Red Bull Air Race: Bonhomme zum 3. Mal Weltmeister!

Von Otto Zuber
Air Race
Paul Bonhomme ist Weltmeister

Paul Bonhomme ist Weltmeister

Paul Bonhomme oder Matt Hall – die Frage, wer sich zum Red Bull Air Race Champion 2015 krönen kann, beantwortete der Brite am Sonntag in Las Vegas mit einer kühnen Leistung und Nerven aus Stahl.

Trotz schwieriger Wetterbedingungen und technischer Probleme blieb Bonhomme beim letzten und entscheidenden Rennen cool und holte sich mit dem zweiten Rang seinen dritten Weltmeister-Titel! Über den Tagessieg jubelte Vizeweltmeister Matt Hall (AUS).

Der Österreicher Hannes Arch konnte WM-Bronze mit Platz 5 verteidigen. Außerdem nahm beim diesjährigen Finale eine Flieger-Legende und zugleich Mitbegründer der schnellsten Motorsportserie der Welt den Hut: Der Ungar Peter Besenyei gab nach seiner zehnten Saison den Rücktritt vom Red Bull Air Race bekannt. ServusTV zeigt die Höhepunkte des mit zahlreichen packenden und emotionalen Momenten gespickten Saisonfinales am Donnerstag, 29. Oktober.

Wind, Regen und damit schwierige Bedingungen machten den 14 der weltbesten Rennpiloten beim großen Finale des Red Bull Air Race 2015 am Las Vegas Motor Speedway das Leben nicht gerade leicht. Unterbrechungen stellten vor allem die beiden Titelanwärter Paul Bonhomme und Matt Hall auf eine harte Probe. Der Brite hatte im ersten Duell der Round of 14 gegen Francois Le Vot (FRA) zwar keine großen Probleme, wies jedoch auf die grenzwertigen Rennbedingungen hin. Große Regentropfen wirkten wie Steine und lösten beim Aufprall auf seine Maschine, die mit bis zu 370 km/h durch die Air Gates raste, sogar den Lack von den Flügeln.

Spannend machte es der Australier Hall gegen Peter Besenyei (HUN), blieb aber konzentriert und stieg in die „Runde der besten 8“ auf. Nach der ersten Knock-out-Session verkündete der Ungar, einer der Gründerväter des Red Bull Air Race, seinen Abschied von der schnellsten Motorsportserie der Welt: «Nach einem unglaublichen Abschnitt meines Lebens möchte ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Natürlich werde ich die Rennen vermissen!» Besenyei war von Beginn an dabei, hat damit in Las Vegas 2015 ganze zehn Saisonen absolviert und über sechzig Rennen bestritten. Er erreichte 22 Podiumsplätze, davon acht Siege und wurde 2003 Weltmeister.

Duelle der Giganten – Bonhomme Weltmeister. Für Dramatik pur war in der «Runde der besten 8» gesorgt. Hannes Arch, der am Sonntag gegen Martin Sonka um den 3. WM-Platz flog, bekam es mit Leader Paul Bonhomme zu tun. Nachdem der Steirer eine passable Zeit vorgelegt hatte, wurde der Brite wegen technischer Probleme aus der Luft zum Race Airport zurückgerufen – ausgerechnet vor dem für ihn wichtigsten Lauf der Saison – und musste am Ende jener Session fliegen.

Er ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen, kickte Hannes Arch trotz dieser enormen mentalen Belastung aus dem Rennen und sicherte sich mit dem Aufstieg in das «Final 4» frühzeitig den Titel. Bonhommes bis zu dieser Vorentscheidung einzig verbliebener Rivale, der Australier Matt Hall, der zwar Martin Sonka auf dem Weg in die letzte Runde bezwang, konnte seinen Rückstand somit nicht mehr aufholen. Wermutstropfen dieser Paarungen: Im letzten «Final 4» des Jahres konnten nur zwei der vier Top-Piloten der Gesamtwertung an den Start gehen, nämlich Paul Bonhomme und Matt Hall – gemeinsam mit Matthias Dolderer (GER) und Yoshihide Muroya (JPN).

