​Können Liam Everts und Jago Geerts Belgien retten?

Von Marian Groß
Motocross-WM
Stefan Everts

Stefan Everts

Nach der langen Ära von Stefan Everts schwanden die großen Momente für die erfolgreichste MX-Nation der Geschichte. Durch Jago Geerts (Yamaha) und Liam Everts (KTM) schlägt das belgische MX-Herz wieder kräftiger.

Als Stefan Everts in Namur 2006 seinen zehnten Motocross-Weltmeistertitel auf dem Podium entgegennahm, stand sein damals zweijähriger Sohn Liam direkt daneben und schaute abwechselnd in die Menge und dann wieder zu seinem Vater.

War das der Moment war, der Liam zum Motocrosser machte? 

Niemand wird daran gezweifelt haben, dass nach Harry und Stefan Everts das jüngste Mitglied der Familie etwas anderes machen würde, als aufs Motocross-Bike zu steigen.

14 Jahre später gehört Liam nun der Generation an, die Belgien wieder zu Ruhm verhelfen kann – oder vielleicht sogar muss. Aktuell führt der Teenager die EMX125 nach zwei Doppelsiegen in England an – es läuft nach Plan. 

Zusammen mit MX2-Star Jago Geerts sollen beide für Belgien die Kastanien aus dem Feuer holen und wieder Erfolge erkämpfen. Im englischen Matterley Basin konnte der Yamaha-Pilot den WM-Auftakt für sich entscheiden und fuhr mit der roten Nummerntafel als Zeichen des WM-Führenden nach Valkenswaard. Dort machte der Sandspezialist allerdings einen großen Fehler: Er zog den 'holeshot' und stürzte nur wenige Meter danach. Geerts biss auf die Zähne und legte als Letzter eine fulminante Aufholjagd hin. Am Ende erreichte er den siebten Rang, wurde Gesamtdritter und verlor die WM-Führung aber an Tom Vialle (KTM).

Da es in Belgien immer wieder zu neuen Streckenschließungen kommt, beobachtet Stefan Everts die Entwicklung in seinem Heimatland sehr akribisch und kritisch. Trotz der jüngsten positiven Rennergebnisse zählt es nur noch den Status quo irgendwie zu halten.

«Ich bin mir sicher, dass es wieder ein bisschen Staub aufwirbeln wird, aber es wird nicht die Vergangenheit zurückholen. Wir haben viele Strecken verloren und jetzt kommt es drauf an, die am Leben zu halten, die wir noch haben. Die Politik ist hart und die Leute fühlen sich zu schnell gestört und fangen an, sich zu beschweren», grübelte der Multichamp im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Es ist nicht leicht, aber durch Jago und Liam bekommen wir viel mediale Aufmerksamkeit. Nach dem GP in England haben wir schon Bewegung gesehen und viele Presseanfragen bekommen. Wir werden die Möglichkeit nutzen, um unseren Sport wieder in eine positive Richtung zu drücken. Ich denke, dass Jago und Liam trotzdem ein paar Kinder motivieren können, wieder in die Motocross-Richtung zu gehen.»

Stefan Everts war der letzte belgische Superstar, der Weltmeister geworden ist. 2007 schaffte es zwar auch Steve Ramon (damals Suzuki) zum Weltmeister, allerdings fuhr dieser immer deutlich unter dem Radar ohne große Siege. Mit Everts ging eine belgische Erfolgsära zu Ende und eine italienische fing mit Antonio Cairoli an. Die Belgier stellten zwar in den vergangenen zehn Jahren mit Clement Desalle, Kevin Strijbos, Jeremy van Horebeek und Ken De Dycker immer wieder GP-Sieger und Podiumskandidaten, aber ein Cairoli blieb für sie unschlagbar.


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