Jarno Janssen (NTS): «Habe Vertrauen in Jesko Raffin»

Von Waldemar Da Rin
Moto2
Jesko Raffin ist 2020 Moto2-Stammfahrer im NTS RW Racing GP Team

Jesko Raffin ist 2020 Moto2-Stammfahrer im NTS RW Racing GP Team

Bo Bendsneyder zeigte beim Moto2-Auftakt in Doha/Katar, dass die 2020er-NTS Potenzial hat. Sein RW-Racing-Teamkollege Jesko Raffin hatte dagegen Mühe. Aber Teamchef Jarno Janssen traut dem Schweizer noch einiges zu.

Mit Platz 11 in Losail startete Bo Bendsneyder (21) stark in die Saison, sein Teamkollege im NTS RW Racing GP Team, der 23-jährige Zürcher Jesko Raffin, blieb als 23. noch ohne WM-Punkte.

Teamchef Jarno Janssen ist sich sicher, dass auch der Schweizer weiter vorne mitmischen kann. «Er hat schon mehrmals gezeigt, dass er sehr schnell ist, auf verschiedenen Strecken. 2019 war er in Katar 14., da hat er ein gutes Rennen gezeigt. Ich glaube aber, dass die Woche in Katar in diesem Jahr schwierig für ihn war, weil er die zwei Stürze aus Jerez mitgenommen hat. Dann kam ein weiterer Sturz in Katar dazu... Wir wissen alle, dass er eigentlich keiner ist, der oft stürzt. Es dauert dann einfach ein bisschen. Man hat es auch bei Tom [Lüthi] gesehen. Wenn du zweimal stürzt, dann kannst du so viel Erfahrung haben, wie du willst. Dann ist das im Kopf», seufzte der Niederländer.

«Raffin hat das Gefühl nicht gefunden», fuhr Janssen fort. «Ich muss sagen, dass er am Samstag eine gute Leistung gezeigt hat. Aber wenn du in diesem Umfeld einen Tag lang nicht gut drauf bist und fünf Zehntel verlierst, dann bekommst du diese fünf Zehntel nicht mehr zurück. Das ist das schwierige an der Moto2. Wenn du an der Strecke bist, dann siehst du mit freiem Auge nicht, das ist ein Top-10-Fahrer und der fährt auf Platz 20. Der Unterschied ist so gering, das macht es sehr schwierig. Ich habe Vertrauen in Raffin, viel Vertrauen – und ich behalte es, wir haben gerade erst jetzt angefangen. Vielleicht ist die Pause, die wir jetzt haben, gut für ihn.»

Sein Landsmann Bendsneyder bescherte dem RW-Racing-Teammanager schon im ersten Rennen der Saison 2020 ein Erfolgserlebnis. «Bo ist ein sehr guter Fahrer», betonte Janssen. «Er hat es gezeigt, sonst wirst du nicht so überlegen Gesamtsieger im Rookies Cup, wie er es getan hat. Er ist noch sehr jung, er ist gerade erst 21 Jahre alt geworden. Einige Fahrer schaffen es sehr schnell, andere brauchen etwas mehr Zeit. Das Vorjahr war für ihn sehr schwierig. Das Motorrad war auch schwierig, es hatte sehr viele positive Seiten, aber eben auch einige negative. Dann ist es sehr schwierig, in dieser Klasse mitzufahren.»

Der niederländische Rennstall ist als einziges Moto2-Team seit 2018 mit dem japanischen NTS-Chassis unterwegs. «Jetzt sieht es so aus, als hätten wir mit dem Motorrad vielleicht einen kleinen Schritt gemacht. Die Jungs sind sehr positiv, Bendsneyder ist sehr positiv. Wir müssen aber arbeiten, denn alle arbeiten wie verrückt. Das müssen wir auch tun. Wir müssen schauen, dass wir das, was wir jetzt haben, nicht verlieren. Dann kann Bendsneyder, wenn er etwas mehr Vertrauen hat, auch am Anfang des Rennens einen Schritt machen. Das ist sehr wichtig. Der Katar-GP war gut, aber wir haben gesehen, dass er zu Beginn etwas zu vorsichtig war und drei bis fünf Plätze verloren hat. Dann hielt er sich um Platz 11, 12 oder 13 auf. Aber nach zehn Runden war er einer der Schnellsten. Da müssen wir jetzt arbeiten, damit wir immer vorne dabei sein können.»

Die Körpergröße scheint kein allzu großer Nachteil zu sein, denn auch Sky-VR46-Fahrer Luca Marini (Kalex) fährt mit seinen 1,84 m an der Spitze mit. «Nein, aber das Gewicht ist auch wichtig. Beide Fahrer, Bo und Jesko, haben im Winter sehr hart gearbeitet. Ich glaube, Jesko war 2,8 kg leichter. Bo wog im Vorjahr beim letzten Rennen 84 kg, jetzt 80,8 kg. Er hat 3,2 kg verloren. Und auch das Motorrad hat fast 4 kg abgenommen, das ist auch ein großer Schritt. Wir liegen aber noch immer 7 kg über dem Mindestgewicht», verriet Janssen.

Es wird wohl schwierig werden, noch weiter nach unten zu gehen. «Das ist sehr schwierig, aber glaub mir, nicht viele sind auf dem Gewicht. Das Problem sind auch die Kombis mit Airbag und allem. Die ist vielleicht 2 kg schwerer als in früheren Jahren. Aber das ist für alle gleich», so der niederländische Teamchef.

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