Joe Roberts: Wie er dank John Hopkins aufblühte

Von Günther Wiesinger
Moto2
In der Box in Doha: Hopkins, Crew-Chief Nicastro und Roberts

In der Box in Doha: Hopkins, Crew-Chief Nicastro und Roberts

Als sich Joe Roberts in der Moto2-WM mit NTS und KTM abmühte, wurde er vielfach als talentfrei taxiert. In Katar entpuppte er sich als Sieganwärter. Riding-Coach John Hopkins hat großen Anteil daran.

Der Amerikaner Joe Roberts zählte zu den großen Überraschungen des Moto2-WM-Auftakts auf dem Losail Circuit in Doha/Katar. Er erzielte auf der Kalex des Teams American Racing von Eithan Butpul die Trainingsbestzeit und schaffte im Rennen den vierten Platz. Das war ein unerwarteter Durchbruch. Denn der Kalifornier (mit Ex-Weltmeister Kenny Roberts nicht verwandt) kam im Vorjahr in der WM über Rang 28 (mit vier Punkten) nicht hinaus.

«Ich bin in Doha sowohl am Freitag als am Samstag unter dem Rundenrekord geblieben», freut sich Roberts. «Es ist überwältigend, was ich da als Amerikaner für Amerika geschafft habe. Ich bedanke mich bei meinem Teams, das mich auf dieses Niveau gebracht hat. Das ist großartig.»

Was hat sich bei Roberts verändert seit 2019, abgesehen vom Wechsel von KTM auf Kalex und der Neuverpflichtung von Riding Coach John Hopkins?

«Es hat sich eine Menge verändert», sagt Joe. «ich habe jetzt eine Kalex, ein tadelloses Motorrad, das die Weltmeisterschaft sehr oft gewonnen hat. Ich wollte dieses Bike schon seit vielen Jahren fahren. Dazu habe ich mit Lucio Nicastro einen neuen Crew-Chief bekommen, der hat sehr viel Erfahrung mit anderen Teams und anderen Fahrern. Die Statistik zeigt, dass alle Fahrer bei ihm ihre beste Saison erlebt haben. Ich möchte ihn deshalb in dieser Saison unbedingt stolz machen…»

«Auch die Ankunft von Riding Coach John Hopkins hat sich als wertvolle erwiesen. Er hat ein immenses Wissen und hat mir in kurzer Zeit sehr viel beigebracht. Wir haben im Winter eng zusammengearbeitet. Ohne ihn wäre mein Erfolg in Katar nicht vorstellbar gewesen. Er geht immer raus auf die Strecke und beobachtet Dinge, bei denen ich mich verbessern muss. Er schafft es auch, die gute Laune und den Spaß in der Box aufrecht zu erhalten. Die Moto2-WM ist mein Traum, und wir können dieses Traum jetzt gemeinsam leben. Das ist wundervoll.»

Der ehemalige MotoGP-Werksfahrer John Hopkins (Suzuki und Kawasaki) spricht von einer märchenhaften Zusammenarbeit. «Es ist unglaublich, wie stark sich Joe verbessert hat», sagte der Brünn-MotoGP-Zweite und WM-Vierte von 2007. «Er hat in Katar eine ausgezeichnete Performance geleistet. Wir haben in kurzer Zeit riesige Fortschritte gemacht. Es ist unglaublich. Ich fühle mich in meiner neuen Rolle als Riding Coach jetzt besser als in meiner ganzen aktiven Zeit als Rennfahrer. Die Zusammenarbeit wurde von meinem alten Trainier eingefädelt, der mit American-Racing-Teambesitzer Eithan Butpul im Gespräch war. So hat sich das ergeben. Wir haben dann die Zusammenarbeit mit Joe begonnen. Eithan wollte sein Team auf einen höheren Level bringen und erstmals einen Riding Coach engagieren. ich hatte vorher nie das Vergnügen, Joe kennenzulernen. Wir haben uns erst im vergangenen Winter erstmals getroffen. Ich habe mich auf diesen Deal eingelassen, obwohl ich keine Ahnung hatte, was mich erwarten würde. Wir haben dann im Winter alle möglichen Trainings absolviert – Motocross, Road Racing, Supermoto, Minibike-Riding uns so weiter.»

«Von der ersten Sekunde an, als ich Joe auf der Strecke beobachtet habe, ist mir sofort klar geworden: Es besteht hier nicht der geringste Mangel an Talent. Wir haben uns dann den ganzen Winter lang viel unterhalten. Ich habe ihn gefragt: Wo siehst du auf der Rennstrecke deine Stärken? Wo vermutest du Schwächen? Zum Glück waren seine Stärken und Schwächen sehr ähnlich zu jenen, die mich durch meine ganze Karriere begleitet haben. Ich erinnerte mich noch genau daran, wie ich damals an meinen Schwächen gearbeitet und sie ausgemerzt habe. und Joe hat jeden Ratschlag, den ich ihm gegeben habe, sofort in die Tat umgesetzt. Dadurch kam es zu diesen plötzlichen Steigerung. Außerdem verstehen wir uns wirklich ausgezeichnet. Joe ist ein großartiger Bursche. ich habe nie einen jungen Kerl getroffen, der mit beiden Füssen so fest auf dem Boden stand und so bescheiden war.»

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