Brad Binder: Je weniger Grip, desto besser für KTM?

Von Nora Lantschner
MotoGP
Brad Binder ist zuversichtlich

Brad Binder ist zuversichtlich

Die MotoGP-Piloten erwarten beim Catalunya-GP schlechtere Grip-Verhältnisse als auf dem frisch asphaltierten «Misano World Circuit Marco Simoncelli». Red Bull-KTM-Werksfahrer Brad Binder stört das nicht.

Zum ersten Mal wird Brad Binder am Freitag mit der RC16 auf dem 4,6 km langen «Circuit de Barcelona-Catalunya» ausrücken: «Die ersten paar Sessions werden sicher hart. Es ist immer schwierig, auf einer neuen Strecke Fuß zu fassen, wenn man zum ersten Mal auf einem MotoGP-Bike ankommt. Aber ich freue mich darauf», versicherte der Klassen-Neuling. «Es ist eine Strecke, auf der ich immer gerne gefahren bin, das Layout zählt zu den coolsten überhaupt. Hoffentlich können wir das in ein positives Wochenende umwandeln.»

Was macht die Stecke von Montmeló so cool? «Das liegt vor allem daran, dass das Layout wirklich fließend ist. Es ist auch nicht viel Grip vorhanden, also gibt es viele Slides und viel Spinning. Aber das genieße ich, sobald das Grip-Level ziemlich niedrig ist, macht mir das Fahren immer Spaß», erklärte der Südafrikaner. «Ich bin zum ersten Mal auf einem MotoGP-Bike hier, also wird es sicher anders sein. Aber alles in allem freue ich mich wirklich loszulegen. Barcelona gehört zu meinen Lieblingsstrecken, auch wenn die Ergebnisse in der Vergangenheit nicht immer perfekt waren – aber ich werde versuchen, das zu ändern.»

Dabei hofft der Brünn-Sieger darauf, dass die KTM auf einer Strecke mit weniger Grip im Vergleich zur Konkurrenz im Vorteil sein dürfte: «Misano war härter, als es uns lieb war. Ich glaube, dass wir wegen des hohen Grip-Levels ein paar Dinge ändern und vielleicht ein bisschen anders fahren mussten als auf den Strecken zuvor. Ich persönlich glaube, dass es für uns mit ein bisschen weniger Grip besser sein sollte, aber wir müssen abwarten, weil ich nicht zu 100 Prozent sicher bin. Ich bin hier beim letzten Mal noch auf einem Moto2-Bike gesessen. Und in der Moto2 standen uns hier immer die härtesten Reifenmischungen zur Auswahl – und damit war der Grip nie gut. Ich weiß nicht, wie gut oder schlecht es auf dem MotoGP-Bike sein wird. Alles, was ich sagen kann, ist, dass es sich mit dem MotoGP-Bike auch bei weniger gutem Grip großartig anfühlt. Ich glaube, ich bin es noch nicht ganz gewohnt, wie viel Grip man an einem guten Tag hat.»

Dazu kommt: Der Rundkurs in der Nähe von Barcelona weist neben sechs Links- und acht Rechtskurven auch eine 1047 m lange Gerade auf. «Ich glaube, das kann gut sein. Die KTM ist stark auf den Geraden und die Gerade hier ist recht lang. Wir sind vielleicht nicht die Schnellsten bei der Top-Speed-Messung, wir sind aber auch nicht weit weg», bestätigte der Red Bull-KTM-Werksfahrer. Trotzdem: «Ich glaube, dass wir vom Grip-Mangel mehr profitieren könnten. Denn wenn der Grip in diesem Jahr nicht gut war, schien das für uns ein bisschen besser zu sein.»

Nach dem Doppel-Event in Misano steht in Montmeló nur ein Grand Prix auf dem Programm. «Wenn man zurückschaut, dann war ich am zweiten Rennwochenende immer stärker», analysierte Binder. «In Jerez war ich viel stärker – unabhängig davon, ob das Endergebnis besser oder schlechter war, einfach was die Performance insgesamt am Wochenende betrifft. In Misano war der Schritt wirklich groß, ich war am Freitag Schnellster, im Qualifying Sechster und im Rennen Dritter, bis ich gestürzt bin. Auch wenn das Endergebnis gefehlt hat, das zweite Mal war für uns immer besser. Hier haben wir wieder nur ein Wochenende. Ich erwarte, dass die ersten zwei Sessions und auch das FP3 recht hart werden. Aber ich hoffe, dass wir einige starke Runden und ein solides Qualifying zeigen – und dann ein gutes Rennen.»

Fahrer-WM nach 7 von 14 Rennen:

1. Dovizioso 84 Punkte. 2. Quartararo 83. 3. Viñales 83. 4. Mir 80. 5. Morbidelli 64. 6. Miller 64. 7. Nakagami, 63. 8. Oliveira 59. 9. Rossi 58. 10. Pol Espargaró 57. 11. Binder 53. 12. Rins 44. 13. Zarco 36. 14. Petrucci 31. 15. Bagnaia 29. 16. Alex Márquez 24. 17. Aleix Espargaró 18. 18. Lecuona 15. 19. Smith 11. 20. Rabat 7. 21. Crutchlow 7. 22. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM nach 7 von 14 Rennen:

1. Yamaha 138 Punkte. 2. Ducati 115. 3. KTM 104. 4. Suzuki 93. 5. Honda 63. 6. Aprilia 26.

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