Pol Espargaró: «Die MotoGP-KTM passt perfekt zu mir»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Pol Espargaró im November auf der 2020-KTM

Pol Espargaró im November auf der 2020-KTM

In drei Jahren ist noch kein MotoGP-Pilot mit der KTM-RC16 so schnell gefahren wir Pol Espargaró.

Pol Espargaró geht mit viel Zuversicht in die neue MotoGP-Saison. Denn die letzten beiden MotoGP-Tests im vergangenen November in Valencia und Jerez beendete er jeweils auf dem neunten Gesamtrang. Den Sepang-Test 2019 schloss er hingegen an 18. Position ab, auf dem Losail Circuit stand er vor einem Jahr nach drei Testnächten auf Rang 8 in der Ergebnisliste.

Der Red Bull KTM-Factory-Pilot ist bisher der erfolgreichste MotoGP-Pilot von KTM, er hat drei Jahre lang in der WM als bester RC16-Pilot abgeschnitten, er hat in den ersten zwei KTM-Jahren sechs Top-Ten-Plätze erkämpft – und 2019 acht weitere. Obendrein hat er für den ersten Podestplatz der KTM RC16 gesorgt – mit Rang 3 im regenrennen von Valencia 2018.

Pol Espargaró hat seine Ausbaute 2019 mit 100 Punkten gegenüber 2019 (51 Punkte) fast verdoppelt. Und er weiß, dass das neue KTM-Paket mit dem modifizierten Stahlrahmen eine Basis für eine weitere Steigerung bietet.

Pol Espargaró testete am Dienstag nach dem WM-Finale auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia die neue Chassis-Version mit dem neuartigen Stahlrahmen, der zu 80 Prozent aus dünnwandigen Stahlrohren besteht, aber zu ca. 20 Prozent aus viereckigen Formen aus Stahl. «Die DNA von KTM wird mit diesem Konzept nicht aufs Spiel gesetzt», ist Pol überzeugt. «Dieses neue Chassis ist sicher eine wichtige Errungenschaft. Ein wichtiger Schritt für die Factory. Wir ändern unsere DNA und unseren Stil nicht. Aber wir wollten herausfinden, wie sinnvoll es ist, so eine Art von Chassis zu machen und warum unsere Gegner alle Chassis mit viereckigen Profilen erzeugen. Wir haben jetzt den ersten kleinen Schritt gemacht. Wir werden in diese Richtung weiter marschieren, denn sie hat sich als nützlich erwiesen. Und keine Angst – das Chassis besteht weiter zu 100 Prozent aus Stahl. Das Material ist exakt das Gleiche wie bisher. Aber viel, viel leichter.»

KTM macht natürlich ein Geheimnis aus der Wandstärke der Rohre, sie dürfte aber im Bereich von bei 0,3 oder 0,4 Millimetern liegen. Zur Erinnerung: MZ verbaute an der Moto2 vor neun Jahren noch 0,8 mm dicke Stahlrohre.

«Bei uns hat sich nichts geändert. Wir haben immer noch einen Gitterrohrstahlrahmen. Eckige Rohre haben wir schon immer verbaut, zum Beispiel im Bereich der Fussrastenbefestigung. Und wenn ich mich bei KTM in der Motocross-Rennabteilung umschaue, sehe ich überall Rahmen mit viereckigen oder kantigen Rohren», betont KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer.

Pol Espargaró hat sich 2019 im FP4 beim Aragón-GP einen Bruch des Radiusknochens im rechten Handgelenk zugezogen. Er wurde operiert – und kehrte trotz der Schmerzen in Buriram beim nächsten Rennen zurück. «KTM braucht mich», stellte er nüchtern fest.»

Niemand widersprach, denn Zarco war entlassen worden, Ersatzmann Kallio fehlte der Speed, Oliveira litt unter der lädierten Schulter.

Warum hat es in drei Jahren bisher kein Fahrer geschafft, mit der KTM schnell zu fahren als Pol Espargaró? «Ja, es gab aber im Vorjahr einige Rennen, bei denen Miguel Oliveira schnell war und er dicht hinter mir war», hält der 27-jährige Spanier fest. «Nicht bei allen, sicher. Aber dieses Motorrad ist trickreich, das wissen wir alle, es ist schwierig zu fahren. Wenn du am Limit fahren willst, darfst du dich keinen Augenblick entspannen, du musst unbarmherzig pushen. Ich weiß nicht, wie und warum, aber ich mag die Art und Weise, wie man dieses Bike ans Limit bringen muss. Mir gefällt das, meine Fahrweise passt zur KTM.»

