6h Watkins Glen: Porsche mit GT-Doppelsieg

Von Oliver Runschke
United SportsCar Championship
Nach dem Le-Mans-Debakel feiert Porsche einen Doppelsieg in Watkins Glen. Das Falken-Team mit Wolf Henzler holt für Porsche einmal wieder die Kohlen aus dem Feuer.

Sechs Stunden Spannung und Dramatik – und der größte Saisonerfolg für Porsche in der United SportsCar Championship: Auf der Traditionsrennstrecke in Watkins Glen hat Porsche mit dem Sportwagenklassiker 911 am Sonntag in einem ereignisreichen Rennen voller Spannung und Dramatik einen Doppelsieg in der Klasse GTLM gefeiert. Nach 157 Runden auf dem 5,472 Kilometer langen Kurs im US-Bundesstaat New York gewannen Porsche-Werksfahrer Wolf Henzler und sein amerikanischer Teamkollege Bryan Sellers im 911 RSR des Kundenteams Falken Tire das fünfte Saisonrennen. Auf dem zweiten Platz kamen für Porsche North America der frisch gebackene Le-Mans-Sieger Earl Bamber und Jörg Bergmeister ins Ziel. Dirk Werner und Bill Auberlen landeten im BMW Z4 GTLM auf Rang drei.

Das erste Ausrufezeichen beim traditionsreichen Sechsstundenrennen setzte Patrick Pilet. Der Porsche-Werksfahrer aus Frankreich startete als Fünfter seiner Klasse und setzte sich auf der regennassen Strecke gleich in der ersten Runde mit sensationellen Überholmanövern an die Spitze. Mit profillosen Slicks fuhr er in der ersten Rennstunde einen Vorsprung von fast einer Minute heraus. Ebenfalls in der Auftaktrunde musste Bamber den ersten Rückschlag einstecken: Als sich ein Konkurrent unmittelbar vor ihm drehte, konnte er die Berührung nicht vermeiden und beschädigte seinen Frontsplitter, der später ausgetauscht werden musste. Mit einer Runde Rückstand machte er sich auf die Verfolgung der Spitze. So ereignisreich ging es weiter. Mal hörte der Regen auf, um dann, nachdem die Strecke schon wieder abgetrocknet war, umso heftiger wieder einzusetzen. Die Folgen waren zahlreiche Unfälle und daraus resultierende Safety-Car-Phasen. Einmal musste das Feld aus Sicherheitsgründen mit der roten Flagge in die Boxengasse geholt werden, weil die Strecke teilweise unter Wasser stand.

Die Entscheidung fiel in der letzten Rennstunde. Da ging Henzler in Führung, weil er im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nach der Wiederaufnahme des Rennens keinen Boxenstopp einlegte. 

«Watkins Glen zu gewinnen ist grossartig, vor allem bei diesem verrückten Wetter», jubelte Henzler «Unsere Falken-Reifen waren sehr gut im Regen und der Elfer mit seinem Heckmotor und der tollen Traktion ist für solche Bedingungen wie gemacht. Wir haben auf unseren letzten Boxenstopp verzichtet und versucht, so gut es ging Benzin zu sparen. Das ist uns gelungen. Wir waren überzeugt, dass wir es auch ohne die letzte Safety-Car-Phase schaffen würden. Doch als das Safety Car rauskam, war das trotzdem eine große Erleichterung. In diesem Moment wusste ich: Jetzt kann nichts mehr passieren.»

Pilet lauerte auf dem zweiten Platz. Doch noch vor der nächsten Gelbphase musste der Franzose seinen 911 RSR an Tandy abgeben, weil er sonst die erlaubte Fahrzeit überschritten hätte und bestraft worden wäre. Nach diesem unplanmäßigen Boxenstopp war ein Platz auf dem Podium außer Reichweite. Dafür sprang Bamber in die Bresche. Auf nasser Strecke überholte er in einem tollen Manöver genau den Konkurrenten, der ihm in der ersten Runde in die Quere gekommen war und krönte seinen ersten Start in Watkins Glen mit dem zweiten Platz. Jörg Bergmeister: Das war ein sehr ereignisreiches Rennen für uns. Wir hatten einige Probleme, etwa mit dem Kontakt gleich in der ersten Runde und dem kaputten Frontsplitter, aber auch mit dem Rad, das sich beim Wechsel nicht gleich lösen ließ. Doch als es in der Schlussphase darauf ankam, haben wir die richtigen strategischen Entscheidungen getroffen und den zweiten Platz geholt. Wir können wirklich sehr zufrieden sein.“

Der Gesamtsieg ging an den Corvette DP von Richard Westbrook/Michael Valiante vor dem Ford DP von Joey Hand/Scott Pruett. 

In der GTD-Klasse siegte die Riley Dodge Viper GTS-R mit Goossens/Carter/Lawrence vor dem Magnus-Porsche 911 GT America mit Marco Seefried, John Potter und Andy Lally. GTD-Tabellenführer Christopher Haase landete im Audi R8 LMS auf Rang drei. 

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