Mike Leitner (KTM): «Kann nie einen Sieg erwarten»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Mike Leitner: Der Lohn für Jahre harter Arbeit

Mike Leitner: Der Lohn für Jahre harter Arbeit

Der erste MotoGP-Sieg durch Brad Binder, Platz 2 in der Konstrukteurs-WM: KTM kommt voll motiviert zum ersten Heim-GP nach Spielberg. Red Bull-KTM-Teammanager Mike Leitner blickt zurück und voraus.

Rookie Brad Binder bescherte Red Bull KTM am Sonntag in Brünn einen historischen Moment: «Wir haben am Sonntag Geschichte geschrieben. In dieser verrückten Saison den dritten Grand Prix zu gewinnen, ist unglaublich», schwärmte Teammanager Mike Leitner. «Wir wären auch dazu in der Lage gewesen, mit Pol einen zweiten Fahrer auf das Podest zu bringen. Aber dass Brad es nach Hause gebracht hat, ist etwas für die Geschichtsbücher.»

Erst 2017 war der österreichische Hersteller mit der ersten vollen WM-Saison richtig in die Königsklasse der Motorrad-WM eingestiegen. «Viele Leute waren involviert, wir haben bei KTM eine komplette Infrastruktur aufgebaut», erinnerte Leitner. «Es ging jeden Tag ums Rennfahren: Die Leute hatten die richtige Einstellung zu pushen, weil wir im Vergleich zur langen Geschichte der anderen Hersteller, gegen die wir antreten, aufholen mussten. Wenn ich jetzt zurückschaue auf diese drei Jahre, dann hatten wir viel Auf und Ab, aber am Sonntag haben wir alles zurückbekommen. Schon in Jerez haben wir in den zwei Rennen gesehen, dass wir viel näher an der Spitze dran waren. Dann auf dieser schwierigen, technisch anspruchsvollen und langen Strecke in Brünn mit unserem Motorrad und einer ganz anderen Philosophie zu gewinnen, mit unserem Stahl-Chassis und den Federelementen von WP, ist eine schöne Belohnung für jede einzelne Person, die in das Projekt involviert ist.»

«Die Vorstandsmitglieder hatten ein klares Ziel, als wir in die MotoGP gekommen sind», verwies Leitner unter anderem auf die stets ehrgeizigen Vorgaben des Vorstandsvorsitzenden Stefan Pierer. «Es ging nicht nur darum, ein Teil der MotoGP zu sein, sie haben es wirklich ernst genommen, um auch erfolgreich zu sein. Ich bin wirklich glücklich, dass wir ihnen etwas zurückgeben können, es ist auch finanziell ein großes Engagement, auch von Seiten unseres Hauptsponsors. Sie stehen alle 100 Prozent hinter diesem Projekt. Es war ein ziemlich steiler Weg, aber wir hatten Leute, die vom ersten Tag an sehr hart gearbeitet haben, als wir mit unserem Testfahrer Mika angefangen haben. Auch Alex Hofmann war da beteiligt, 2016 hatten wir ein paar Testfahrer.»

Entscheidend war aber auch die Verpflichtung von Edeltester Dani Pedrosa, der nach insgesamt 54 GP-Siegen und vielen Jahren bei Repsol Honda am Ende der Saison 2018 zum österreichischen MotoGP-Projekt stieß.

«Dani hat insgesamt einen großartigen Job gemacht seit dem Vorjahr, als er mit den Tests begann. Aus seiner Erfahrung kamen viele Inputs», lobte Leitner. «Als er zum Projekt kam, wusste ich, dass es ein weiterer Schub für die Qualität des Motorrads sein würde. Als wir in den ersten zwei Jahren einfach noch alle Dinge an den GP-Wochenenden testen mussten, war es für die GP-Fahrer ziemlich hart, alles unter Kontrolle zu haben. Testen und Rennfahren ist ziemlich schwierig. Dani war da eine große Hilfe in eine gute Richtung. Aber man muss auch sagen, Pol hat in den vergangenen Jahren einen großartigen Job gemacht. Er ist ein echtes Rückgrat des Projekts. Nun haben wir mit Brad wieder einen sehr talentierten Fahrer, wir kennen ihn bei KTM sehr gut aus dem Rookies Cup, der Moto3 und Moto2 – und jetzt in der MotoGP. Dass er dort das dritte Rennen seiner Karriere gewinnen kann, ist unglaublich.»

