SBK in Barcelona: Wie ködert man die MotoGP-Fans?

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Beim MotoGP-Rennen sind die Tribünen in Barcelona prall gefüllt

Beim MotoGP-Rennen sind die Tribünen in Barcelona prall gefüllt

Vier von 19 MotoGP-Rennen 2020 sind in Spanien, außerdem drei von 13 Superbike-WM-Events. Weshalb sich Promoter Dorna von der SBK-Premiere in Barcelona besonders viel verspricht.

Durch den früheren Promoter Flammini Group war die Superbike-WM viele Jahre italienisch geprägt und ist es auch heute noch. Zwar übernahm im Herbst 2012 die spanische Agentur Dorna die kommerziellen Rechte an der seriennahen Weltmeisterschaft, es kommen aber nach wie vor viele Teams und Sponsoren aus Italien, auch einige Dorna-Mitarbeiter.

Mit der MotoGP-WM ist die Dorna in Spanien sehr erfolgreich: Die drei Rennen in Jerez, Barcelona und Valencia haben herausragende Besucherzahlen, selbst das im Niemandsland liegende Argon kann akzeptable vorweisen.

Ganz anders in der Superbike-WM. Nach Aragon und Jerez kamen seit 2015 über drei Tage nie mehr als knapp 28.000 Fans, am Rennsonntag waren es maximal 13.000. Zum Vergleich: Nach Misano und Imola kommen alleine am Sonntag über 30.000 Begeisterte.

Trotzdem sehen wir mit Barcelona 2020 ein drittes Superbike-Rennen in Spanien. Und es ist gut möglich, dass der Event in der katalanischen Metropole aus dem Stand zum spanischen SBK-Aushängeschild wird.

Neben Promoter Dorna haben die Werksteams von Kawasaki und Honda ihren Sitz in Barcelona, auch Sponsoren wie Motocard.

«Rennen in Barcelona bedeuten den Fahrern, unseren Partnern und auch der Stadt sehr viel», unterstreicht SBK Marketing Director Marc Saurina. «In Barcelona gab es noch nie ein Superbike-Rennen, dort gibt es aber eine lange Tradition, Motorradrennen betreffend. In Spanien ist MotoGP sehr groß. Wir müssen den Menschen, die nicht so tief im Motorsport verwurzelt sind, erklären, was die Superbike-WM ist. Doch die Serie wird bekannter, vor allem dank Alvaro Bautista. Auch Carlos Checa war sehr gut, aber er fuhr zu einer Zeit, in der es in Spanien schwierig war, der Superbike-WM zu folgen, weil kaum etwas im Fernsehen kam. Bautista kam zum richtigen Zeitpunkt. Er war ein guter und sehr bekannter MotoGP-Fahrer, ihn verfolgen viele Menschen. Als er letztes Jahr so viele Rennen gewann, war er in aller Munde.»

Von diesem Effekt merkte man aber weder bei den Rennen in Jerez noch in Aragon etwas. Auch Ana Carrasco, die 2018 Weltmeisterin in der Supersport-300-Klasse wurde, konnte keine zusätzlichen Fans bringen.

«Wir arbeiten eng mit den Rennstreckenbetreibern zusammen, um ihnen zu helfen, die Events besser zu vermarkten», erzählte Saurina SPEEDWEEK.com. «Wir bringen uns immer mehr ein und erklären ihnen, dass die Superbike-WM anders promotet werden muss als MotoGP. Wir müssen uns auf jeder Rennstrecke anderen Herausforderungen stellen. Bautista lebt weit entfernt von Aragon und Jerez, für seine Fans ist es einfacher, nach Barcelona zu kommen.»

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