Paolo Ciabatti/Ducati: «Wollen 2015 um Siege fighten»

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Ducati hat 2014 mit Dovizioso und Crutchlow schon drei Podestplätze erreicht. Ist jetzt der Titelkampf das Ziel für 2015? Sportdirektor Ciabatti: «Wir wollen nächstes Jahr um Siege kämpfen.»»

Andrea Dovizioso (28) würde gerne an nächsten Montag in Valencia drei Tage bereits die nächstjährige Ducati GP15 testen. Aber diese erste völlige Ducati-Neukonstruktion unter General Manager Gigi Dall'Igna (er kam vor einem Jahr von Aprilia) wird erst in der ersten Februar-Woche in Sepang-Malaysia zur Verfügung stehen.

«Wir haben Dovi diesen Zeitplan ganz deutlich erklärt», erläutert Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti. «Gigi hat uns versichert, dass er das Motorrad lieber ein bisschen später bringt, aber die GP15 dafür so gut wie möglich gestaltet. Er will sich nicht unter Druck setzen lassen, die Maschine in Zeitnot früher fertigstellen und dann später ein paar Kinderkrankheiten heilen müssen.»

Die deutschen Eigentümer Audi haben Ducati 2012 für rund 740 Millionen Euro gekauft und von Anfang an gesagt, dass die Roten 2015 wieder um den WM-Titel mitfighten müssen.

Gehört das auch zur Saisonplanung von Ducati für 2015?

«Jeder muss einen Plan und eine Idee haben», stellte Ciabatti im Gespräch mit SPEEDWEEK.com fest. «Manchmal müssen dann Pläne situationsbedingt geändert werden... Ehrlich gesagt, wir wollen nächstes Jahr um Rennsiege kämpfen. Wenn man um die Weltmeisterschaft kämpfen will, ist das eine Kombination von Motorrad, Fahrer und...»

Immerhin hat sich Ducati seit dem Tiefpunkt mit Rossi und Hayden in den Jahren 2011 und 2012 deutlich verbessert.

Ciabatti sah sich im Februar 2013 bei seinem Amtsantritt beim Sepang-Test mit einem Rückstand von 2,5 Sekunden konfrontiert.

«Das war wirklich ein Schock», gibt der Italiener zu. «Es war dann die ganze Saison 2013 sehr schwierig, wir haben in den Rennen meistens 40 Sekunden verloren. Ein Jahr später kämpfen wir um Podestplätze. Crutchlow war in Australien in der letzten Runde Zweiter. Er hat nur vom Crash von Márquez profitiert, den Rest hat er allein erledigt. Er war schneller als die anderen. Er hat Lorenzo überholt, als dieser Probleme bekam.»

Und Cal Crutchlow lag vor seinem Sturz in der letzten Runde nur fünf Sekunden hinter dem späteren Sieger Rossi.

Auch bei Dovizioso haben sich die Zielsetzungen geändert. Ehe in Sepang seine Benzinpumpe streikte, lag er zehn Sekunden hinter Spitzenreiter Marc Márquez. «Maximal 10 sec Rückstand, das war mein Ziel für diesen WM-Lauf», sagte er nach dem Rückfall auf Platz 8.

Eineinhalb Jahre nach dem Sepang-Test-Dilemma von 2013 zog Paolo Ciabatti bei unserem Interview in Sepang eine erfreulichere Bilanz: Ducati hat 2014 in 17 Rennen schon drei Podestplätze erzielt (Platz 3 in Austin und Aragón durch Dovizioso und Crutchlow, Platz 2 in Assen durch Dovizioso), dazu fünf Erste-Reihe-Startplätze durch «Dovi» und vier durch Iannone, dazu startete Crutchlow in Australoen von Platz 2, wobei im Qualifying gewiss die weicheren Hinterreifen der Open-Class hilfreich waren.

Kein Wunder, wenn der neue Ducati-Rennchef Gigi Dall'Igna als grosser Retter gefeiert wird, er hat die Roten wieder auf die Erfolgsspur gebracht.

Unter Rossi gab es bei Ducati wenig Lichtblicke, zum Beispiel Platz 2 in Misano 2012, nur 4,398 Sekunden hinter dem Sieger. «Aber dieses Rennen war ein aussergewöhnlicher Event», gibt Ciabatti zu bedenken. «Denn Ducati war vorher beim Testen, es hat am Freitag geregnet...»

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