MotoGP

Sepang-Test: Max Biaggi spricht Klartext

Von Nora Lantschner - 22.01.2020 17:35

Aprilia-Botschafter Max Biaggi erklärt, warum der Sepang-Test auf der RSV4 X für ihn persönlich so wichtig war und warum das nichts mit dem IRTA-Test der MotoGP-Klasse an selber Stelle zu tun hat.

Seit Andrea Iannone nach dem positiven Doping-Test für den ersten MotoGP-Test des Jahres mehr als fraglich ist und Max Biaggi von seinem Ausritt auf der Aprilia RSV4 X Limited Edition auf dem Sepang International Circuit schwärmte, brodelte die Gerüchteküche. Der sechsfache Weltmeister heizte mit seinen Aussagen die Spekulationen darüber, dass er Anfang Februar in Malaysia auch die neue RS-GP testen könnte, selbst an.

Nun sprach Biaggi aber Klartext: «Den Test in Malaysia mit meiner RSV4 X wollte ich unbedingt, er wurde mit viel Vorlauf geplant», schrieb der Italiener auf seine Facebook-Seite. «Ich flog auf die andere Seite der Welt, weil ich mich auf die Probe stellen wollte und musste, auf einer Strecke, die für mich viel bedeutete. Drei Jahre nach dem schlimmen Unfall in Latina und mit dem Alter, das unweigerlich voranschreitet, könnt ihr mir glauben, dass ich Zeit brauchte, um gewisse Mechanismen wiederzurückfinden», verwies der 48-Jährige auf den schweren Supermoto-Unfall im Juni 2017, den er endgültig vergessen machen wollte.

«Mit 160 Runden an den drei Tagen in Sepang habe ich meinen Körper und meinen Geist auf die Probe gestellt, um zu verstehen, ob alles hinter mir lag. Es geschafft zu haben, diesen Felsen zu überwinden, erfüllt mich mit großer Genugtuung – als Fahrer und als Mensch! Heute kann ich sagen, dass ich den Unfall, der mir fast das Leben gekostet hat, voll und ganz überwunden habe. Das ist die größte Genugtuung, die ich aus diesem dreitägigen Test in Malaysia mitnehmen konnte! Die ausgezeichneten Rundenzeiten, die ich fahren konnte, sind die natürliche Folge einer genau geplanten und gründlichen Arbeit und einer Geschwindigkeit, die mich – ‚verdammt noch mal‘ – noch nicht loslässt. Das war die wahre Moral hinter diesen drei Testtagen auf dem Sepang Circuit.»

«Dazu wollte ich der Erste sein, der euch sagt, dass ich für den MotoGP-Test nicht in Malaysia sein werde», wandte Biaggi sich an seine Fans. «Bestimmte Ereignisse, die vorgefallen sind, haben uns allen ermöglicht, eine Reihe von Hypothesen aufzustellen, aber ich muss euch mit großer Gelassenheit sagen, dass ein eventueller Test weder von mir noch von Aprilia geplant wurde.»

Eine Hintertür ließ sich der vierfache 250er-Weltmeister und zweifache Superbike-Champion für die Zukunft aber doch noch offen: «Ich bin stolz darauf, Markenbotschafter für Aprilia zu sein, und wenn mich meine Freunde von Aprilia Racing einmal brauchen sollten, werde ich bereit sein», versprach Biaggi. «Ich hatte nie Angst vor Herausforderungen, ich habe vielmehr immer versucht zu arbeiten, um sie als Sieger zu überwinden.»

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