Marcel Schrötter: Mit 299,1 km/h Top-Speed in Losail

Von Waldemar Da Rin
Moto2
Marcel Schrötter in Doha

Marcel Schrötter in Doha

Die neuen 765-ccm-Dreizylinder-Einheitsmotoren für dei Moto2-WM haben ordentlich Dampf. In Australien wurden die Bikes 2019 sogar mit 303,2 km/h gemessen.

Marcos Ramirez und Marcel Schrötter verfehlten im Qualifying 1 beim Katar-GP auf dem Losail Circuit mit 299,1 km/h die 300er Schallmauer nur knapp. Unglaublich – und das mit einem modifizierten Standardmotor! Trevor Morris, Technical Director der Firma ExternPro, die die Motoren im Technopark MotorLand Aragón aufbaut und revidiert: «Wir haben letztes Jahr in Mugello mit 301 km/h und auf Phillip Island mit 303,2 km/h die 300-km/h-Schallgrenze überschritten. Darauf war man bei Triumph sehr stolz. Sie konnten das auch vermarkten, obwohl es sich bei der Speed Triple 765 um eine reine Straßenmaschine handelt, mit hohem Lenker und ohne Verkleidung. Ich weiß gar nicht, wie schnell die sind, ist aber egal, für Triumph war es gute Werbung.»

Morris weiter: «Solche Höchstgeschwindigkeiten in der Moto2 sind natürlich vor allem wegen dem Fahrwerk, der Elektronik und der Aerodynamik möglich. Das Straßenmodell ist meines Wissens auf 12.700/min pro Minute begrenzt, unsere Motoren drehen bis zu 14.000/min. Wir könnten problemlos den Motoren 10 oder 15 PS mehr Power geben, aber die jetzigen 140 PS reichen völlig aus und alle sind ja damit glücklich. Deshalb planen wir vorläufig mit der Elektronik keine weiteren PS-Freigaben. Die Traktionskontrolle wollen wir nie frei geben, die Fahrer sollen das Motorrad beim Beschleunigen selber spüren müssen.»

Ist es aber nicht sonderbar, wenn man von einem Motorrad «Made in England» spricht, das meiste aber in Thailand gebaut wird?

Trevor Morris: «Nun, das machen alle anderen Hersteller auch, es ist aber nicht so, dass alle Teile im Ausland fabriziert werden. Die heiklen Motorenteile werden nach wie vor in England bearbeitet. Die Kolben zum Beispiel sind von Mahle, also ein deutsches Produkt.»

Triumph hat letztes Jahr beim Silverstone-GP eine spezielle Moto2-Version für die Straße vorgestellt. Es wurden 765 Stück für die USA und die gleiche Anzahl für Europa und den Rest der Welt produziert. Innerhalb von viereinhalb Minuten waren alle Exemplare verkauft.

Das zurzeit «schärfste» Straßenmodell ist die Speed Triple 765 RS, sie wiegt leer 166 kg, leistet 123 PS und dreht bis 11.750/min.

Höchstgeschwindigkeiten werden schon seit längerem nicht mehr angegeben, aber sie dürfte bei diesem Modell bei mehr als 220 km/h liegen, wie ein Triumph-Händler versicherte.

In der Moto2-Weltmeisterschaft hat mittlerweile bei der Motorensteuerung (ECU) der italienische Hersteller Magneti Marelli das Kommando übernommen; die deutsche Firma 2D liefert noch die Verkabelung, also die Kabelbäume und die Sensoren. Das wäre zwar schade, meinte 2D-Data-Recording-Techniker Rainer Diepold. «Aber 40 Prozent der Moto2 Teams sind uns trotzdem treu geblieben und in der Moto3 vertrauen bis auf zwei Teams alle auf unsere Elektronik und unser Data Recording. Bei KTM zum Beispiel machen wir komplett alles.»

Die Firma «2D datarecording» von Dirk Debus & Rainer Diebold kann sich zwar bei Magneti Marelli die Daten anschauen, aber nichts daran verändern, denn dieser Zugang ist gesperrt. Sollte jemand auf die Idee kommen, die ECU knacken zu wollen, merken die Italiener das und können den Sünder zurückverfolgen.

Ergebnis Katar-GP, Moto2:

1. Nagashima, Kalex, 22 Runden in 40:00,192 
2. Baldassarri, Kalex, + 1,347 sec
3. Bastianini, Kalex, + 1,428
4. Roberts, Kalex, + 1,559. 5. Gardner, Kalex, 1,901.
6. Navarro, Speed Up, + 2,381. 7. Schrötter, Kalex, + 4,490. 8. Canet, Speed Up 9. Vierge, Kalex. 10. Lüthi, Kalex, + 8,904. 11. Bendsneyder, NTS 12. Bezzecchi, Kalex. 13. Di Giannantonio, Speed Up. 14. Dixon. 15. Manzi, MV Agusta. – Ferner: 23. Raffin, NTS, + 34,664.

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