Eine Sekunde entschied ADAC OPEL Rallye Cup

Von Toni Hoffmann
ADAC Rallye Masters
Cup-Sieger Markus Fahrner

Cup-Sieger Markus Fahrner

Markus Fahrner gewann um eine Sekunde vor Marijan Griebel, Showdown auf der letzten Prüfung der Saison, Marijan Griebel und Fabian Kreim sind die Förderpiloten des ADAC OPEL Rallye Junior Team 2014.

Als wäre die Ausgangslage nicht schon spannend genug gewesen: Beim achten und letzten Lauf zum ADAC OPEL Rallye Cup kam es zum finalen Showdown zwischen Markus Fahrner (Winnenden) und Marijan Griebel (Hahnweiler). Einfache Rechnung: Wer im Opel Adam gewinnt ist (fast) der Cup-Sieger im Premierenjahr. Der 24-jährige Youngster Griebel musste aber neben dem Sieg bei der ADAC 3-Städte-Rallye (25.-26. Oktober 2013) auch die Zusatzpunkte für den Piloten mit den meisten Bestzeiten auf den Wertungsprüfungen erreichen, um dem 33-jährigen Routinier Fahrner den Sieg noch zu entreißen.  

Auf den Wertungsprüfungen rund um Kirchham in Ostbayern kam es dann zu einem regelrechten Sekundenkrimi. Nachdem der 24-jährige Christian Allkofer (Pentling) bei seinem Heimspiel die Auftaktprüfung gewann, setzte sich Griebel an die Spitze. Fahrner, Griebel und Allkofer fuhren im Wechsel die Bestzeiten auf den Wertungsprüfungen, das Trio wechselte sich auch fast nach jeder Prüfung in der Führungsarbeit ab. Vorentscheidungen fielen auf der achten von insgesamt zehn Wertungsprüfungen in Ostbayern. Allkofer wurde durch einen Defekt am Schaltgestänge eingebremst, Fahrner rettete sich mit einer abgescherten Antriebswelle zu seinem Service-Team. Beide verloren rund eine Minute und kamen dadurch für den Sieg bei der ADAC 3-Städte-Rallye nicht mehr in Frage.  

Fahrner konnte nun seinen Cup-Sieg nur noch realisieren, wenn er ebenso wie Griebel vier Bestzeiten erreichte und dadurch ebenfalls die fünf Zusatzpunkte für den schnellsten Sprinter bekommen würde. Die Entscheidung fiel auf der letzten Wertungsprüfung der Saison. Nach acht Veranstaltungen mit 91 Wertungsprüfungen gewann Fahrner die alles entscheidende Prüfung mit dem Wimpernschlag von einer Sekunde Vorsprung. So hatte er genau wie Griebel vier Bestzeiten, bekam die entscheidenden Zusatzpunkte und sicherte sich mit Beifahrer Michael Wenzel (Mehlingen) den Sieg im ADAC OPEL Rallye Cup.  

Krönung einer überwältigenden Saison,

«Da ging absolut nichts mehr», sagte Fahrner im Ziel. «Ich wusste, ich musste diese Bestzeit unbedingt fahren. Das war ganz schön stressig. Der Sieg ist die Krönung einer überwältigenden Saison, wurde aber nur möglich, weil mein Team die defekte Antriebswelle so schnell gewechselt hat.» Griebel, wie immer zusammen mit seinem Co-Piloten Alex Rath (Trier) im Opel Adam unterwegs, erklärte im Ziel, «auf der letzten Prüfung, das war nochmal volle Attacke. So knapp zu verlieren, ist natürlich tragisch, aber Markus (Fahrner) war einfach genau diese Sekunde schneller und damit hat er verdient gewonnen.» Bei der abendlichen Siegerehrung bekannte Griebel, «es war am Anfang sehr schmerzlich, den Cup-Sieg so nah vor Augen zu haben und dann doch nach einer so langen Saison mit nur einer einzigen Sekunde zu verlieren.» Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport hatte die Junior-Wertung für die 20 Teams bis maximal 27 Jahre unter den 24 eingeschriebenen Teams schon vorzeitig gewonnen.  

Für den 21-jährigen Fabian Kreim (Fränkisch-Crumbach) ging es beim Finale vor allem darum, den dritten Platz der Gesamtwertung und Platz zwei bei den Junioren zu sichern. Der Südhesse sicherte sich den Preisgeldscheck von 20.000 Euro für Platz zwei hinter Griebel, bei dem die Siegersumme 30.000 Euro betrug. Um den dritten Platz und die Fördersumme von 10.000 Euro wurde hart gekämpft. Letztlich gingen Podestplatz und Scheck an Allkofer, er verwies den 20-jährigen Dominik Dinkel (Rossach) auf Platz vier. Da Allkofer jedoch wie Griebel fünf Bestzeiten bei den Junioren fuhr, schob er sich mit den so gewonnenen Zusatzpunkten an Dinkel vorbei. In der Endabrechnung beim Finallauf belegte Björn Satorius (Seeheim) hinter Griebel und Fahrner den dritten Platz und damit sein bestes Saison-Ergebnis. 

Ein besonderes Highlight gab es dann am Abend im Rahmen der Siegerehrung. Mit Griebel, Kreim, Dinkel, Allkofer und Broda hatten sich fünf Youngster für die Sichtung zum Förderpiloten für das ADAC OPEL Junior Rallye Team 2014 qualifiziert. Aufgrund der großen Leistungsdichte entschlossen sich ADAC und Opelkurzfristig zwei Piloten zu fördern und nicht wie angekündigt nur einen. Die Wahl der Jury fiel auf Marijan Griebel und Fabian Kreim, die im kommenden Jahr ein gemischtes Programm aus nationalen und internationalen Läufen im Opel Adam R2 bestreiten werden. Neben acht Läufen zum ADAC Rallye Masters und einigen Läufen zur Rallye-Europameisterschaft steht als Höhepunkt der Start bei der ADAC Rallye Deutschland auf dem Programm, dem deutschen Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft.  

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