Stefan Bradl: «Bin froh, dass Márquez wieder fit ist»

Von Günther Wiesinger
Stefan Bradl beim Jerez-Test am 26./27. Januar

Stefan Bradl beim Jerez-Test am 26./27. Januar

«Für Honda ist am Wichtigsten, dass Marc wieder um den Titel fahren kann», sagt Testfahrer Stefan Bradl, der sich aber darauf vorbereitet hat, für den Superstar einzuspringen.

Stefan Bradl trifft am heutigen Samstag in Kuala Lumpur ein, nachdem er bereits am Donnerstag und Freitag (26./27. Januar) auf dem Circuito de Jerez die neuesten Komponenten an der Honda RC213V getestet, eine Vorauswahl der neuen Teile getroffen und ein Basis-Set-Up für den Sepang-Test ausgetüftelt hat.

Die Honda Racing Corporation (HRC) hat wieder dieselben drei vorgeschriebenen Teststrecken auserwählt wie in den vergangenen Jahren: Jerez, Misano und Motegi. Nur auf diesen Schauplätzen darf ein Honda-MotoGP-Testfahrer vor dem offiziellen GP-Renntermin testen.

«In Motegi bin ich zwar seit dem Sommer 2019 wegen der Pandemie nicht immer gefahren», sagt Bradl. «Aber die japanischen Testfahrer probieren dort immer wieder neues Material aus. Deshalb macht Motegi als ‚test track‘ Sinn. Dort werden die ganz groben Sachen aussortiert, bevor sie nach Europa geliefert werden.»
Bradl hat im vergangenen Sommer bei HRC erstmals einen Zwei-Jahres-Vertrag als MotoGP-Testfahrer unterschrieben. Es ist seine fünfte Saison in dieser Funktion, nachdem er 2017 für Honda noch im Superbike-Werksteam beschäftigt war.

Ducati-Testfahrer-Kollege Michele Pirro agiert 2022 bereits die zehnte Saison als MotoGP-Testpilot auf der Desmosedici. Traut sich auch Bradl so viele Jahre zu? «Im zehnten Jahr wäre ich dann 37 Jahre. Ahhh… Ja, das geht schon noch.»

Der 32-jährige Bayer, seit 9. Januar stolzer Papa von Töchterchen Alina, wird also seinem Beruf noch eine Weile nachgehen, auch wenn er jetzt eine Familie hat. «Die private Situation blendet man beim Fahren aus, wie alles andere auch», stellte der siebenfache GP-Sieger im Gespräch mit SPEEDWEEK.com fest. «Man ist auf der Rennstrecke total auf seine Aufgabe konzentriert. Das ist mein Job.»

2022 wird Bradl wieder zwei Rennen als Wildcard-Pilot bestreiten: Jerez und Misano.

Stefan Bradl wäre zwar körperlich vorbereitet, falls Marc Márquez für die Wintertests und womöglich die ersten Rennen ausgefallen wäre. «Aber ich habe nie damit spekuliert. Es ist immer so, dass ich von mir aus nicht beeinflussen kann, wie lange Marc ausfällt. Deshalb habe ich mich mit diesem Thema nie beschäftigt, das war schon im letzten Jahr so. ich gehe an die Sache heran, als ob ich als Ersatzfahrer antreten müsste. Aber ich spekuliere nicht und bin deshalb auch nicht enttäuscht, wenn er rechtzeitig fit ist. Im Gegenteil: Ich bin froh, dass Marc jetzt wieder richtig fit ist und hoffentlich eine ordentliche Saisonvorbereitung erledigen kann. Für Honda ist am Wichtigsten, dass er wieder um den Titel fahren kann. Denn er hat von allen Honda-Piloten die größten Chancen, den Titel zurückzuholen. Und das ist ja logischerweise auch in meinem Interesse.»

«Ich habe natürlich als Rennfahrer gar nichts dagegen, wenn ich einen Grand Prix bestreiten darf oder muss. Aber eigentlich sieht mein Vertrag bei HRC die Rolle des Testfahrers mit zwei Wildcards im Jahr vor», stellt Stefan Bradl fest. «Es geht nicht vorrangig um das Thema Ersatzfahrer. Das ist ja auch immer eine Notlösung und kein Dauerzustand. Ich hoffe natürlich, dass sich kein Stammfahrer verletzt. Aber wenn es trotzdem vorkommt, springe ich logischerweise ein.»

Bradl hat immerhin in den letzten zwei Jahren 14 Rennen für Repsol-Honda und zwei Wildcard-Einsätze mit dem Honda Test Team bestritten: Marc Marquez hat seinen eigenen Platz im Repsol-Team nur bei 15 von 29 Rennen wahrgenommen. Stefans bestes Ergebnis seit Beginn der Pandemie: Platz 7 in Portimão 2020.

Bradl hat bisher in der MotoGP-WM 53 Top-Ten-Ergebnisse erzielt und nimmt in Sepang wie alle Testfahrer und die fünf Rookies an den drei Shake-Down-Testtagen (31.1 bis 2.2.) teil. Auch Aprilia als Concession-Team ist dabei – mit Aleix Espargaró und Maverick Viñales.

«Ob ich auch die zwei IRTA-Testtage am 5./6. Februar absolviere, ist noch offen. Ich werde jedenfalls in Malaysia bleiben, damit ich als Back-up auftreten kann. Der Indonesien-Test am Wochenende danach steht bisher für mich nicht auf dem Programm.»

Bradl, der am 1. Dezember zum dritten Mal gegen Covid-19 geimpft wurde, wird jedoch Ende Februar schon wieder in Jerez testen.


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