Argentinien-GP: Ukraine-Krieg mitschuldig am Dilemma
Wegen der Sanktionen gegen die Russische Föderation müssen momentan rund 20 Prozent der Frachtflugzeuge am Boden bleiben. Diese Situation verschlimmerte das Problem mit der MotoGP-Fracht.
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Der spanische WM-Promoter Dorna hat die kommerziellen Rechte für den Motorrad-GP-Sport 1992 vom Weltverband FIM übernommen. Der Argentinien-GP ist der 499. Grand Prix unter der Obhut der Dorna. Jetzt kam es zum ersten Mal zu einer Verzögerung der Fracht. Dorna-CEO Carmelo machte kein Geheimnis daraus: Schuld an der Verspätung ist unter anderem die russische Invasion in der Ukraine.
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Als am Mittwoch vor einer Woche einer der Fracht-Jumbos in Mombasa strandete, wurde eine Boeing, die bereits in Tucumán ihre Fracht ausgeladen hatte, wieder zurück nach Lombok geschickt, um die restlichen Frachtkisten abzuholen. Aber dieser Cargo-Flieger wurde dann bei der Rückkehr aus Indonesien ebenfalls in Mombasa gegroundet. Deshalb konnte er am gestrigen Mittwoch nicht Richtung Tucumán abfliegen, wo er heute Mittag hätte landen sollen. "Das technische Problem ist bei den Ventilen in einem der vier Triebwerke aufgetaucht", erzählte Carmelo Ezpeleta heute in Termas de Río Hondo. "Inzwischen sind zwei Flugzeuge aus London und aus dem Mittleren Osten unterwegs nach Mombasa, um die benötigten Ersatzteile nach Kenia zu bringen. Das Triebwerk soll noch heute repariert und instand gesetzt werden. Vor 22 Uhr Ortszeit soll der Flug am Abend in Tucumán eintreffen. Deshalb haben wir für Samstag einen neuen Zeitplan erstellt und das Freitag-Training abgesagt."
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum die Fracht erst am vorletzten Mittwoch in Lombok abgeschickt wurde, drei Tage nach dem Grand Prix auf dem Mandalika Street Circuit.
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Aber Carmelo Ezpeleta schilderte die Problematik der Fracht-Flugzeuge und der logistischen Herausforderungen, die seit der Pandemie bestehen und jetzt durch den Ukraine-Krieg verstärkt wurden. "Denn wir haben für unsere MotoGP-Transporte bisher rund 20 Prozent der Frachtflugzeuge von russischen Unternehmen gemietet", erklärte Ezpeleta. "Aber durch den Krieg und die erfolgten Sanktionen können die meisten russischen Cargo-Jumbos nicht mehr fliegen. Es gibt aber weltweit nur 140 Fracht-Flugzeuge, die für unsere Bedürfnisse in Frage kommen. Durch die Sanktionen sind in den letzten fünf Wochen 20 Prozent der verfügbaren Flugzeuge stillgelegt worden. Deshalb konnten wir kurzfristig keinen Ersatz-Jumbo herbei schaffen. Wir haben in den mehr als 30 Jahren, in denen wir dieses Geschäft betreiben, viel über Logistik gelernt. Aber im Moment besteht keine Chance, kurzfristig einen leeren Fracht-Jumbo irgendwo aufzutreiben. Wir haben in den letzten acht Tagen alles probiert. Doch es gab nur eine Lösung: Wir mussten hoffen, dass das Triebwerk in Mombasa rechtzeitig repariert wird und das Flugzeug rechtzeitig hier eintrifft."
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Gut möglich, dass künftig mehr zeitlicher Abstand für jene Übersee-Rennen, die geografisch so weit auseinander liegen, eingeplant werden muss. Zwei-Tage-Events seien nicht die Lösung und nicht geplant, sagte Ezpeleta.
"Wir hatten diesmal sogar ein freies Wochenende zwischen den zwei Grand Prix", betonte der Spanier. "Trotzdem ließ sich das Problem nicht vermeiden." Im Herbst finden mit Aragón, Motegi und Buriram drei Grands Prix an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden statt.
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Ob sich bis dahin die Probleme mit den Frachtflugzeugen wegen der Sanktionen gegen Russland verringert haben, bleibt abzuwarten. "Wir müssen lernen, mit dieser Problematik zu leben und sie zu akzeptieren", stellte Ezpeleta fest. "Unser Hauptziel ist es, jetzt den Grand Prix hier in Argentinien abzuwickeln und am Wochenende darauf in Texas zu fahren." Übrigens: Auch beim Motegi-GP 2013 konnten am Freitag nicht trainiert werden. Damals regnete es heftig, er herrschte dicker Nebel, der Rettungshelikopter hätte bei einem Crash nicht aufsteigen können. Der neue Zeitplan für den Argentinien-GP (MESZ):
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