Ulster Grand Prix 2020 weiterhin von Absage bedroht

Von Helmut Ohner
Tourist Trophy
Der Ulster GP ist das schnellste Straßenrennen der Welt

Der Ulster GP ist das schnellste Straßenrennen der Welt

In der langen Geschichte des Ulster Grand Prix musste die Veranstaltung mit Ausnahme der beiden Weltkriege erst einmal abgesagt werden. Der diesjährigen Ausgabe könnte dasselbe Schicksal bevorstehen.

Der Ulster Grand Prix zählt neben dem North West 200, der Tourist Trophy und dem Macau Grand Prix zu den vier wichtigsten internationalen Motorrad-Straßenrennen. Die Veranstaltung zählte von 1949 bis 1971 zur Weltmeisterschaft. Ray McCullough (250 ccm), Peter Williams (350 ccm), Jack Findlay (500 ccm) und Horst Owesle/Peter Rutterford (Seitenwagen) hießen die letzten Sieger.

Nicht zuletzt wegen des immer heftiger werdenden Nordirlandkonflikts verlor man den WM-Status. 1972 musste der Ulster Grand Prix aus Sicherheitsgründen sogar abgesagt werden, weil sich die politische Situation weiter verschärft hatte. Die diesjährige Veranstaltung ist ebenfalls von der Absage bedroht, allerdings wegen mangelnder Finanzen.

Bereits Anfang vergangenen November machte der veranstaltende Dundrod and District Motorcycle Club in einer Aussendung darauf aufmerksam, dass es aus finanziellen Gründen 2020 keine Rennen geben könnte. Immer wieder sorgten anhaltende Regenfälle in der jüngeren Vergangenheit, dass die Zuschauer den Rennen fernblieben.

Um die Traditionsveranstaltung doch noch zu retten, haben sich seither Klubverantwortliche mit Ratsmitgliedern, Mitgliedern der Versammlung und Mitgliedern des Parlaments getroffen. «Obwohl unsere Lage auf Sympathie gestoßen ist, bleibt die prekäre Situation nach wie vor bestehen», so ein Sprecher des Dundrod and District Motorcycle Clubs.

«Die Schwierigkeiten, denen sich der Ulster Grand Prix und andere Straßenrennen in Nordirland gegenübersehen, haben in den letzten Wochen Schlagzeilen gemacht. Wenn der Sport überleben und weiter gedeihen soll, ist eine ähnliche finanzielle Unterstützung der Regierung erforderlich, wie sie auch andere Sportarten erhalten.»

«Straßenrennen sind Teil der nordirischen Sportkultur und bringen der Provinz und den örtlichen Gemeinden erhebliche finanzielle Vorteile. Nur ein kleiner Teil der Beträge, die für viele andere große Sportveranstaltungen bereitgestellt werden, würde einen enormen Unterschied zu Veranstaltungen wie dem Ulster Grand Prix bewirken.»

In den kommenden Wochen sind weitere Gespräche mit der Regierung geplant, um doch noch die benötigte finanzielle Unterstützung zu bekommen. «Schön langsam läuft uns die Zeit davon. Unser Klub ist nach wie vor bestrebt, eine Lösung zu finden, die sicherstellt, dass wir in zwei Jahren das 100-jährige Bestehen des Ulster Grand Prix feiern zu können.»

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