Ducati in der Supersport-WM: Werksteam ist denkbar

Von Ivo Schützbach
Die Supersport-WM soll ab 2022 um die Hersteller Ducati und Triumph bereichert werden. Marco Zambenedetti, Technischer Koordinator von Ducatis SBK-Projekt, sprach mit SPEEDWEEK.com über den Stand der Dinge.

Seit mehreren Wochen liegt Ducati, Triumph und MV Agusta der Entwurf für das neue Supersport-WM-Reglement vor, erstmals in der Geschichte der 1999 gegründeten Meisterschaft sollen ab 2022 mehr als 600 ccm für Vierzylinder-, mehr als 675 ccm für Dreizylinder- und mehr als 750 ccm für Zweizylinder-Maschinen erlaubt sein.

Ein aufwändiges Balance-System soll dafür sorgen, dass die Motorräder auf ein identisches Performance-Niveau kommen. Die Basis für die Einstufung bilden die heutigen 600er-Supersport-Bikes von Yamaha und Kawasaki.

Ein strittiger Punkt ist, wer für die Kosten der umfangreichen Tests des Motorrad-Weltverbands FIM auf dem Prüfstand und der Rennstrecke aufkommt. Promoter Dorna würde diese gerne auf Ducati, MV Agusta und Triumph abwälzen, die drei Hersteller sehen sich nicht in der Pflicht.

Wir reden von Gesamtkosten von zirka 50.000 Euro für diesen Prozess. Zum Vergleich: Die Homologation eines neuen Superbikes kostet um die 15.000 Euro. Zuletzt wurde vorgeschlagen, dass sich die Dorna und die Hersteller die Kosten teilen.

Die Vorbereitungen bei Ducati, Triumph und MV Agusta sind weit vorangeschritten. Das Barni-Team hat in einer Privatinitiative bereits mehrfach mit der Ducati Panigale V2 955 getestet, das Team MV Agusta Corse Clienti mit der F3 800. Und Triumph nimmt mit der Street Triple 765 RS und seinem Dynavolt-Werksteam bereits an der Britischen Supersport-Meisterschaft teil: Kyle Smith und Brandon Paasch haben zusammen schon sechs Podestplätze erobert, darunter je ein Sieg von Smith in Brands Hatch und Thruxton.

«Für uns geht es darum, wie die FIM und Dorna mit den Unterschieden der Bikes umgehen», sagte Marco Zambenedetti, Technischer Koordinator des SBK-Projekts bei Ducati, im Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com. «Wenn wir denken, dass wir eine Chance haben um den Titel zu kämpfen, dann sind wir dabei. Unser Motorrad hat viel Potenzial, es hat in Serie 155 PS. Man darf aber auch nicht vergessen, dass das Gewicht und die Dimensionen des Bikes bei der Performance eine Rolle spielen.»

Zahlreiche Teams zeigen Interesse an der V2 955 – und nicht nur bestehende Ducati-Kunden. Für viele ist es schon lange nicht mehr reizvoll, ein beliebiges Yamaha-Team zu sein, sie wären gerne von Beginn an diesem aufregenden Projekt beteiligt.

«Wenn die Voraussetzungen stimmen, bereiten wir einen Rennkit für unser Motorrad vor und bieten diesen interessierten Teams an», so Zambenedetti. «Speziell in der Anfangsphase hilft jedes Bike in der Startaufstellung, so lässt sich schneller eine gute Grundabstimmung finden. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in eine Meisterschaft einsteigen, in welcher Yamaha und Kawasaki seit vielen Jahren dabei sind und alle Referenzen haben. Um diesen Rückstand aufzuholen, brauchen wir so viele Fahrer wie möglich.»

Ducati Corse hat bereits verlauten lassen, dass es nicht die Kundenteams sein werden, welche die Panigale V2 955 entwickeln, sondern das Werk selbst. Deshalb ist nicht ausgeschlossen, dass es ein offizielles Werksteam geben wird.

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