Nürburgring-Nordschleife behält ihren Charakter

Von Oliver Müller
VLN
Blick auf das Karussell der legendären Nordschleife

Blick auf das Karussell der legendären Nordschleife

Aufatmen bei Teams, Fahrern und Fans. Die Streckenführung der legendären Nordschleife des Nürburgrings bleibt bestehen. Die im Frühjahr eingeführten Tempo-Limits werden ab der Saison 2016 wieder abgeschafft.

Gross waren Aufschrei, Trauer und Schrecken als Jann Mardenborough beim ersten Saisonlauf der VLN Langstreckenmeisterschaft Ende März mit seinem Nissan GT-R Nismo GT3 bei der Anfahrt zur Quiddelbacher Höhe abhob, im Bereich Flugplatz einschlug und dabei einen Zuschauer tödlich verletzte.

Daraufhin hatte der Deutsche Motorsport Bund (DMSB) vielen Fahrzeugklassen, wie auch der GT3-Kategorie, die Zulassung für die Nordschleife entzogen. Im Hinblick auf das 24-Stunden-Rennen am Ring im Mai wurde das Steckenverbot für die schnellen Renner zwar wieder zurückgenommen, doch es mussten Abstriche gemacht werden. Eine Reduzierung der Motorleistung, die Sperrung einiger Zuschauerbereiche und auch Tempolimits in bestimmten Streckenabschnitten waren die kurzfristigen Folgen. Um einen langfristigen sicheren Rennbetrieb zu gewährleisten, wurde eine Experten-Kommission einberufen. Sogar ein Umbau mit Änderung der Streckenführung stand im Raum.

Jetzt hat die Nürburgring-Betreibergesellschaft CNG (capricorn Nürburgring GmbH) einen umfassenden Massnahmen-Katalog ​erstellt und diesem Vertretern des DMSB, des ADAC, der Automobil-Industrie sowie Veranstaltern, Teams und Fahrern präsentiert. «Die Sicherheit auf der Nordschleife bei Rennen, aber auch bei Testfahrten der Industrie und bei Touristenfahrten hat für uns höchste Priorität», erklärt Carsten Schumacher, Geschäftsführer der CNG. «Gemeinsam mit den Beteiligten haben wir als Konsequenz aus dem Unfall die Situation im Detail analysiert und zielorientierte Massnahmen erarbeitet, um die aktive sowie passive Sicherheit und vor allem die Sicherheit der Zuschauer entlang der Nordschleife weiter zu erhöhen.»

Die Massnahmen betreffen zusätzliche Schutzzäune in mehreren Streckenabschnitten. Dazu kommt eine Sperrzone für Zuschauer im Bereich Schwedenkreuz sowie die Optimierung der Schutzlinien durch zusätzliche Leitplanken und FIA-Schutzzäune, beispielsweise entlang der Döttinger Höhe zur besseren Absicherung der angrenzenden Bundesstrasse. Ausserdem wird die Fahrbahn im Streckenabschnitt Flugplatz neu asphaltiert, wie Carsten Schumacher darlegt: «Auf Basis einer detaillierten Vermessung werden wir im Bereich Flugplatz auf etwa 500 Metern die Fahrbahn erneuern und dabei fünf Bodenwellen beseitigen, die im Laufe der Jahre durch die hohe Aus- und Belastung der Nordschleife entstanden sind.»

Die Beschlüsse der CNG erfuhren breite Zustimmung in der Motorsport-Geimende. Denn die grosse Befürchtung eines Umbaus der legendären Strecke ist erst einmal vom Tisch. «Die einzigartige Charakteristik der Nordschleife bleibt bestehen. Das ist nicht nur für den Rennsport wichtig, sondern auch für die Industrie, die auf dieser einmaligen Rennstrecke seit Jahrzehnten ihre Fahrzeuge testet», sorgt Carsten Schumacher für Erleichterung.

Der Massnahmen-Katalog wird nun als Antrag beim DMSB zur Weiterleitung an die Strecken-Kommission des Automobil-Weltverbandes FIA eingereicht. Die notwendigen Arbeiten werden nach Abschluss der Motorsport-Saison 2015 im November beginnen. Zum Start der Saison 2016 sollen sieben der 16 vorgesehenen Aktionen realisiert sein.

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