Matt Hall feierte zweiten Sieg seiner Karriere. Die Finalisten kämpften hart und gingen im Wettstreit um den Tagessieg ans Limit, im kürzesten Track der Saison am Motor Speedway der Welthauptstadt des Entertainment, Las Vegas! Yoshihide Muroya und Matthias Dolderer erwiesen sich als würdige Finalisten und gaben Top-Zeiten vor. Matt Hall, der in dieser Saison nur einmal nicht am Podium landete, also eine ausgezeichnete Weltmeisterschaft absolviert hat, pulverisierte die Zeiten seiner Mitstreiter und gab Paul Bonhomme eine harte Nuss zu knacken.

Mit dem dritten WM-Titel in der Tasche flog der Brite befreit durch den Kurs und gönnte seinem Rivalen schließlich den Tagessieg. Der neue Vizeweltmeister Matt Hall gratulierte dem neuen Weltmeister: «Es war ein harter Tag, die Bedingungen waren teilweise schockierend. Gratulation an Paul und Hochachtung vor seiner Leistung. Er hat diesem Druck standgehalten. Für mich war es ein großartiges Jahr. Danke an mein Team und meine Familie, die einen großen Teil zu diesem Erfolg beigetragen haben!»

Paul Bonhomme war erschöpft und erleichtert zugleich: «Was in dieser Saison und vor allem zum Schluss passiert ist, ist gefühlsmäßig eine Million Meilen weit von meiner Vorstellungskraft entfernt. Als Team haben wir das schier Unmögliche geschafft. Das ist sicher der schönste Titel meiner Karriere. Das Niveau ist hoch wie nie zuvor. Da sind mindestens zehn Männer, die ein Rennen gewinnen können. Heute war es unglaublich hart, das Wetter hat uns wirklich an unsere Grenzen gebracht!»

Nach 2009 und 2010 als erster Pilot überhaupt zum dritten Mal Weltmeister, schreibt der Brite Geschichte und stellt mit 76 Zählern in acht Rennen auch einen neuen Punkterekord auf. Außerdem gelang ihm das Kunststück, die Hälfte aller Saisonrennen (Abu Dhabi, Chiba, Ascot, Fort Worth) zu gewinnen.

Hannes Arch verteidigt 3. Platz. Eine durchwachsene Saison hat der Österreicher Hannes Arch hinter sich. Nach Problemen bei den ersten beiden Saisonrennen in Abu Dhabi (VAE) und im japanischen Chiba trumpfte der 48-jährige Steirer in Rovinj (CRO) und Budapest (HUN) groß auf und setzte sich zwischenzeitlich an die zweite Stelle der Weltmeisterschaft. Danach folgte jedoch eine Pechsträhne mit streikendem Motor in Ascot (GBR), einer Windböe und dem vorzeitigen Aus beim Heimrennen in Spielberg sowie einer Nullnummer in Fort Worth (USA).

Um den 3. WM-Gesamtrang verteidigen zu können, musste Arch in Las Vegas nur vor dem Tschechen Martin Sonka bleiben, was ihm auch gelang. Flüge ohne Strafsekunden, der 5. Platz am Ende einer für ihn schwierigen Saison und WM-Bronze versöhnten Hannes Arch schließlich doch noch: «Trotz allem, was in der zweiten Saisonhälfte passiert ist, Dritter zu werden, ist unbeschreiblich. Wir haben als Team gewonnen. Es war meine bislang härteste Weltmeisterschaft!»

Ergebnis Rennen Las Vegas 2015 «Finale der besten 4»:
1. Matt Hall (AUS) 00:48,604
2. Paul Bonhomme (GBR) 00:48,968
3. Matthias Dolderer (GER) 00:49,358
4. Yoshihide Muroya (JPN) 00:49,415

WM-Gesamtwertung 2015: 
1. Paul Bonhomme (GBR, 76 Punkte), 2. Matt Hall (AUS, 71), 3. Hannes Arch (AUT, 34), 4. Martin Sonka (CZE, 29), 5. Matthias Dolderer (GER, 26), 6. Yoshihide Muroya (JPN, 23), 7. Nigel Lamb (GBR, 20), 8. Pete McLeod (CAN, 19), 9. Nicolas Ivanoff (FRA, 15), 10. Michael Goulian (USA, 13), 11. Kirby Chambliss (USA, 9), 12. Peter Besenyei (HUN, 8), 13. Juan Velarde (ESP), 14. Francois Le Vot (FRA);

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