24h Daytona: Vor 20 Jahren – Nissan siegt 1994

Von Oliver Runschke
United SportsCar Championship

Rückblende: Was passierte vor 20 Jahren bei den 24h von Daytona? Die World Sports Cars feiern Premiere, Nissan kämpft gegen Porsche und Scott Pruett holt seinen ersten Gesamtsieg.

24h von Daytona 1994 – wie in diesem Jahr gab es auch vor 20 Jahren einen Neustart im US-Sportwagensport. Die World SportsCar, offene Sportwagen mit von Serienfahrzeugen abgeleiteten grossvolumigen Saugmotoren, stellen in den USA die neue Topklasse und lösen die mit der Gruppe C verwandten GTP-Prototypen ab. Die neuen WSC sind bei ihrer Premiere noch ein überschaubares Grüppchen. Der neue und eigens für die Klasse entwickelte Ferrari 333 SP debütiert erst später im Saisonverlauf und so stehen in Daytona gerade einmal acht WSC am Start, die meisten davon skalpierte ehemalige GTP von mittlerweile in Vergessenheit geratenen Rennwagenschmieden wie Spice und Kudzu.

Um sicher zu gehen, dass die neue Klasse beim Saisonstart in Daytona im Vordergrund steht, hat Veranstalter IMSA vorsichtshalber die erste Startreihe für WSC reserviert. Doch auch ohne diese Regel schaffen die schnellsten beiden WSC die ersten beiden Startplätze. Der Spanier Fermin Velez stellt seinen Spice-Chevy aus dem Scandia-Team von Finanzjongleur Andy Evans auf die Pole vor einem weiteren Spice, dahinter stehen zwei Nissan 300 ZX von Cunningham Racing. Die Nissan sind Silhouetten-Renner mit Rohrrahmen und Dreiliter-Twin-Turbo V6-Motor.

Die Show der WSC an der Spitze hat sich aber noch in der ersten Rennstunde erledigt, dann übernehmen die zwei Nissan das Kommando. Die grösste Konkurrenz für die beiden Japaner stellt Porsche. Brumos bringt mit grosser Unterstützung von Porsche einen neuen 911 Turbo GT America für Hans-Joachim Stuck, Danny Sullivan, Walter Röhrl und Hurley Haywood an den Start. Der Elfer ist eine Weiterentwicklung des im Vorjahr vom Werk in Sebring und Le Mans eingesetzten 911 Turbo S Le Mans GT, allerdings mit der letzten Motorgeneration aus dem Porsche 962 mit oben liegendem Lüfterrad. Nur das Brumos-Turbo-Porsche kann Nissan im Rennverlauf die Stirn bieten und mehrfach die Führung übernehmen.

Doch beim Porsche macht der Motor Probleme. Zwei Mal springt der Riemen des kaum zugänglichen Lüfterrades ab. Das zweite Mal verträgt der Sechszylinder-Boxer den Kühlverlust nicht mehr und stirbt den Hitztod, Nissan liegt fortan unbedrängt an der Spitze. Doch auch die Japaner müssen Federn lassen. Das Nissan-Trio Johnny O’Connell, Steve Millen und John Morton scheidet nach Motorschaden aus. Doch das Schwesterauto mit Scott Pruett, Paul Gentilozzi, Doppelstarter Millen und Butch Leitzinger läuft wie ein Uhrwerk und holt sich am Ende mit 24 Runden Vorsprung einen deutlichen Sieg. Für Nissan, dem ersten japanischen Hersteller, dem ein Daytona-Sieg gelang, ist es nach einem Erfolg 1992 mit einem Gruppe C-Sportwagen der zweite Sieg.

Auf Platz landet ein Schwesterauto des ausgeschiedenen Brumos-Porsche. Larbre Competition von Jack Leconte hat den 911 Turbo S Le Mans GT aus dem Vorjahr gekauft und setzt das ehemalige Werksauto für Bob Wollek, Jesus Pareja und Dominique Dupuy ein. Nach einem Trainingsunfall von Dupuy mit dem biestig zu fahrenden Turbo verstärkt sich das französische Team kurzfristig noch mit dem damaligen Porsche-Kundensportbetreuer Jürgen Barth. Am Ende steht so Rang zwei vor zwei weiteren Porsche. Dirk-Rainer Ebeling, Ulli Richter und Karl-Heinz Wlazik werden im Heico-911 RSR 3.8 Dritte vor dem RSR von Rohr mit Harald Grohs, Bernd Mayländer, Frank Katthöfer und Mark Sandridge.

Die WSC-Sportwagen spielen bei ihrer Premiere keine Rolle: Der Beste der offenen Sportwagen, ein Spice-Oldsmobile von Brix Racing, kommt abgeschlagen auf Rang neun ins Ziel: Satte 56 Runden hinter den Siegern.

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