«Wir haben das ganze Wochenende über gespürt, dass wir auf der Strecke wirklich konkurrenzfähig waren. Pol ist großartige Rundenzeiten gefahren und auch Brad und Miguel. Wir haben uns vom Rennen also etwas erwartet, aber das es der Sieg wurde, war unglaublich», war der Red Bull-KTM-Teammanager noch immer überwältigt. Dabei war Pol Espargaró zuvor auf Platz 4 liegend in aussichtsreicher Position abgeflogen. «Wir haben in den Long-Runs gesehen, dass Brads Pace wirklich schnell war. Ich muss dazusagen, dass Pol auf demselben Level war. Es hätte also noch besser laufen können, auch wenn wir natürlich glücklich mit dem sind, was wir geschafft haben. Es war schade, dass wir ihn im Rennen verloren haben. Miguel ist auch ein sehr gutes Rennen gefahren mit dem sechsten Platz. Insgesamt sind wir sehr glücklich.»

Beste Voraussetzungen also vor dem doppelten Heim-GP der KTM-Truppe auf dem Red Bull Ring in Spielberg. Liegt die Erwartungshaltung jetzt deutlich höher? «Man kann nie einen Sieg erwarten. Wir wissen, dass nicht alle Wochenenden wie in Brünn sein werden, aber wir wissen auch, was es in der MotoGP braucht. Die Motivation wird sicher groß sein», schickte Leitner voraus. «Wir werden erneut hart arbeiten und uns gut auf das Rennen vorbereiten. Wir werden das Ergebnis nehmen, das kommt. Aber natürlich ist unser Ziel jetzt, um große Dinge zu kämpfen. Wir werden sehen, wie es läuft.»

Ergebnis Brünn-GP, MotoGP, 9. August:

1. Binder, KTM, 41:38,764 min
2. Morbidelli, Yamaha, + 5,266 sec
3. Zarco, Ducati, + 6,470
4. Rins, Suzuki, + 6,609
5. Rossi, Yamaha, + 7,517
6. Oliveira, KTM, + 7,969
7. Quartararo, Yamaha, + 11,827
8. Nakagami, Honda, + 12,862
9. Miller, Ducati, + 15,013
10. Aleix Espargaró, Aprilia, + 15,087
11. Dovizioso, Ducati, + 16,455
12. Petrucci, Ducati, + 18,506
13. Crutchlow, Honda, + 18,736
14. Viñales, Yamaha, + 19,720
15. Alex Márquez, Honda, + 24,597
16. Rabat, Ducati, + 29,004
17. Smith, Aprilia, + 32,290
18. Bradl, Honda, + 55,977

WM-Stand nach 3 von 14 Rennen:

1. Quartararo, 59 Punkte. 2. Viñales 42. 3. Morbidelli 31. 4. Dovizioso 31. 5. Binder 28. 6. Zarco 28. 7. Rossi 27. 8. Nakagami 27. 9. Miller 20. 10. Rins 19. 11. Pol Espargaró 19. 12. Oliveira 18. 13. Alex Márquez 13. 14. Mir 11. 15. Petrucci 11. 16. Bagnaia 9. 17. Rabat 7. 18. Aleix Espargaró 6. 19. Crutchlow 6. 20. Smith 5.

Konstrukteurs-WM nach 3 von 14 Rennen:

1. Yamaha 70. 2. KTM 44. 3. Ducati 42. 4. Honda 27. 5. Suzuki 24. 6. Aprilia 11.

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