Dominic Schmitter: SM-Doppelsieg in Brünn und Platz 1

Von Esther Babel
Rundstrecke
Mit seiner Suzuki vom Team BCC Heilbronn by HPC Power reist der Schweizer in seinem Kleintransporter derzeit durch Europa. In Brünn holte er zwei Siege und die Führung in der Schweizer Meisterschaft.

Sein Zuhause hat der Schweizer Dominic Schmitter vom Team BCC Heilbronn by HPC Power schon länger nicht mehr gesehen. Nach dem zweiten Lauf zur Schweizer Meisterschaft vergangenes Wochenende im französischen Dijon gönnte sich der Suzuki-Pilot nach seinem Doppelsieg ein paar Tage Auszeit und kutschierte gemütlich von Frankreich nach Tschechien, wo an diesem Wochenende die nächsten Punkte in der Schweizer Meisterschaft vergeben wurden. «Die Zeit stand still», beschreibt Schmitter seinen Kurzurlaub. «Das Warten auf das nächste Rennen vergeht immer sehr langsam. Aber ich konnte das erste Mal in diesem Jahr etwas zur Ruhe kommen. Da das bisherige Jahr, durch verschieden Sachen, sehr stressig für mich war.»

Am Freitag gab es in Brünn auch nur das Kurz-Programm. Nach der Bestzeit im freien Training war schon wieder Feierabend. «Leider gab es wegen eines starken Gewitters kein Quali», berichtet er. «Ich war trotzdem sehr schnell und konnten den ersten Platz holen.» Am Samstagvormittag bestätigte er Zeit und holte zum dritten Mal in Folge die Pole-Position vor Dauerkonkurrent Patrick Muff. Die Rundenzeiten hielten sich allgemein in Grenzen, da nach dem Regen der Grip eher dürftig war.

Eine Stunde nach dem Training ging es schon los zur Startaufstellung des Samstagsrennens. «Mein Start war wieder sehr gut», urteilt Schmitter, nachdem er das Rennen überlegen gewonnen hatte. «Ich konnte gleich in der ersten Runde einen Zwei-Sekunden Vorsprung herausfahren. Brünn hatte an diesem Wochenende extrem wenig Grip. Ich versuchte, über die Renndistanz konzentriert zu bleiben. Es war bei diesen rutschigen Bedingungen sehr schwierig. Ich bin super happy. Meine Suzuki läuft und mein Team bereitet das Motorrad so vor, dass ich hundertprozentig alles geben kann.»

Das zweite Rennen am Sonntag spulte Schmitter wie ein Uhrwerk ab. Von Anfang bis Ende gelangen ihm 2.03er-Zeiten. Am Ende musste er im Spritspar-Modus ein wenig Gas rausnehmen. Erneut landete er mit 15 Sekunden Vorsprung als Erster im Ziel. «Brünn ist ja echt immer Vollgas», erklärt er seine Taktik. «Und die Suzuki hat gelegentlich ein kleines Sprit-Problem. Das hatten wir auch letztes Jahr in der IDM das eine oder andere Mal, dass am Ende echt wenig drin war im Tank. Hier in Brünn war ich mein eigener Gegner. Ich wäre gerne noch bessere Zeiten gefahren, aber das haben die Verhältnisse nicht hergegeben. Auch war der Grip viel weniger als vor zwei Jahren, als ich zuletzt hier war. Und nach dem Regen am Freitag war es dann ganz vorbei.»

«Ansonsten lief das Wochenende perfekt», fasst er zusammen. «Doppelsieg und Führung in der Meisterschaft. Als Reifen hatte ich den SC0 Standardreifen von Pirelli. Andere hatten wohl was anderes drauf, aber ich fahre irgendwie immer mit dem. Für mich hat das gepasst.»

Nach den Rennen in Dijon und Brünn geht es für Schmitter nicht nachhause. Sein Weg führt in die Motorsportarena Oschersleben. Dort ist die Langstrecken-WM und die IDM Superbike am Start, bei der auch Schmitter wieder angreift. «Ich bin mit meinem Kleintransporter unterwegs», erzählt er. «Das Motorrad habe ich ja auch dabei. In der IDM dient es im Notfall als Ersatzteillager. Dann habe ich eine Matratze hinten rein geschmissen und gut. Allerdings ist mein Bus schon ein wenig älter. Also mehr als 100 km/h trau ich mich nicht zu fahren.»

Schmitter kann sich Zeit lassen. Das erste freie IDM-Training ist für Donnerstag 18.15 Uhr angesetzt.

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