Marco Bezzecchi: Bleibt er dem Team oder Ducati treu?

Von Tammy Gorali
Marco Bezzecchi ist in der Startaufstellung nur auf sich und seine GP22 konzentriert

Marco Bezzecchi ist in der Startaufstellung nur auf sich und seine GP22 konzentriert

Im Interview mit SPEEDWEEK.com kommentiert Marco Bezzecchi die Gerüchte, dass Mooney VR46 von Ducati zu Yamaha wechseln könnte. Und er erklärt, warum er sich im Zweifel für Ducati statt für sein Team entscheiden würde.

Marco Bezzecchi legte einen bemerkenswerten Start in die Saison 2023 hin und führt die WM-Tabelle nach drei Runden vor Weltmeister Pecco Bagnaia an. Anzumerken ist dabei, dass der 24-jährige Italiener, wie auch Teamkollege Luca Marini, auf Ducatis letztjähriger GP22 unterwegs ist. Dies ist den budgetbedingten Einsparungen des Mooney VR46 Teams geschuldet, weshalb zuletzt Gerüchte auftauchten, dass das Team Ducati 2024 in Richtung Yamaha verlassen könnte.

SPEEDWEEK.com-Mitarbeiterin Tammy Gorali sprach mit Marco Bezzecchi über diese Möglichkeit und erhielt vom Italiener eine überraschende Reaktion.

Was sagst du zu dem Gerücht, dass Mooney VR46 von Ducati zu Yamaha wechseln will?

Ich habe das von einigen Journalisten gehört, jedoch nicht von jemandem Internen.

Machst du dir darüber Gedanken?

Nein, denn schließlich ist das nicht mein Job. Mein Job ist es, das Motorrad zu fahren, welches das Team mir bereitstellt. Jetzt besitzt das Team eine Ducati, also fahre ich Ducati.

Wenn du dich zwischen Ducati und deinem Team entscheiden müsstest, was würdest du wählen?

Ich würde bei Ducati bleiben. Ich habe mich bei Ducati vom ersten Moment an sehr wohl gefühlt. Sie unterstützen mich sehr, weshalb sie das verdient haben.

Was ist das Besondere an der Verbindung zu Ducati?

Da sie auch Italiener sind, ist es für mich leichter, eine Beziehung aufzubauen. Ich mag ihre Arbeitsweise und besonders ihre Art, wie sie mit Rookies umgehen. Sie haben uns als Team sehr geholfen, weshalb ich hoffe, dass das Team mit Ducati weitermacht. Aber es ist noch zu früh; im Moment will ich einfach nur fahren.

Jeder Fahrer hat den Traum, in einem Werksteam zu fahren. Wenn man zu Ducati gehen will, muss man sich mit seinen Freunden messen. Die Freundschaft auf der Rennstrecke zu pflegen ist eine Sache, aber wenn es um deinen Job und deine Zukunft geht, ist das eine andere Sache.

Ja, aber im Moment ist das kein Problem, weil Pecco der Weltmeister ist. Er ist wirklich schnell und äußerst stark, weshalb es kein gleichwertiger Kampf ist. Wir müssen ruhig bleiben und dürfen uns keinen Stress machen.

Kannst du mir sagen, was du am Motorradfahren so sehr liebst?

Vor allem die Geschwindigkeit, aber auch die Nähe zum Asphalt ist etwas, das mein Adrenalin in die Höhe schießen lässt. Wenn ich den Helm aufsetze, kann niemand mit mir sprechen oder meine Augen sehen. Niemand sieht, was ich tue oder was ich denke. Das mag ich sehr.

Was passiert mit dir, wenn du das Visier herunterklappst?

Das ein sehr guter Moment, denn in diesem Sport hat man ständig Journalisten, Fotografen und Leute um sich, die einem Ratschläge geben, dazu hat man Fans und den Lärm um sich herum.

Wenn ich in der Startaufstellung stehe, behalte ich immer die Ohrstöpsel drin, dennoch sehe und spüre ich alles. Wenn ich dann den Helm aufsetze, ist es eine andere Welt. Ich bin dann ganz allein mit meinem Motorrad. Für mich ist das ein sehr schöner Moment.

Auch in der Box herrscht eine Menge Lärm. Du merkst, dass die Mechaniker am Motorrad arbeiten, dass der Crew-Chief, der Data-Mann oder der Trainer mit dir sprechen. Aber wenn du den Helm aufsetzt, atmest du auf und sagst: 'Okay, jetzt weiß ich, was zu tun ist'. Für mich ist das ist der beste Moment.

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