MX-Rückblick 2015-5: Pech für Roczen, Tomac & Desalle

Von Thoralf Abgarjan
Motocross
Nach dem Ausfall von Villopoto wird die WM zum Dreikampf zwischen Max Nagl, Antonio Cairoli und Clement Desalle. Der Start der US-Outdoors bringt Ken Roczen wenig Glück, doch der Deutsche kämpft sich zurück.

Der Mai 2015 beginnt pompös: Supercross Weltmeister, Ryan Dungey (KTM), gewinnt auch das finale Rennen des Jahres in Las Vegas, doch das Fahrerfeld ist inzwischen durch zahlreiche Verletzungen ausgedünnt: Ken RoczenTrey Canard und zuletzt auch Andrew Short mussten die Saison vorzeitig beenden.

Der Franzose Marvin Musquin (KTM) wird Ostküstenmeister und Cooper Webb (Yamaha) setzt sich an der Westküste durch. Mit einem Sieg beim 'East-West-Shootout' beendet Musquin die Supercross-Saison bravourös.

Ryan Villopoto kann in Spanien nicht antreten. Bei ihm wird eine Wirbelquetschung diagnostiziert.

Bei Antonio Cairoli setzt sich die Erkenntnis durch, dass er seinen Titel nur verteidigen kann, wenn er von der 350er auf die 450er KTM umsteigt und er wechselt mitten in der Saison sein Arbeitsgerät.

Max Nagl ist in Topform, setzt sich in Talavera gegen Clement Desalle und Weltmeister Antonio Cairoli durch und holt den 5. Laufsieg der Saison. Im zweiten Lauf hat der Deutsche ein wenig Pech, doch Nagl bleibt WM-Führender.

In der MX2-Klasse fliegt Dominator Jeffrey Herlings (KTM) per 'highsider' brutal ab, erreicht aber dennoch das Grand-Prix-Podium. Der Schweizer Valentin Guillod feiert in Spanien seinen ersten Grand-Prix-Sieg. In der WM beginnt sich aber Herlings mit einem Vorsprung von 56 Punkten bereits abzusetzen.

Nur zwei Wochen nach dem Ende der Supercross-Meisterschaft beginnt in den USA in Hangtown bereits die Freiluftsaison, die zum Desaster für Titelverteidiger Ken Roczen wird. Nach der verkorksten Supercross-WM hoffen die deutschen Fans nun auf einen Neustart. Roczen startet jetzt mit der Startnummer 1, statt mit seiner Karrierenummer 94. Doch das bringt dem Thüringer kein Glück: Er kämpft nicht nur mit seiner noch immer nicht ausgeheilten Bänderverletzung aus Atlanta, sondern leidet zusätzlich unter einem Ermüdungsbruch des Lendenwirbels L5 infolge einer älteren Verletzung. Der Thüringer scheint weit weg von seiner gewohnten Form zu sein.

Im ersten Lauf von Hangtown ist Roczen ein Schatten seiner selbst, fällt nach der Hälfte des Rennens weit auf Rang 19 zurück. Der Thüringer leidet ganz offensichtlich unter heftigen Schmerzen. Er nimmt keinen Sprung mehr voll und rollt nur noch um den Kurs, während Honda-Pilot Eli Tomac die gesamte Konkurrenz düpiert und den Saisonauftakt mit mehr als anderthalb Minuten Vorsprung vor Ryan Dungey gewinnt.

Eli Tomac gewinnt auch den zweiten Lauf von Glen Helen und Ken Roczen erreicht trotz seiner Rückenverletzung Rang 3 im zweiten Lauf.

Die WM zieht in die grünen Wiesen von Winchester. David Guarneri stürzt in Lauf 1 vom Matterley Basin und bleibt an einer unübersichtlichen Stelle regungslos am Boden liegen. Die Rennleitung tut das einzig Richtige und bricht das Rennen ab. Diese Situation spielt dem WM-Führenden Max Nagl in die Karten, der nach einem Sturz weit zurückgefallen war. Doch nach dem Neustart werden die Karten neu gemischt, Nagl erreicht hinter Cairoli und Desalle Rang 3 und verteidigt das 'redplate' des WM-Führenden.

Ausgerechnet bei seinem Heimrennen in Thunder Valley stürzt der Outdoors-Überflieger Eli Tomac und kugelt sich dabei die Schulter aus.

Tomacs Saison ist durch diesen Zwischenfall beendet. Ken Roczen kommt Ende Mai immer besser in Fahrt und beendet das Rennen in Colorado mit den Plätzen 3 und 2. Der Thüringer erreicht Gesamtrang 2.

Clement Desalle erwischt es am gleichen Tag: Im Qualifikationsrennen zum Großen Preis von Frankreich verletzt er sich -wie Eli Tomac- die Schulter. Er versucht es in Lauf 1, doch er muss einsehen, dass eine Fortsetzung unter diesen Umständen zwecklos ist. Der belgische Titelaspirant Desalle muss sich in Frankreich aus dem WM-Kampf verabschieden.

Ein neuer Stern geht Ende Mai am Motocross-Himmel auf: Der französische Yamaha-Werksfahrer Romain Febvre gewinnt vor heimischem Publikum seinen ersten MXGP-Sieg, doch die WM-Führung behält weiterhin Max Nagl durch ein taktisch kluges Rennen.

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