Jerez-Test: Heimreise wurde für Italiener zur Odyssee

Von Mario Furli
MotoE
Pramac-Fahrer Alex De Angelis

Pramac-Fahrer Alex De Angelis

Als der dreitägige MotoE-Test in Jerez zu Ende ging, begann für die Italiener erst die große Herausforderung: Die Heimreise von Alex De Angelis und Co. dauerte in Zeiten von Covid-19 bis zu 21 Stunden.

Die MotoE-Fahrer waren die Letzten, die in der vergangenen Woche noch auf dem Circuito de Jerez – Ángel Nieto ihre Testrunden drehen konnte, ehe die Streckenbetreiber die Anlage am Freitagvormittag für vorläufig 15 Tage zusperrten. Zu diesem Zeitpunkt hatten vor allem die Italiener aus dem MotoE-Paddock ganz andere Sorgen: Sämtliche Heimflüge waren aufgrund der rasanten Ausbreitung von Covid-19 und den darauf folgenden Reisebeschränkungen gestrichen worden.

Dem Team Trentino Gresini mit Matteo Ferrari und Alessandro Zaccone blieb nichts anderes übrig, als nach München zu fliegen, um von dort aus im Auto die Heimreise nach Italien anzutreten. Von dort sind es übrigens genau 715 km bis Rimini, wo die beiden MotoE-Piloten zu Hause sind.

«Das Problem war die Heimreise, aber nicht nur das», erzählte Ferrari, der Weltcup-Gesamtsieger des Vorjahres, «GPOne.com». «Unser Daten-Ingenieur musste frühzeitig nach Hause und das hat sich natürlich auf unsere Arbeit ausgewirkt. Und klar, du bist mit den Gedanken immer zu Hause. Sagen wir so, wenn man die Testfahrten hätte vermeiden können, wäre es besser gewesen. Aber sobald wir auf der Strecke waren, haben wir unseren Job gemacht.»

MotoE-Rookie Tommaso Marcon, Teamkollege von Lukas Tulovic bei Tech3 E-Racing, musste gleich mehrere Zwischenlandungen einlegen: Von Sevilla über Madrid und Frankfurt kam er schließlich bis nach Venedig. «Ich würde sagen, dass diese Heimreise eine ziemliche Odyssee war», gestand er den Kollegen von «corsedimoto.com».

Ähnlich erging es der Pramac-Truppe um Alex De Angelis, der schon im Vorfeld des MotoE-Tests Kritik geübt und den Verantwortlichen mangelnden Respekt für die Situation in Italien vorgeworfen hatte. Mit Zwischenlandung in Nizza kamen er und seine Reisegefährten schließlich nach Rom, von dort ging es im Auto weiter – natürlich mit der Eigenerklärung, die in Italien für all jene, die sich außerhalb ihrer Heimatgemeinde bewegen, seit einer Woche verpflichtend mitzuführen ist. Nach 21 Stunden erreichte der 36-jährige aus San Marino dann erschöpft sein Ziel.

Einzig der SIC58 Squadra Corse blieb die Odyssee erspart. Denn der Rennstall von Paolo Simoncelli war aufgrund der Corona-Krise erst gar nicht nach Andalusien gereist. Somit fehlen Mattia Casadei nun aber sämtliche Testkilometer auf der Energica Ego Corsa.

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