Dani Pedrosa (KTM): Was erwartet er beim Comeback?

Von Günther Wiesinger
Dani Pedrosa will es mit 35 Jahren noch einmal wissen. Kann er mit der neuen Generation mithalten? Wie fühlt sich ein Rennstart mit dem Holeshot-Device an? In Spielberg kämpft Pedrosa um Punkte – erstmals seit 955 Tagen.

«Wildcards mit Dani Pedrosa sind denkbar», erklärte der KTM-Vorstandsvorsitzende Stefan Pierer am 3. August 2020 völlig überraschend im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com. Im März und April 2021 kündigten KTM Race-Manager Mike Leitner und KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer in Gesprächen mit SPEEDWEEK.com klar an, dass KTM Factory Racing ein Renn-Comeback mit Pedrosa plant. Am 25. und 26. Juni berichteten wir exklusiv, dass KTM für Dani Pedrosa zwei Wildcards beantragt hat: Für den Steiermark-GP am 8. August und für Misano am 19. September.

Damit findet bei KTM ein Umdenken statt, denn nach der schweren Knieverletzung von Mika Kallio 2018 beim Sachsenring-GP hatten die Österreicher alle Wildcard-Einsätze wegen der großen Verletzungsgefahr gestrichen. Und Dani Pedrosa, der 2019 neu als Testfahrer zu KTM kam, wehrte sich bisher sowieso strikt gegen alle Renneinsätze.

Aber jetzt mit 35 Jahren will es der 31-fache MotoGP-Sieger und dreifache Weltmeister (125 ccm/2003, 250 ccm/ 2004 und 2005) noch einmal wissen. In der MotoGP-WM hat Pedrosa von 2006 bis Ende 2018 bei Repsol-Honda nie einen Titel gewonnen, aber er war WM-Zweiter 2007, 2010 und 2012, dazu dreimal WM-Dritter.

Dani, du bist als Entwicklungsfahrer ein wichtiger Bestandteil des MotoGP-Projekts von KTM. Jetzt nimmst du an einem Grand Prix teil. Wie fühlt sich das an?

Es war von Beginn an eine interessante Aufgabe, Teil dieses Projekts zu sein. Ich konnte meine Erfahrung mit KTM teilen. Schritt für Schritt haben wir das Motorrad so gut wie möglich verbessert.

Jetzt ist es interessant, auch bei einem Rennen mitzumachen. Denn so ein Wildcard-Einsatz eröffnet mir eine ganz andere Perspektive, als wenn ich bei einem Test allein auf der Piste herumfahre.

Am 8. August 2021 werden 955 Tage seit deinem letzten MotoGP-Rennen in Valencia 2018 vergangen sein. Warum willst du die KTM RC16 auch im Rennmodus kennenlernen?

(Er schmunzelt). Es sind viele Tage seit meinem letzten Rennen vergangen. Die Zeit vergeht schnell.
Die Mentalität, mit der du einen Test bestreitest, unterscheidet sich total von der Mentalität, mit der du an ein Rennen herangehst. Nicht nur für mich, sondern auch für meine Mechaniker.
Ich hoffe, wir werden uns an diesen Prozess im Laufe des Wochenendes anpassen. Wir werden die richtige Herangehensweise finden.

Was hat sich im GP-Rennsport während deiner Abwesenheit verändert?

Das kann ich nicht exakt sagen. Aber mit Sicherheit haben Änderungen stattgefunden. Zuerst einmal hat sich bei den Piloten einiges getan, die neue Generation ist auf dem Vormarsch.
Wir können sehen, mit welchem Speed heute gefahren wird. Die Rundenrekorde purzeln jedes Jahr. Auch die Bikes werden ständig besser.

Wenn ich von daheim aus zuschaue, kann ich diese Dinge spüren. Aber wenn ich dann gemeinsam mit den Kollegen auf der Rennstrecke sein und Teil des Startfelds sein werde, kann ich besser fühlen, was vor sich geht. Das ist einer der Gründe, warum ich mich zu diesem Wildcard-Rennen entschlossen habe.

Ich möchte besser verstehe, wie die Rennen heute ablaufen – mit allen den neuen Technologien. Ich bin gespannt auf den Kampf Mann gegen Mann und darauf, wie man die vorhandenen Werkzeuge heute am besten nutzt.

Worauf wird dein Fokus in Spielberg liegen? Wie sehen deine Erwartungen aus?

Ich möchte das aktuelle Motorrad in einer Rennsituation testen, das ist mein Hauptfokus. Wir haben die vier freien Trainings, dann das Qualifying und nachher das Rennen, bei dem ich auf alle Gegner treffe.

Dazu muss ich mich an die neuen Rennstrategien gewöhnen. Und ich muss herausfinden, was da heute alles von den Fahrern und vom Bike verlangt wird. Was geschieht im FP3 und im Qualifying? Was passiert am Start? Wie funktioniert das neue Start Device und der Ride Height Adjuster? Ich möchte lernen, wie sich diese neuen technischen Komponenten im direkten Zweikampf verhalten.
Was meine Erwartungen betrifft, fällt mit eine Antwort schwer. Ich habe mich lange vom Wettkampf ferngehalten.

Ich weiß nicht, ob ich meinen Kopf mit einem Klick auf «Racing Mode» umprogrammieren kann.

Aber ich möchte bei diesem Grand Prix so viel Freude haben wie möglich. Und ich hoffe, dass die Fans diese Bemühungen schätzen werden.

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