Jack Miller (Ducati): Kein Meisterstück!

Von Johannes Orasche
Jack Miller hatte einen großartigen Plan – er konnte seinem Ducati-MotoGP-Teamkollegen Pecco Bagnaia aber trotzdem keine Schützenhilfe im WM-Kampf leisten und schied in Misano schon früh im Rennen aus.

Für die Ducatisti lief die Anfangsphase des MotoGP-Rennens von Misano perfekt nach Wunsch. Francesco «Pecco» Bagnaia und Jack Miller führten das Feld an. Später wurde das Rennen an der Adria zum Albtraum, als sich nach Miller (er lag beim Crash in Runde 4 auf Platz 2) auch Bagnaia in Führung liegend ins Kiesbett verabschiedete. Fabio Quartararo und Yamaha durften somit bereits in Italien über den MotoGP-WM-Titel jubeln.

Der Miller-Sturz passierte in Kurve 15. Dort kommen die Fahrer nach vielen Rechtskurven mit einer kühlen linken Reifenflanke an. «Es hat nichts mit dieser Kurve und den Ducati-Bikes zu tun, es hat mehr mit der Reifenwahl zu tun. Wir wollten den harten Vorderreifen probieren», erklärte Miller. «Zunächst sah es gegen 13 Uhr wie die perfekte Entscheidung aus – wie ein Meisterstück. Dann kamen aber die Wolken kurz vor dem Start heraus und die Streckentemperatur war ziemlich an der Grenze. Es war nicht mehr warm genug.»

«Ich war in Kurve 8 nahe dran an Pecco. Ich habe den Reifen daher nicht so stark strapaziert, das war wohl ein Fehler, er kühlte ab. Ich habe den Reifen nicht hart gefordert, habe auch nicht so hart gebremst. Bei Kurve 15 hatte ich dann aber überhaupt keine Hoffnung mehr, dass ich den Rutscher noch irgendwie retten könnte.»

Der Aussie schildert: «Es ist sofort passiert, als ich in Schräglage ging. Ich hatte überhaupt keine Vorwarnung. Wir wussten, dass es auf der linken Flanke kritisch sein würde, aber da dachte ich eher an die ersten beiden Runden. Ich hatte zu Beginn eine großartige Pace.»

«Es sah zunächst nach einem Meisterstück aus, es hat heute aber nicht sein sollen. Pecco hatte vor mir auf der linken Seite einen Schreckmoment in der letzten Kurve. Es sah danach aus, als hätte er mehr Mühe, den Hinterreifen aus den Kurven heraus zum Arbeiten zu bekommen für die Linkskurven. Ich war mal nahe dran, ihn zu schnappen. Ich war auch in Kurve 10 mal nahe dran. Mein Sturz ist dann in der darauffolgenden Runde passiert. Es hat das ganze Wochenende über fantastisch ausgesehen. Wir haben heute unser Bestes gegeben – es hat nicht sein sollen!»

MotoGP-Ergebnis, Misano (24. Oktober):

1. Marc Márquez, Honda, 27 Runden in 41:52,830 min
2. Pol Espargaró, Honda, + 4,859 sec
3. Bastianini, Ducati, + 12,013
4. Quartararo, Yamaha, + 12,775
5. Zarco, Ducati, + 16,458
6. Rins, Suzuki, + 17,669
7. Aleix Espargaró, Aprilia, + 18,468
8. Viñales, Aprilia, + 18,607
9. Marini, Ducati, + 25,417
10. Rossi, Yamaha, + 27,735
11. Binder, KTM, + 27,879
12. Pirro, Ducati, + 28,137
13. Dovizioso, Yamaha, + 41,413
14. Morbidelli, Yamaha, + 42,830
15. Nakagami, Honda, + 1:22,462

Stand Fahrer-WM nach 16 von 18 Rennen:

1. Quartararo 267 Punkte (Weltmeister). 2. Bagnaia 202. 3. Mir 175. 4. Zarco 152. 5. Miller 149. 6. Marc Márquez 142. 7. Binder 136. 8. Aleix Espargaró 113. 9. Viñales 106. 10. Oliveira 92. 11. Rins 91. 12. Pol Espargaró 90. 13. Bastianini 87. 14. Martin 82. 15. Nakagami 71. 16. Alex Márquez 54. 17. Morbidelli 42. 18. Lecuona 38. 19. Petrucci 37. 20. Marini 37. 21. Rossi 35. 22. Bradl 13. 23. Pirro 12. 24. Pedrosa 6. 25. Dovizioso 6. 26. Savadori 4. 27. Rabat 1.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati 307 Punkte 2. Yamaha 295. 3. Suzuki 207. 4. Honda 198. 5. KTM 190. 6. Aprilia 114.

Team-WM:

1. Ducati Lenovo 364. 2. Monster Energy Yamaha 351 Punkte. 3. Suzuki Ecstar 266. 4. Repsol-Honda 239. 5. Pramac Racing 238. 6. Red Bull KTM Factory Racing 228. 7. Aprilia Racing Team Gresini 128. 8. LCR Honda 125. 9. Esponsorama Racing 124. 10. Petronas Yamaha SRT 81. 11. Tech3 KTM Factory Racing 75.


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