Massimo Rivola (Aprilia): «Aerodynamik ist Minenfeld»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Massimo Rivola kam aus der Formel 1 zu Aprilia

Massimo Rivola kam aus der Formel 1 zu Aprilia

Am heutigen Montag oder am Dienstag wird die Entscheidung im Fall Ducati fallen. Aprilia-Rennchef Massimo Rivola hält es für möglich, dass der umstrittene Hinterradflügel bleiben kann: «Dann passen wir uns an.»

«Wir haben nie verlangt, dass der Sieg von Dovizioso annulliert wird – zumindest wir und Suzuki nicht», stellte Aprilia-Rennchef Massimo Rivola ein weiteres Mal klar. Nachdem der «FIM MotoGP Court of Appeal» am Freitag tagte, soll am Montag oder am Dienstag eine Entscheidung in der Affäre um den umstrittenen Hinterradflügel an der Desmosedici GP19 fallen.

«Nach der Anhörung erwarte ich mir keine Änderungen des Regelwerks in kurzer Zeit, sondern dass die Leute verstehen, dass aus technischer Sicht mehr Klarheit notwendig ist. Es kann nicht sein, dass ein Technical Director ein Teil für gut befindet, indem er sich zehn Minuten in die Box setzt – ohne irgendwelche Daten, vor allem wenn es um Elemente geht, die einen klaren Einfluss auf die Aerodynamik haben», erklärte der ehemalige Ferrari-Sportdirektor im Interview mit Sky Sport Italia. «Meine Erfahrung aus der Formel 1 sagt mir, dass die Aerodynamik ein Minenfeld ist», ergänzte er.

«Wenn die MotoGP-WM sich auf die Entwicklung der Aerodynamik einlässt, riskieren wir, eine Menge Geld für marginale Vorteile auszugeben. Da die wichtigsten Regeln im Hinblick auf eine Kostenreduzierung aufgestellt wurden – nur zwei Aero-Pakete sind erlaubt – bekommt es eine andere Bedeutung, in den wenigen nicht limitierten Bereichen nach Performance zu suchen», unterstrich Rivola, der noch einen zweiten Aspekt ins Spiel brachte: «Auch die Rechtmäßigkeit zu kontrollieren, wird sehr schwierig.»

Aprilia fühlt sich im Fall Ducati besoders betroffen, weil der Technical Director der MotoGP-WM, Danny Aldridge, dem Hersteller zu Beginn des Jahres eine Absage erteilt, als sie an einem ähnlichen Element arbeiten wollten. «Genau aus diesem Grund ist uns der Zusatz [an der Ducati] auch vor den anderen Teams aufgefallen», fügte Rivola hinzu.

Wie geht es nun weiter? «Wir warten das Urteil am Montag oder Dienstag ab, aber ehrlich gesagt glaube ich, dass der Zusatz bleiben kann. Ich frage mich aber: 'Wo ist das Limit?' Ich möchte eine Eskalation von Erfindungen vermeiden, auch wenn es schön ist, das Limit des Reglements auszuloten. Ich wollte einen Alarmglocke läuten, ich hoffe, dass man das verstanden hat», fasste der Aprilia-Rennleiter zusammen.

Als MotoGP-Neuling gehe es ihm nicht darum, jemanden zu beleidigen. «Ich habe gesehen, was nicht funktioniert und darüber mit Ezpeleta und Dall'Igna gesprochen, bevor ich gehandelt habe. Offensichtlich fühlten sie sich sicher und wahrscheinlich hatten sie Recht damit. Dann werden wir uns anpassen müssen.»

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