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Michelin zu Kritik: Nicht einfach, Wetter zu erraten

Beim Catalunya-GP haderten einige MotoGP-Piloten mit dem Reifensortiment von Michelin. Auf die Kritik erwiderte Piero Taramasso: «Unter diesen außergewöhnlichen Umständen haben wir es sehr gut hinbekommen.»

MotoGP

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Die schlechten Grip-Verhältnisse auf dem 4,6 km langen "Circuit de Barcelona-Catalunya" machten den MotoGP-Assen am Wochenende besonders zu schaffen, denn Corona-bedingt wurde der Catalunya-GP 2020 vom Juni in den September verschoben. Valentino Rossi sprach im Vergleich zu Misano sogar von einem Schock. "Die Reifen wurden ausgewählt, um hier im Juni zu fahren. Aber jetzt haben wir Ende September", analysierte der 41-jährige Italiener. "Ich glaube, dass Michelin nicht die Zeit hatte, um die Reifenauswahl anzupassen. Also muss man sich mit denen abfinden, die zur Verfügung stehen. Aber wir haben alle Schwierigkeiten damit."

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Pol Espargaró forderte nach dem Sturz im Rennen mit Blick auf den nächsten Grand Prix in Le Mans (11. Oktober): "Ich bin gespannt, welche Reifen Michelin bringen wird. Sie müssen auf jeden Fall weicher sein als die Allocation hier in Montmeló."

Sein KTM-Markenkollege Miguel Oliveira rutschte – wie Rossi – in Turn 2 aus: "Ich bin eine Runde ohne Windschatten und ohne eine Gruppe gefahren. Das hat leider schon gereicht, um den Vorderreifen auskühlen zu lassen, weswegen ich dann in Kurve 2 gestürzt bin."

Dass Michelin für das vergangene Wochenende kein passendes Reifensortiment nach Spanien gebracht habe, wollte der Zweirad-Manager des französischen Reifenlieferanten so nicht stehen lassen.

"Das Wochenende hat alle Beteiligten stark gefordert", schickte Piero Taramasso voraus. "Wir müssen die Reifen vor der Saison auswählen und nach Barcelona kamen wir jetzt im September, anstatt wie üblich im Juni. Aber nachdem wir uns historische Wetterdaten angeschaut und festgestellt hatten, dass die zwei Zeiträume vergleichbar waren, haben wir mit dem vor Augen eine Reifenauswahl getroffen. Leider haben wir dann aber für diese Jahreszeit unüblich kalte Bedingungen vorgefunden. Dadurch wurde es sehr schwierig, die Reifen auf Temperatur zu bringen – und für die Fahrer war es schwierig, Grip zu finden."

"Unsere Techniker haben das ganze Wochenende lang unermüdlich mit jedem Fahrer gearbeitet, um mit Empfehlungen zur optimalen Reifenmischung für das jeweilige Set-up eine Hilfestellung zu leisten", betonte der Michelin-Manager. "Ziel war es, den bestmöglichen Grip herauszuholen, den wir aus dem Asphalt ziehen konnten."

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Das Fazit von Taramasso viel trotz allem positiv aus. "Ich glaube, dass wir es unter diesen außergewöhnlichen Umständen sehr gut hinbekommen haben. Es ist nicht einfach, das Wetter zu erraten, wenn du zu diesem Zeitpunkt des Jahres noch nicht an der Strecke gewesen bist", ergänzte er zum ausgewählten Reifensortiment. "Wenn man sich all dies vor Augen hält und von den vier Reifen aus dem Sortiment, die für das Rennen in Frage kamen, drei davon eingesetzt wurden, dann lagen wir mit unserer Auswahl nicht weit daneben."

Tatsächlich entschieden sich im MotoGP-Rennen alle für den weichen Hinterreifen, an der Front setzten von insgesamt 22 Piloten dagegen deren fünf auf die Medium-Mischung.

Die Aussagen von Taramasso bestätigte übrigens auch Pecco Bagnaia: "Wir hatten hier in Barcelona bis Donnerstag noch 28 Grad. Ich glaube, dass auch Michelin nicht erwartet hatte, dass es so kalt sein würde. Die Reifen waren deshalb auf wärmere Temperaturen ausgerichtet. Aber meiner Meinung nach war es kein Fehler von Michelin. Am Ende haben wir uns angepasst und wir konnten trotzdem Rennen fahren. Deshalb glaube ich, dass es auch in Le Mans keine Probleme geben wird. Denn dort gehen sie schon davon aus, dass es kalt wird."

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