Kritik am neuen Streckenlayout in Mettet

Von Markus Niegtsch
Supermoto
Troy Corser gab nicht viel auf das Ergebnis

Troy Corser gab nicht viel auf das Ergebnis

Noch vor vier Jahren rasten die Piloten beim «Superbiker» in Mettet zwischen den Häusern durch und die Zuschauer reckten die Arme in die Strecke hinein. Die Fahrer waren zum Greifen nah.

2010 dann das erste Rennen auf dem neugestalteten Circuit Jules Tacheny. Damals mit einem anspruchsvollen Offroad-Teil, der auf Supermoto-Niveau war. Insgesamt war der Kurs eine ausgewogene Mischung zwischen Roadracing und Motocross. 

2011 dann Änderungen im Offroad-Teil, der deutlich anspruchsvoller wurde und die Balance zu Gunsten der Crosser verschob. Aber erneut war es der Supermoto-Pilot Mauno Hermunen, der den «Superbiker» ganz knapp vor MX-Fahrer Romain Febvre für sich entscheiden konnte. Ein Sieg, der der MX-begeisterten belgischen Nation nicht richtig schmecken konnte. Der Veranstalter hätte schon damals Mickael Pichon gerne als «Superbiker» gesehen.

Nach der erneuten Niederlage der MX-Fraktion und den Wettererfahrungen von 2011 wurde die Streckenführung für 2012 erneut umgebaut. Dieses Mal mit einem Offroad-Teil in bester Motocross-Manier und dem ersehnten Sieg eines MX-Piloten, nämlich Romain Febvre auf KTM.

Verständlicherweise stiess die neue Streckenführung ausserhalb des MX-Lagers auf wenig Begeisterung. Der Offroad-Spezialist unter den Supermotofahrern und Vorjahressieger Hermunen war zwar angefressen, gab sich aber nach aussen gelassen: «Die Strecke ist für alle gleich. Wenn ich der schnellste Supermoto-Fahrer sein will, muss ich auch hier gewinnen», erzählte er. «Aber die Strecke bevorzugt eindeutig die MX-Fahrer.»

Deutlichere Worte fand der Weltmeister von 2003 und mehrfache Italienische Meister Eddy Seel: «Der Veranstalter will einen MX-Fahrer als Sieger. Schau dir nur die Zeiten an! In den Top-Plätzen fast nur Crosser, praktisch kein Supermoto-Fahrer. Die Strecke ist eine MX-Strecke mit ein paar Asphaltpassagen. Und dadurch auch für die meisten Fahrer zu anspruchsvoll.»

Die vielen, teilweise sehr schweren Unfälle unterstützen Seels Aussage: «Es kann nicht sein, dass in einem Rennen zwischen dem Schnellsten und Langsamsten fast zehn Sekunden pro Runde liegen. Was meinst du, warum Adrien Chareyre, der seine Stärke auf dem Asphalt hat, abgesagt hat?»

Für den dreifachen Supersport-Weltmeister Kenan Sofuoglu war es der erste und letzte Auftritt in Mettet. «Niemand ist auf dem Asphalt so schnell wie ich. Ich fahre hier am Limit, riskiere meine Gesundheit und hole auf Asphalt eine Sekunde auf die anderen raus, um dann im Offroad-Teil sechs bis sieben Sekunden aufgebrummt zu bekommen», zeigt sich auch der Türke wenig begeistert.

Das Feld vor sich herzujagen und überrundet zu werden, ist für ihn eine ungewohnte Situation, die an seinem Ego nagt. Im grossen Superbiker-Finale stürzte Sofuoglu im Offroad-Teil und gab nach eigener Aussage «verletzungsbedingt» auf. «Unter solchen Voraussetzungen werde ich sicherlich nicht mehr hier starten», liess er wissen, als er nach dem Rennen durchs Fahrerlager humpelte.

Der zweifache Superbike-Weltmeister Troy Corser sah es etwas gelassener. «Klar sind die Crosser im Vorteil, aber ich bin zum Spass hier. Die Strecke und die Atmosphäre sind einzigartig», erzählte der Australier. «Einfach ein bisschen fahren, abends mit den anderen Fahrern zusammensitzen und noch ein Bier trinken, das kannst du während der WM nicht.»

Die Einschätzung hängt eben auch von den Erwartungen an das eigene Abschneiden ab.

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