Pit Beirer sagte nach der Entlassung von Johann Zarco, man werde nie wieder einen Yamaha-Fahrer engagieren. Denn Bradley Smith hatte mit der KTM seine Mühe, Zarco und Syahrin ebenfalls.
Aber auch Pol Espargaró kam von Tech3-Yamaha zu KTM – er fuhr drei Jahre mit der M12. Er lacht. «Ich hatte Mühe mit der Yamaha. Als ich bei Tech3 gefahren bin, habe ich auf dem Bike nie wohl gefühlt. Ich war nicht schnell genug, ich hatte wirklich Mühe. Ich habe vor den Medien nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich dort nicht happy war. Ich konnte mit der M1 nicht so fahren, wie es mir gefällt. Ich habe versucht, den Fahrstil anderer Fahrer zu kopieren, zum Beispiel von Lorenzo. Aber das ist nicht der richtig Weg, um wirklich schnell zu sein.»

Jerez-Test, 25. und 26. November:

1. Viñales, Yamaha, 1:37,131 min
2. Marc Márquez, Honda, 1:37,820 min, + 0,689 sec
3. Rins, Suzuki, 1:37,837, + 0,706
4. Quartararo, Yamaha, 1:37,885, + 0,754
5. Mir, Suzuki, 1:37,959, + 0,828
6. Dovizioso, Ducati, 1:37,986, + 0,855
7. Morbidelli, Yamaha, 1:38,100, + 0,969
8. Miller, Ducati, 1:38,113, + 0,982
9. Pol Espargaró, KTM, 1:38,211, + 1,080
10. Crutchlow, Honda, 1:38,253, + 1,122
11. Rossi, Yamaha, 1:38,352, + 1,221
12. Petrucci, Ducati, 1:38,358, + 1,227
13. Iannone, Aprilia, 1:38,442, + 1,311
14. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:38,500, + 1,369
15. Rabat, Ducati, 1:38,813, + 1,682
16. Guintoli, Suzuki, 1:38,962, + 1,831
17. Alex Márquez, Honda, 1:39,224, + 2,093
18. Smith, Aprilia, 1:39,588, + 2,457
19. Pedrosa, KTM, 1:39,594, + 2,463
20. Pirro, Ducati, 1:39,652, + 2,521
21. Lecuona, KTM, 1:39,880, + 2,749
22. Binder, KTM, 1:39,943, + 2,812
23. Granado, Ducati, 1:43,056, + 5,925

Valencia-Test, Gesamtwertung 19./20. November:

1. Viñales, Yamaha, 1:29,849 min
2. Quartararo, Yamaha, 1:30,013 min, + 0,164 sec
3. Morbidelli, Yamaha, 1:30,114, + 0,265
4. Crutchlow, Honda, 1:30,316, + 0,467
5. Mir, Suzuki, 1:30,427, + 0,578
6. Rins, Suzuki, 1:30,503, + 0,654
7. Marc Márquez, Honda, 1:30,556, + 0,707
8. Dovizioso, Ducati, 1:30,665, + 0,816
9. Pol Espargaró, KTM, 1:30,685, + 0,836
10. Rossi, Yamaha, 1:30,781, + 0,932
11. Miller, Ducati, 1:30,854, + 1,005
12. Rabat, Ducati, 1:31,258, + 1,409
13. Pirro, Ducati, 1:31,424, + 1,575
14. Petrucci, Ducati, 1:31,433, + 1,584
15. Pedrosa, KTM, 1:31,470, + 1,621
16. Lecuona, KTM, 1:31,515, + 1,666
17. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:31,526, + 1,677
18. Abraham, Ducati, 1:31,597, + 1,748
19. Bradl, Honda, 1:31,657, + 1,808
20. Iannone, Aprilia, 1:31,674, + 1,825
21. Smith, Aprilia, 1:32,090, + 2,241
22. Alex Márquez, 1:32,235, + 2,386
23.
Binder, KTM, 1:32,367, + 2,518

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