Kritik am Rennformat: Wo fährt Casey Stoner 2014?

Von Will Hagon
V8 Supercars
Casey Stoner hat den Speed, um eine erfolgreiche zweite Karriere auf vier Rädern zu starten. Ob der zweifache MotoGP-Weltmeister das auch will, ist angesichts seiner jüngsten Aussagen zu bezweifeln.

Für Triple-Eight-Teamchef Roland Dane steht fest: Casey Stoner hat in den ersten Runden der aktuellen Saison der Dunlop Serie bewiesen, dass er genug Speed hat, um in den V8-Supercars eine zweite Karriere zu starten. Der MotoGP-Star qualifizierte sich in den bisherigen drei Runden immer unter den ersten Zwölf und belegt derzeit den 23. Rang in der Meisterschaft.

Im Gespräch mit den Kollegen von Speedcafe.com schwärmte Dane: «Man muss nur Caseys Rundenzeiten anschauen – er gehörte fast vom ersten Tag an zu den schnellsten Sechs. Er hat ganz sicher das Zeug, um eine zweite Karriere auf vier Rädern zu starten.» Dass Stoner seine guten Qualifying-Resultate nicht in Rennerfolge ummünzen konnte, sei normal. Der Teamchef nimmt seinen prominenten Fahrer in Schutz: «Tempo allein reicht nicht, um alles im richtigen Moment hinzubekommen: Man muss ein gutes Qualifying und ein sauberes Rennen ohne Ärger fahren. Es spielt keine Rolle, wer du bist, diesen Lernprozess muss jeder durchmachen. Das ist ganz normal.»

Casey Stoner: Ein Jahr Auszeit?

Stoner verriet vergangene Woche, dass er mit dem Gedanken spiele, 2014 eine einjährige Auszeit zu nehmen. Der Grund: Er hatte die Arbeit unterschätzt. Eigentlich hatte der MotoGP-Weltmeister von 2007 und 2011 schon in diesem Jahr eine Pause einlegen wollen, doch das Angebot, mit Langzeitsponsor Red Bull für die angesehene Triple-Eight-Truppe in der Dunlop Serie anzutreten, war zu verlockend.

Zu den Zukunftsplänen von Stoner möchte sich Teamchef Dane nicht äussern: «Was er in Zukunft macht, liegt ganz allein in Caseys Hand. Das hat nichts mit uns zu tun. Er macht jetzt mit, um herauszufinden, ob er Autorennen mag. Ob er das dann auf die Dauer zu seiner Hauptbeschäftigung macht, ist wieder ein ganz anderes Thema. Zur Zeit geht es einfach nur um die Frage, wie sich die Rennfahrerei auf vier Rädern anfühlt.»

Kritik am Rennformat

Die nächste Runde der Dunlop Serie findet auf dem Queensland Raceway statt, einem Rundkurs, auf dem Stoner schon getestet hat. Obwohl er die Strecke schon kennt, spielt der 27-jährige Australier seine Chancen auf ein markant besseres Rennergebnis herunter: «Wir kennen den Kurs, aber das ist ehrlich gesagt keine grosse Sache. Alle bisherigen Strecken habe ich nach funf bis sechs Runden gelernt – Adelaide war etwas schwieriger als Barbagallo und Townsville. Die waren ehrlich gesagt ziemlich einfach. Die Strecke wird sich ohnehin ganz anders entwickeln, wenn so viele Autos darauf unterwegs sein werden. Die Testergebnisse sind also mit Vorsicht zu geniessen.»

Stoner kann sich die Kritik am eigenartigen Rennformat der Dunlop Serie nicht verkneifen: Während die Startaufstellung fürs erste Rennen in einem normalen Qualifying ausgefochten wird, gilt für den zweiten Lauf die umgekehrte Startreihenfolge der Top-Ten. Die restlichen Fahrer starten von jenen Positionen, auf denen sie im ersten Rennen ins Ziel gekommen sind. Die Punkte aus den ersten beiden Läufen ergeben zusammen die Startaufstellung fürs finale Rennen. Stoner schimpft: «In Townsville habe ich mir im Chaos in der ersten Kurve einen Reifen aufgeschlitzt. Das hat das ganze Rennwochenende ruiniert. Das Rennformat und Punktesystem ist schon etwas schräg. Du kannst dir im ersten Rennen schon das Wochenende versauen.»

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