurrenz mit einem Kampfpreis.

Eines steht jetzt schon fest: Die Harley-Davidson Pan America 1250 ist kein zaghafter Versuch eines Aussenseiters, um vom grossen Kuchen des Reise-Enduro-Marktsegments auch noch ein paar Krümel abzubekommen. Anhand der Daten und Ausstattungsmerkmale ist klar: Sie haben in Milwaukee den Markt und die künftige Konkurrenz sehr genau studiert und dann konsequent gehandelt.

Es wird nicht nur eine Pan America 1250 geben, sondern zwei Modellvarianten, die Pan America 1250 und die Pan America 1250 Special. Die technische Basis ist die gleiche: Ein Stahlrohrrahmen, eine USD-Gabel und eine Aluguss-Schwinge bilden das Fahrwerk. Mit den Radgrössen 19 und 17 Zoll und Federwegen von 191 mm vorne und hinten weist Harleys Reise-Enduro bewährte Eckwerte auf. Was man bei Harley selten schreiben darf: Sowohl die 47er Gabel wie auch das mit Umlenkhebeln kombinierte Zentralfederbein sind in Federvorspannung, Zug- und Druckstufendämpfung einstellbar.

Der Motor ist eine Neuentwicklung. Wie BMW am Boxer festhält lässt sich Harley vom V2 nicht abbringen. Bei BMW haben die aktuellen Boxermotoren mit dem 500er von 1923 noch noch die Zylinderanordnung gemein, und ähnlich verhält es sich beim neuesten V2 aus dem Hause Harley, genannt Revolution Max 1250.

Der flüssigkeitsgekühlte V2 mit 60° Zylinderwinkel ist mit 105 x 72 mm kurzhubig ausgelegt und mit 13:1 sehr hoch verdichtet. Die Hubzapfen sind um 30° versetzt, wodurch der Motor die gleiche Zündfolge aufweist wie ein 90°-V2. Die vier Ventile pro Zylinder werden von je zwei obenliegenden, kettengetriebenen Nockenwellen gesteuert. Der Ventilspiel wird hydraulisch ausgeglichen, und Einlass- und Auslass-Nockenwellen sind mit einem Mechanismus für variable Ventilsteuerung ausgestattet. Sechs Gänge und Kettenantrieb passen perfekt zu diesem Motorrad.

Die Bremsen liefert Brembo, vorne ist eine 320er Doppelscheibe mit Radialzangen verbaut. Die Elektronik ist ebenfalls auf der Höhe: Kurven-ABS, Schräglagen-abhängige Traktionskontrolle, Navi im TFT-Display, Tempomat, Griffheizung und Smartphone-Connectivity.

Die Pan America 1250 Special ist umfassender ausgestattet, was das Gewicht auf 258 kg anhebt. Highlight ist das semiaktive Fahrwerk, dazu werden Motorschutz, Schutzbügel, Hauptständer, Kurvenlicht und Lenkungsdämpfer verbaut.

Optional kann die Pan America mit Speichenrädern und mit einem «Adaptive Ride Height System» ausgerüstet werden. Dieses senkt die Fahrwerkshöhe und damit die Sitzhöhe im Stillstand selbsttätig um 50 mm ab. Das System bietet weitere Möglichkeiten, so kann der Fahrer die Fahrhöhe absenken, zum Beispiel in schwierigem Gelände bei langsamer Fahrt. So etwas gab es schon Mitte der 90er Jahre an der Suzuki DR350SH, doch verschwand die bei kleinen Fahrern sehr beliebte Sitzhöhen-Absenkung bald wieder, und niemand reklamierte.

Unterm Strich ist die Vorstellung der Harley Pan America 1250 eine gelungene Überraschung: Motorleistung auf Höhe der Konkurrenz, marktgerechte Ausstattung und beim Gewicht dann der Schocker: Wenn die Angaben stimmen, ist Harley zur Leichtbau-Marke mutiert. Und grad noch eine Überraschung sind die genannten Preise: Die Pan America 1250 kostet ab 15.995 Euro, die Special ab 17.995 Euro.

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